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Analyse

Schwein: Scharfer Einbruch der Exporte

von , am
22.05.2014

Der Export von Schweinefleisch aus der Europäischen Union in Drittländer ist im ersten Quartal des Jahres 2014 um 9 % eingebrochen.

© Mühlhausen/landpixel
Der Export von Schweinefleisch aus der Europäischen Union in Drittländer ist im ersten Quartal des Jahres 2014 um 9 % eingebrochen. Deutschland hat sogar 18 % weniger Schweinefleisch in Drittländer exportiert. Ursache für diesen Rückgang ist vor allem das russische Importverbot für die Europäer wegen der afrikanischen Schweinepest in einigen osteuropäischen Ländern. Russland war 2013 für die Europäer noch vor China, Honkong und Japan der wichtigste Exportmarkt für Schweinefleisch aus der EU. Rund 24 % aller europäischen Drittlandesporte gingen im letzten Jahr nach Russland, 21 % nach China, 12 % nach Hongkong und etwa 7 % nach Japan.
 
Aufhebung des Importstopps möglich
Die EU hat wegen des Importstopps Anfang 2014 vor der WTO geklagt. Die russische Veterinärbehörde Rosselkhoznadzor hat am 15. Mai eine mögliche Aufhebung des Verbots für einige europäische Länder nach einer bilateralen Prüfung der Ausfuhrbedingungen in Aussicht gestellt. In Russland selbst sind die Preise für Schweine und Schweinefleisch nach dem Ausbleiben der europäischen Lieferungen auf neue Rekordmarken geklettert. Russland importiert normalerweise 25 % bis 30 % der gesamten Verbrauchsmenge bei Schweinefleisch. Von diesen Importen kam in den letzten Jahren etwa die Hälfte aus der EU.
 
Fast stabile Exporte nach China
Der mit Abstand wichtigste Exportmarkt für Schweinefleisch war wegen des russischen Einfuhrstopps im ersten Quartal 2104 China. Im ersten Quartal 2014 haben die Ausfuhren nach China ganz leicht um 2 % abgenommen. Im letzten Jahr (2013) hatten die europäischen Exporte nach China allerdings um 13 % kräftig zugenommen. Der chinesische Anteil an allen europäischen Schweinefleischausfuhren lag im ersten Quartal 2014 bei etwa 26 (!!) %. Die Nummer zwei unter den wichtigsten Abnehmern ist weiterhin Honkong, mit einem Zuwachs bei den Ausfuhren von 14 % und einem Anteil an den Gesamtausfuhren von ebenfalls 14 %.
 
Japan und Südkorea kaufen mehr
Kräftig um 19 % gewachsen ist auch der Export nach Japan. Auf die Japaner entfallen 10 % der europäischen Ausfuhren Den stärksten Zuwachs gegenüber dem Vorjahr verzeichnen mit ein 91 % Südkorea und mit 69 % die Philippinen, als weitere wichtige asiatischer Absatzmärkte mit einem Handelanteil von jeweils etwa 7 %. Weitere Exportländer mit starken Zuwächsen waren im ersten Quartal die USA mit 22 % und Angola mit 20 %.
 
Starker Einbruch nach Russland und in die Ukraine
Dramatisch eingebrochen ist im ersten Quartal der europäische Export nach Russland, aber auch in die Ukraine und nach Weißrussland. Der russische Anteil an allen europäischen Schweinefleischausfuhren ging im ersten Quartal 2014 um 71 (!!) zurück. Wegen der noch im Januar möglichen Lieferungen gingen immerhin insgesamt 7 % der gesamten Ausfuhrmenge nach Russland. Deutlich um 52 % eingebrochen sind auch die Lieferungen in Ukraine und der Rückgang der Exporte nach Weißrussland beträgt 74 %. Damit kommt die Ukraine auf einen Anteil an den Gesamtausfuhren von 2 % und Weißrussland von knapp 1 %
 
Deutscher Export bricht um 18 % ein
Größter Schweinefleischexporteur der Europäischen Union war auch im ersten Quartal 2014 Deutschland vor Dänemark. Dabei ging der deutsche Export gegenüber dem Vorjahr jedoch drastisch um 18 % zurück, während die dänischen Ausfuhren nahezu unverändert blieben. Der deutsche Anteil an den europäischen Gesamtexporten lag dennoch bei knapp 23 %. Der Anteil der Exporte Dänemarks an den Gesamtausfuhren lag bei 20 %, Spanien kommt auf 12 %, die Niederlande auf 9 %, Frankreich auf 8 % und Polen liegt bei 7 %. Im letzten Jahr (2013) gingen etwa Viertel aller deutschen Schweinefleischausfuhren in Drittländer, während drei Viertel der Menge in andere EU-Staaten verkauft wurde. Auf Russland entfielen 2013 etwa 4 % der deutschen Gesamtexporte und damit weniger als nach China (7 %) oder Honkong (4,3 %). Der Anteil Russlands an allen deutschen Drittlandsexporten lag allerdings bei etwa 17 %.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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