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Analyse

Schwein: Schlachtung wie Vorjahr, Preise mit Luft nach oben

von , am
23.01.2014

In den ersten drei Januarwochen war die Zahl der geschlachteten Schweine in Deutschland nicht wesentlich kleiner als im letzten Jahr. Allerdings waren die Preise Anfang 2014 deutlich niedriger.

© Mühlhausen/landpixel
 
In den ersten drei Januarwochen war die Zahl der geschlachteten Schweine in Deutschland nicht wesentlich kleiner als im letzten Jahr. Allerdings waren die Preise Anfang 2014 deutlich (rund 10 Ct) niedriger als Anfang 2013. Gerade einmal 1 Prozent weniger Schlachtschweine (2,43 Mio. Tiere) rechneten die meldepflichtigen Schlachtbetriebe in den ersten drei Wochen des Jahres 2014 ab. Das war angesichts der relativ stabilen Bestandsdaten (Viehzählung November 2013) eigentlich auch nicht anders zu erwarten. Ab der dritten Januarwoche wurde die Vorjahresschlachtung (2013) sogar übertroffen. Im Vergleich zum Januar 2012 ist die abgerechnete Schlachtmenge der ersten drei Wochen rund 2,3 % größer, gegenüber dem Januar 2011 beträgt der Zuwachs sogar 15 % .
 
Rekordschlachtungen im letzten Jahr (2013)
Den Dezember 2013 hatten die meldepflichtigen Schlachtbetriebe in Deutschland ebenfalls mit einer deutlich über dem Vorjahr liegenden Schlachtung beendet. Immerhin  6 % Prozent mehr Schweine schlachteten die deutschen Unternehmen im Dezember 2013 und auch im davor liegenden  Zeittraum September bis November 2013 betrug der Zuwachs bei der Schlachtung 4 % bis 5 %. Im gesamten Jahr 2013 wurden nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in Deutschland rund 3,7 % mehr Schweine geschlachtet als im Jahr 2012 und im Vergleich zur Schlachtung im Jahr 2011 beträgt der Zuwachs sogar 10 %.
 
Preise Anfang 2013 waren höher – bei gleichem Angebot
Trotz des keineswegs kleinen Angebots in Deutschland sind die Preise in den ersten drei Januarwochen ganz leicht von 1,54 Euro auf 1,56 Euro /kg SG gestiegen. Ursache dürfte der offenbar zu starke Preisrückgang im Dezember gewesen sein, wo die Schweinepreise mit dem großen Angebot sehr kräftig von 1,71 Euro bis auf 1,55 Euro gefallen waren. Im Jahr 2013 lagen die Preise Anfang Januar - bei einem ähnlich großen Angebot - immerhin bei 1,68 Euro bis 1,70 Euro und damit deutlich höher als in diesem Jahr. Dieses Niveau  könnte auch für die aktuellen Preise die Zielgröße sein, wie auch der Preis-Aufschlag (+ 7 Ct) der aktuellen ISN-Auktion aus dieser Woche deutlich macht.
 
Terminmarkt erwartet ebenfalls Preisanstieg
Am Terminmarkt erwartet man derzeit ebenfalls eine Preiserholung. An der Eurex liegen die Kontraktpreise für den Februar jetzt bei 1,62 Euro und damit 6 Ct höher als die Marktpreise der aktuellen Woche (bzw. 9 Ct über dem Januarkontrakt) jedoch weiterhin unter den Vorjahrespreisen (1,68 Euro  bis 1,70 Euro). Im letzten Jahr pendelten die Schweinepreise allerdings bis in den April hinein um die Marke von 1,70 Euro und gaben dann wegen der sich deutlich verspätenden Grillsaison im Mai sogar noch einmal unter 1,70 Euro nach. Im Spätsommer und im Früherbst erreichte der Schweinepreis 2013  dann sogar die Marke von 1,95 Euro. Davon geht man am Terminmarkt für dieses Jahr aber nicht aus sondern erwartet zur Jahresmitte 2014 gerade einmal 1,75 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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