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Analyse

Schwein: Kleineres Angebot sorgt für Preisanstieg

von , am
27.08.2015

Die Schweinepreise schaffen es Ende August endlich nach oben.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Schweinepreise schaffen es Ende August endlich nach oben. Gründe sind auf der einen Seite das hitzebedingt offenbar spürbar geschrumpfte Angebot an Schweinen. Und auf der anderen Seite das Ferienende in einigen Bundesländern und damit ein kräftiger Schub von der Nachfrageseite. Trotz der anziehenden Nachfrage ging die Menge der geschlachteten (angebotenen) Schweine im Vergleich zur Vorwoche jedoch zurück und machte damit den moderaten Anstieg der Schweinepreise möglich.
 
Mehr Schweine würden wohl nur über weiter steigende Preise auf den Markt gezogen. Unklar ist bislang jedoch, ob der Angebotsrückgang ausschließlich dem hitzebedingten langsameren Wachstum der Schweine geschuldet ist oder ob die Produktion in Deutschland nun doch wie von der EU-Kommission zuletzt prognostiziert zum Jahresende deutlich schrumpft. Letzteres würde den Preisen jedenfalls auch mittelfristig helfen.
 
VEZG-Preis geht um 3 Cent nach oben
In der letzten Augustwoche (26.08) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (02.09) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine um 3 Cent auf 1,39 Euro je kg SG nach oben gesetzt. Die Preispanne lag bei der aktuellen Notierung relativ eng zwischen 1,36 und 1,39 Euro je kg SG und zeigt noch keine deutlich noch oben gerichtete Tendenz.
 
Bei der ISN- Internet-Auktion am Dienstag (25.08) hatte man die Schweine noch zu einem 1 Cent niedrigeren Preis mit 1,45 Cent gehandelt. Die Preisspanne lag zwischen 1,38 Euro/kg und 1,42 Euro/kg gehandelt. Bei der Auktion wurden 87 % der angebotenen Schweine auch verkauft. Am vorigen Freitag (22.08) war der Preis auf der ISN-Auktion allerdings um 2 Cent auf 1,43 Euro gestiegen.
 
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Schlachtzahlen gehen deutlich zurück
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine nahm in der letzten vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche bis 23. August deutlich ab und lag zudem niedriger als im vorigen Jahr zu diesem Termin. Mit 903.612 geschlachteten Schweinen wurden 5,6 % weniger Tiere abgerechnet als in der Woche zuvor (957.866). Damit war die aktuelle Schlachtmenge zudem 6,0 % kleiner als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (961.396).
 
In den ersten 34 Wochen des Jahre bis Ende August, war die Zahl der in Deutschland geschlachteten Schweine allerdings 2,2 % größer als im letzten Jahr. Die Zahl der geschlachteten Sauen war in der aktuellen Woche bis 23. August mit 17.402 Tieren 5,4 % größer als in der vorigen Woche (16.508) und 5,7 % kleiner als die Sauen-Schlachtung im vorigen Jahr (18.439) zu diesem Termin.
 
Schweinepreise 27 Cent niedriger als 2014
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 23. August durchschnittlich an die Landwirte ausgezahlten Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,41 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E erhielten die Landwirten 1,37 Euro/kg SG. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 16.08) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine unverändert. Für E-Schweine wurden unveränderte Preise ausgezahlt. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin 27 Cent niedriger.
 
Im letzten Jahr (2014) waren die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche mit 1,66 Euro je kg SG unverändert geblieben. Schlachtsauen (M) wurden in der Schlachtwoche bis zum 23. August mit 0,97 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu unveränderten Preisen. Im Vergleich zum letzten Jahr (1,32) sind die Preise für Schlachtsauen derzeit 36 Cent niedriger.
 
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Terminmarkt für September bei 1,46
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den Septemberkontrakt am Mittwoch (26.08) bei 1,46 Euro und damit auf gleichem Niveau wie in der Vorwoche und 7 Cent über dem aktuellen Kassapreis (VEZG). Der Oktobertermin wurde mit 1,40 Euro gehandelt und damit 2 Cent niedriger als letzte Woche und 1 Cent über den derzeitigen Kassapreisen. Der November steht unverändert bei 1,41 Euro. Für den Dezember werden Preise von 1,36 erwartet.
 
Dr. Olaf Zinke
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