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Analyse

Schwein: Schlachtung nimmt zu, Terminmarkt pessimistisch

von , am
21.08.2014

Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) rechnet man mittlerweile nicht einmal mehr im September mit einem Anstieg der Schweinepreise.

© Mühlhausen/landpixel
In der dritten Augustwoche nahm die Zahl der geschlachteten Schweine in Deutschland nochmals zu und erreichte den höchsten Stand seit Anfang Juni und damit seit 11 Wochen. Trotz der vermeintlich sehr schwachen Nachfrage ist der Markt (auf diesem niedrigen Preisniveau) offenbar aufnahmefähiger als gedacht. Die Schweinepreise verharren hingegen auf dem sehr niedrigen Niveau der letzten vier Wochen. Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) rechnet man mittlerweile nicht einmal mehr im September mit einem Anstieg der Schweinepreise. Im Vergleich zur Vorwoche rutschte der Septemberkontrakt um 7 Ct nach bis auf das aktuelle Niveau des VEZG-Preises nach unten.
 
Schweinepreise (VEZG) bleiben unverändert
Am Mittwoch (20.08) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (27.08) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine die vierte Woche hintereinander unverändert bei 1,63 Euro/kg SG belassen. Die Preise weisen keine Spanne mehr auf und liegen durchweg bei 1,63 Euro/kg. Am Dienstag (19.08) hatten sich die Schweinepreise auf der Internetversteigerung der ISN ebenfalls nicht verändert und lagen bei 1,66 Euro rund 3 Ct über dem VEZ-Preis. Diesmal konnten nur 7 % der auf der ISN-Auktion angebotenen Schweine nicht verkauft werden.
 
Schlachtung auf höchsten Stand seit 11 Wochen
Die Zahl der geschlachteten Schweine nahm in der Schlachtwoche bis 17. August nochmals zu und erreichte damit den höchsten Stand seit Angang Juni und damit seit 11 Wochen. Mit insgesamt 950.994 geschlachteten Schweinen wurden knapp 2 % mehr Schweine abgerechnet wie in der Woche zuvor (935.342). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge knapp 8 % größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche. In der Summe der ersten 33 Wochen des aktuellen Kalenderjahres 2014 (Januar bis 17. August) ist die Zahl der bis dahin geschlachteten Schweine jetzt nur noch 0,4 % kleiner als die Rekordschlachtung aus dem Jahr 2013. Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm in der letzten Woche (bis 17. August) um 4 % auf 17.842 Tiere zu.
 
Schweinepreise deutlich niedriger als 2013
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 17. August durchschnittlich ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse E lag bei 1,63 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse S wurden den Landwirten 1,68 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 10.08) waren die Auszahlungspreise für Schachtschweine der Hkl. S unverändert und der Hkl. E unverändert. Gegenüber dem Vorjahr waren die Schweinepreise zum letzten Abrechnungstermin (17. August 2014) rund 21 Ct niedriger und das Niveau von 2012 wurde um 16 Ct verfehlt. Im letzten Jahr (2013) sind die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,83 Euro und bis auf 1,87 Euro/kg gestiegen. Schlachtsauen (M) wurden in der Schlachtwoche bis zum 17. August 2014 mit 1,33 Euro/kg SG abgerechnet und damit 1 Ct teurer als in der Vorwoche.
 
Preise am Terminmarkt brechen ein
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) haben sich die Kontraktpreise für Schlachtschweine im Vergleich zur Vorwoche für den auslaufenden vorderen August-Termin nicht weiter verändert. Am Mittwoch (20.08) wurde der Augustkontrakt mit 1,63 Euro/kg gehandelt und damit auf dem Niveau der aktuellen VEZG-Notierung und ebenso teuer wie in der letzten Woche. Gleichzeitig wurde der Septemberkontrakt am Mittwoch am Terminmarkt ebenfalls mit 1,63 notiert und damit 7 Ct niedriger als in der Vorwoche (1,70) und damit ebenfalls nur noch auf dem auf dem Niveau des VEZG-Preises. Der Oktobertermin beendete den Handel am Mittwoch bei 1,65 Euro/kg SG und damit 4 Ct unter dem Niveau der Vorwoche (1,69 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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