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Analyse

Schwein: Markt bleibt auch 2015 unter Druck

von , am
11.03.2015

Die Produktion (Bruttoeigenerzeugung) von Schlachtschweinen nimmt im Jahr 2015 nach den Berechnungen der Kommission um rund 1,0 % zu.

© Mühlhausen/landpixel
Für die deutschen Schweinehalter hat das Jahr 2015 ähnlich schwierig begonnen wie 2014 geendet hat. Auch für das weitere Marktjahr 2015 sind die Aussichten derzeit nicht besonders günstig. Darauf deutet zumindest die aktuelle Angebotsprognose der EU-Kommission vom Frühjahr 2015 hin. Bereits im Herbst 2014 fielen die Schweine- und Ferkelpreise in Deutschland und Europa auf den tiefsten Stand seit dreieinhalb Jahren (2011). Die Preiserholung Anfang 2015 war dann lange nicht so robust wie erhofft und die Schweinepreise erreichten im März nicht einmal das Vorjahresniveau.
 
Preiserwartung nicht über 1,60 Euro
Am europäischen Terminmarkt erwartet man derzeit bis zur Jahresmitte 2015 nur eine langsame Preiserholung bis auf knapp 1,60 Euro. Damit würden die Schweinepreise jedoch weiterhin recht deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre liegen. Diese Preis-Erwartung wird auch durch die Angebotsprogose der Kommission gestützt. Für das Jahr 2015 erwartet die EU-Kommission (trotz der niedrigen Preise) nämlich einen weiteren Zuwachs des europäischen Schweineangebots. Allerdings soll auch der wegen der Russlandkrise geschrumpfte Export wieder wachsen und auch der Verbrauch am Binnenmarkt dürfte wegen der gefallenen Preise nochmals etwas zunehmen.
 
Produktion wächst, Export ebenfalls
Die Produktion (Bruttoeigenerzeugung) von Schlachtschweinen wächst im Jahr 2015 nach den Berechnungen der Kommission um rund 1,0 %. Zu dieser Einschätzung kommt die EU-Kommission auf der Grundlage der im Frühjahr 2015 aktualisierten Produktions- und Angebotsdaten für das Jahr 2015. Damit sind jedoch die Aussichten auf eine Marktentlastung (und Preiserholung) von der Angebotsseite nicht besonders hoch. Von der Nachfrageseite rechnet die Kommission für 2015 allerdings mit einer Verbesserung der Exportmöglichkeiten. Derzeit geht man für 2015 von einem Wachstum der europäischen Ausfuhren (auch wegen des schwachen Euros) von etwa 5,0 % aus.
 
Druck aus den Nachbarländern größer
Gleichzeitig soll auch der Verbrauch am Binnenmarkt infolge der deutlich gefallenden Preise für Schweinefleisch zunehmen. Hier rechnet die Kommission für 2015 mit einem Verbrauchzuwachs von 0,9 %. Nach den Daten der Kommission ist der Verbrauch am Binnenmarkt allerdings schon 2014 um 3,0 % gestiegen und hat den rückläufigen Export etwas ausgeglichen. Vor allem in den mit dem deutschen Schweinemarkt eng vernetzten Ländern mit großen Produktions- und Exportüberschüssen wächst die Produktion auch 2015 und damit wohl auch der Druck auf den deutschen Markt. So geht die Kommission 2015 unter anderem für Dänemark (+2,5 %), Belgien (+2,5 %), die Niederlande (+0,6 %) und Polen (+3,3 %) von wachsenden Produktionsmengen (Bruttoeigenerzeugung) aus. Für Deutschland wird 2015 ebenfalls ein moderater Anstieg der Produktion von 0,2% erwartet.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
Eine Prognose zur Entwicklung am deutschen und europäischen Schweinmarkt im Jahr 2015 finden Sie in der April-Ausgabe des Agrarmanagers
 
 
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