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Analyse

Schwein: Preispotential für den Juni ausgereizt?

von , am
20.06.2014

Für einen kleinen Preisanstieg hat der zusätzliche Nachfrageschub im Gefolge der Fußballweltmeisterschaft offenbar ausgereicht.

Greenpeace will die Schweinehaltung in Deutschland verbieten lassen. Ein sogenanntes Rechtsgutachten der Umweltschützer soll dabei helfen. © landpixel
 
Für einen kleinen Preisanstieg hat der zusätzliche Nachfrageschub im Gefolge der Fußballweltmeisterschaft offenbar ausgereicht. Mehr als ein Aufschlag von 3 Ct war diese Woche offenbar nicht drin. Erneut unterbricht ein Feiertag (Fronleichnam) in einer ganzen Reihe von Bundesländern die Schlachtwoche und erschwert damit die Vermarktung und wohl auch die Durchsetzung höherer Preise. Bereits in der letzten Woche hatte ein Feiertag (Pfingstmontag) die Schlachtwoche (und damit die Absatzmöglichkeiten) um einen Tag reduziert, so dass das verfügbare Angebot auf nur 4 Tage verteilt musste. Das Wetter ist zum Ende der Woche bis Mitte der nächsten Woche zumindest in Nord-, Ost und Westdeutschland eher kühl und regnerisch und animiert wohl auch die Fußballfans nicht unbedingt aber zu Grillen. Am Terminmarkt geht man für den Juni erst einmal nicht von einem weiteren Anstieg der Preise aus sondern eher von einer leichten Korrektur nach unten.
 
VEZG-Preis legt diese Woche um 3 Ct zu
An diesem Mittwoch (18.06) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (25.06) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine mit 1,74 Euro/kg SG festgelegt und damit 3 Ct höher als in der Woche zuvor. Die Preise bewegten sich in einer relativ großen Spanne von 1,71 Euro bis 1,76 Euro/kg SG. Auf der ISN-Auktion am Montag (26.06) waren die Preise für die dort gehandelten Schweine ebenfalls um 3 Ct angestiegen. Einen Preisaufschlag von 2 Ct gab es an diesem Mittwoch (18.06) bei VEZG -Preis für Schlachtsauen auf 1,34 Ct/kg SG. Die Preisspanne liegt zwischen 1,32 Euro und 1,35 Euro/kg SG.
 
Schlachtung wegen Feiertag kleiner
Die Zahl der geschlachteten Schweine hat in der vorigen, um einen Tag kürzeren Schlachtwoche (bis 15. Juni, wieder abgenommen. Mit insgesamt 867.622 geschlachteten Schweinen wurden 12 % weniger Schweine abgerechnet wie in der vorigen Woche (985.993) jedoch 1 % mehr Schweine, wie in der ebenfalls um einen Tag kürzen Woche davor (858.845). Gleichzeitig verfehlt die aktuelle Schlachtmenge den Wert aus dem Vorjahr um rund 7,6 %. In der Summe der ersten 24 Wochen des aktuellen Kalenderjahres 2014 liegt die Zahl der geschlachteten Schweine jedoch nur 0,8 % unter der Rekordschlachtung aus dem Jahr 2013. Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm in der letzten Woche (bis 15. Juni) um 13 % auf 14,783 Tiere ab.
 
Auszahlungspreise legen weiter zu
Der von den Schlachtunternehmen in der letzten Abrechnungswoche bis zum 15. Juni durchschnittlich ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse E lag bei 1,72 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse S wurden den Landwirten 1,76 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 08.06) haben die Auszahlungspreise für Schachtschweine damit um jeweils 2 Ct zugelegt. Schlachtsauen (M) wurden in der letzten Schlachtwoche bis zum 15. Juni mit 1,36 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu 1 Ct höheren Preisen.
 
Terminmarkt vorne schwächer, hinten fester
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) haben die Kontraktpreise für Schlachtschweine im Vergleich zur Vorwoche für die vorderen Termine (Juni) wieder nachgegeben. Der Junikontrakt wurde am Mittwoch (11.06) mit knapp 1,71 Euro/kg gehandelt und damit 1 Ct niedriger als in der Vorwoche und 3 Ct unter dem aktuellen Niveau der VEZG-Notierung. Für den Juli lagen die Preiserwartungen an der Eurex bei 1,75 Euro/kg und damit eben so hoch wie in der letzten Woche. Der Augustkontrakt wurde am Mittwoch am Terminmarkt mit knapp 1,78 Euro/kg SG gehandelt und damit 2 Ct über dem Vorwochenpreis. Im August soll die Preisspitze in diesem Jahr erreicht sein.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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