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Analyse

Schwein: Keine Entwarnung von der Angebotsseite

von , am
01.10.2015

Zum Monatswechsel scheinen sich die Schweinepreise erst einmal zu stabilisieren. Allerdings gibt es angebotsseitig keine Entwarnung.

© Mühlhausen/landpixel
 
Zum Monatswechsel scheinen sich die Schweinepreise erst einmal zu stabilisieren. Allerdings gibt es angebotsseitig keine Entwarnung. Im Gegenteil. Das Angebot und damit die Schlachtmenge hat im Vergleich zur Vorwoche sogar noch einmal leicht zugenommen und erreicht den zweithöchsten Wert das Jahres 2015. Die Wochen-Schlachtung bewegt sich zudem die zweite Woche in Folge über der kritischen Marke von 1,0 Mio. Tieren und ist mittlerweile wieder deutlich größer als im vorigen Jahr zu gleichen Termin.
 
Stabilisierend auf den Markt dürften vor allem der größere Absatz im Einzelhandel nach dem Ferienende gewesen sein. Auch die (ebenfalls)kräftig gefallenden Fleischpreise dürften mehr Ware vom Markt ziehen. Ob bei diesem Preisniveau ein Gleichgewicht erreicht ist nicht sicher. Im vorigen Jahr sind Schweinepreise jedenfalls im Oktober und dann bis zum Jahresende weiter gefallen, während die Schlachtung von Oktober bis zum Jahresende sehr hoch war.
 
VEZG-Preis bleibt unverändert
Kurz vor dem Monatswechsel (30.09) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (07.10) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine unverändert mit 1,42 Euro je kg SG notiert. Die Preispanne lag zwischen 1,42 Euro und 1,44 Euro. Bei der ISN- Internet-Auktion am Dienstag (29.09) waren die Schweinepreise um 1 Cent auf 1,46 Cent gestiegen. Dabei konnten von den angebotenen 2630 Schweinen 93 % auch verkauft werden. Am vorigen Freitag (25.09) war der Preis auf der ISN-Auktion um 1 Cent auf 1,45 Euro zurückgegangen.
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Schlachtung deutlich über 1 Mio. Schweine
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine nahm in der letzten vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche bis 27. September nochmals einmal leicht zu und stieg auf den höchsten Wert seit Ende März und bliebt zudem über die Marke 1 Mio. Schweinen. Mit 1.032.007 geschlachteten Schweinen wurden 1,1 % mehr Tiere abgerechnet als in der Woche zuvor (1.020.438). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge 1,5 % größer als die keineswegs kleine Schlachtung der vergleichbaren Vorjahreswoche (1.016.270).
 
In den ersten 39 Wochen des Jahre bis Ende September, war die Zahl der in Deutschland geschlachteten Schweine etwa 1,9 % größer als im vorigen Jahr. Die Zahl der geschlachteten Sauen war in der aktuellen Woche bis 27. September mit 18.678 Tieren 1,0 % kleiner als als in der vorigen Woche (18.848) und 1,0 % größer als die Sauen-Schlachtung im vorigen Jahr (18.507) zu diesem Termin.
 
Schweinepreise nähern sich Vorjahresniveau an
Der von den Schlachtunternehmen in der vorigen Abrechnungswoche bis zum 27. September durchschnittlich an die Landwirte ausgezahlten Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,50 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E erhielten die Landwirten 1,46 Euro/kg SG. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 20.09) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine in der vorigen Woche noch um 2 Cent zurückgegangen. Für E-Schweine wurden vorige Woche 3 Cent niedrigere Preise ausgezahlt.
 
Im Vergleich zum Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin nur noch 3 Cent niedriger. Im letzten Jahr (2014) waren die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,58 Euro je kg SG auf nur noch 1,51 Euro gefallen. Schlachtsauen (M) wurden in der Schlachtwoche bis zum 27. September mit 1,08 Euro/kg SG abgerechnet und zu unveränderten Preisen (1,08). Im Vergleich zum letzten Jahr (1,23) sind die Preise für Schlachtsauen derzeit 15 Cent niedriger.
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Terminmarkt erwartet kaum noch Preisveränderungen
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den Oktoberkontrakt am Donnerstag (01.10) bei 1,40 Euro. Das war das gleiche Niveau wie in der Vorwoche (1,40) sowie 2 Cent weniger als der aktuelle Kassapreis (VEZG). Der Novembertermin wurde mit knapp 1,41 Euro gehandelt und damit unverändert zur vorigen Woche (1,41) und 1 Cent unter dem derzeitigen Kassapreis. Der Dezember wurde am Terminmarkt mit knapp 1,38 Euro notiert und damit ebenso hoch wie vorige Woche (1,38). Für den Januar 2016 lagen die Kontraktpreise bei knapp 1,41 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke
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