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Analyse

Schwein: Schweinepreise brechen kräftig ein

von , am
10.07.2014

In der zweiten Juliwoche bestätigen sich die Befürchtungen einer sehr deutlichen Preiskorrektur am Schweinemarkt

© Massonforstock/fotolia
 
In der zweiten Juliwoche bestätigen sich die Befürchtungen einer sehr deutlichen Preiskorrektur am Schweinemarkt. Um 8 Ct wurde  der VEZG-Preis für Schlachtschweine am Mittwoch nach unten gesetzt. Ob diese scharfe Korrektur den Markt wieder ins Gleichgewicht bringt ist noch nicht sicher. Die Probleme am Schweinemarkt kommen derzeit jedenfalls weniger von einem zu großen Angebot. Zumindest haben die Schlachtunternehmen ihre Produktion zuletzt nicht gedrosselt, wie die relativ stabilen Schlachtzahlen der letzten drei Wochen zeigen. Ursache dürfte vielmehr der offenbar deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibenden Fleischabsatz (Grillwetter) und vor allem die rückläufigen Verkaufserlöse der Schlachter sein. Am Terminmarkt haben die Kontraktpreise für den Juli und August weiter nachgegeben liegen jedoch über dem Niveau des aktuellen VEZG-Preises.
 
Schweinepreise brechen ein
Am Mittwoch (09.07) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (16.07) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine um 8 Ct auf 1,67 Euro/kg SG deutlich nach unten korrigiert. Die Preise bewegten sich in einer Spanne von 1,66 Euro bis 1,72 Euro/kg SG. Keine Preisveränderung gab es am Mittwoch (09.07) beim VEZG -Preis für Schlachtsauen  mit 1,36 Ct/kg SG. Die Preisspanne für Sauen lag ebenfalls unverändert zwischen 1,36 Euro und 1,37 Euro/kg SG. Am Montag (07.07) hatten die Schweinepreise auf der Internetversteigerung der ISN bereits um 7 Ct nachgegeben. Außerdem wurden zwei Drittel der auf der ISN-Auktion angebotenen Schweine wegen der zu hohen Preisforderungen nicht verkauft.
 
Kein Rückgang der Schlachtung (Nachfrage)
Die Zahl der geschlachteten Schweine blieb in der letzten vorliegenden Schlachtwoche bis 06. Juli die dritte Woche hintereinander nahezu stabil. Mit insgesamt 892.853 geschlachteten Schweinen wurden fast ebenso viele Schweine abgerechnet wie in der Woche zuvor (895.171). Gleichzeitig erreichte die aktuelle Schlachtmenge (wie auch in den beiden Vorwochen) fast exakt den vergleichbaren Wert aus dem Vorjahr und entspricht damit in etwa auch der saisonal üblichen Schlachtmenge. In der Summe der ersten 27 Wochen des aktuellen Kalenderjahres 2014 (Januar bis Anfang Juli) ist die Zahl der bis dahin geschlachteten Schweine nur 0,8 % niedriger als die Rekordschlachtung aus dem Jahr 2013. Die Zahl der geschlachteten Sauen ging in der letzten Woche (bis 07. Juli) leicht um 4 % auf 16.831 Tiere zurück.
 
Auszahlungspreise bis Anfang Juli stabil
Der von den Schlachtunternehmen in der letzten Abrechnungswoche bis zum 06. Juli durchschnittlich ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse E lag bei 1,77 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse S wurden den Landwirten 1,81 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 29.06) waren die Auszahlungspreise für Schachtschweine der Hkl. S und E damit unverändert. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Schweinepreise zum letzten Abrechnungstermin (09. Juli 2014) rund 9 Ct höher und gegenüber dem Niveau von 2012 waren die Preise sogar 15 Ct höher. Im letzten Jahr (2013) sind die Schweinepreise dann  jedoch bis Ende Juli auf 1,82 Euro und bis Anfang September sogar auf 1,95 Euro/kg gestiegen. Schlachtsauen (M) wurden in der letzten Schlachtwoche bis zum 06. Juli mit 1,40 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu 1 Ct höheren Preisen.
 
Terminmarkt erwartet moderate Erholung
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) haben die Kontraktpreise für Schlachtschweine im Vergleich zur Vorwoche für die beiden vorderen Termin (Juli) am Mittwoch nachgegeben. Der Julikontrakt wurde am Mittwoch (09.07) mit 1,70 Euro/kg gehandelt und damit 5 Ct niedriger als in der Vorwoche, jedoch 3 Ct über dem Niveau der letzten VEZG-Notierung. Der Augustkontrakt wurde am Mittwoch am Terminmarkt mit 1,73 Euro/kg SG gehandelt und damit 5 Ct unter dem Vorwochenpreis, jedoch etwa 6 Ct über dem aktuelle Niveau des VEZ-Preis.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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