Login
Analyse

Schweine: Markt wie festgenagelt, Preisanstieg möglich

von , am
15.05.2014

Weder für den saisonal typischen Preisanstieg, noch für eine Korrektur der Preise nach unten lieferte der Markt ausreichend Gründe.

© Massonforstock/fotolia
 
Die Verhältnisse am Schweinemarkt sind unverändert. Weder für den saisonal typischen Preisanstieg, noch für eine Korrektur der Preise nach unten  lieferte der Markt ausreichend Gründe. Dabei hat die Schlachtung bereits letzte Woche wieder kräftig zugenommen, der Markt nahm das größere Angebot jedoch ohne erkennbare Probleme auf. Dennoch reicht die Nachfrage eben nicht aus, um höhere Preise durchzusetzen, denn insbesondere der Absatz von Grillfleisch ist weiter schleppend und hält die Preise zunächst einmal unten. Daran hat sich auch in dieser Woche nichts geändert und bis zum Wochenende bleibt dies wohl auch so. Für die kommende Woche gibt es jedoch Hoffnung auf einen stärkeren Nachfrageschub. Glaubt man den aktuellen Wetterprognosen, könnten die Temperaturen nächste Woche in etlichen Regionen über 25 Grad Celsius steigen und dann endlich auch die Preise mit nach oben ziehen. Vorausgesetzt das Angebot wird nächste Woche nicht zu groß. Diese Woche (14. Mai) blieb der VEZG-Preis für Schlachtschweine jedenfalls noch einmal unverändert stehen.
 
Schweinepreise seitwärts, Preisrutsch bei Sauen
Am Mittwoch (14.05) blieb der bis zum nächsten Mittwoch (21.05) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine unverändert bei 1,60 Euro/kg SG, in einer Spanne von 1,60 Euro bis 1,63 Euro/kg SG. Bereits in den beiden Vorwochen hatte sich die Notierung nicht verändert. Auf der letzten ISN-Auktion am Montag (12.05) waren die Preise für die dort gehandelten Schweine sogar leicht um 2 Ct zurückgegangen. Sehr kräftig nach unten korrigiert wurde diesen Mittwoch (14.05) indessen der VEZG -Preis für Schlachtsauen. Mit einem Abschlag von 6 Ct rutschte die Sauenpreise bis auf 1,32 Ct/kg SG nach unten. Die Preisspanne ist allerdings überraschend groß und reicht von 1,28 bis 1,38 Euro/kg SG.
 
Mehr Schweine und deutlich mehr Sauen geschlachtet
Die Zahl der geschlachteten Schweine hat in der vorigen, nicht durch einen Feiertag unterbrochenen Schlachtwoche (bis 11. Mai), kräftig zugenommen. Mit insgesamt 902.022 geschlachteten Schweinen wurden 10 % mehr Schweine abgerechnet wie in der Woche zuvor (817.228). In den drei Wochen zuvor gab es feiertagsbedingt jeweils einen Schachttag weniger (Karfreitag, Ostermontag, 1. Mai). Gleichzeitig übertraf die aktuelle Schlachtmenge den Vorjahreswert um gut 1 %. In der Summe der ersten 19 Wochen (bis 11. Mai) des aktuellen Kalenderjahres 2014, erreicht die Zahl der geschlachteten Schweine jedoch weiterhin das Niveau der Rekordschlachtung aus dem Jahr 2013. Im Vergleich zum Jahr 2012 ist die Zahl der geschlachteten Schweine 3,0 % größer und gegenüber 2011 beträgt die Mehrschlachtung fast 14 %. Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm letzte Woche (bis 11. Mai) sogar um 22 % auf 19.654 Tiere zu.
 
Schlachter halten Preise stabil
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 11. Mai durchschnittlich ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse E lag bei 1,61 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse S wurden den Landwirten 1,65 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 05.05) sind die Preise damit unverändert geblieben. Vor einem Jahr (2013) gingen die Schweinepreise zum aktuellen Termin um 2 Ct auf 1,62 Euro/kg SG zurück und vor zwei Jahren (2012) gab der Preis um 3 Ct auf 1,65 Euro/kg SG nach. Schlachtsauen (M) wurden in der Woche bis 11. Mai mit 1,40 Euro/kg SG abgerechnet und damit 2 Ct niedriger wie in der Vorwoche.
 
Terminmarkt für den Mai sehr verhalten
Am Terminmarkt in Frankfurt erwartet man derzeit für den restlichen Mai weiterhin nur noch einen leichten Preisanstieg. Im Vergleich zur Vorwoche sind die Preise an der Eurex für den Mai stabil geblieben. Der Maikontrakt wurde am Mittwoch (14.05) mit knapp 1,63 Euro/kg gehandelt und eben so teuer wie in der Vorwoche und nur 3 Ct über der aktuellen Niveau der VEZG-Notierung. Für den Juni lagen die Preiserwartungen an der Eurex bei knapp 1,68 Euro/kg und eben so hoch wie in der letzten Woche. Der Julikontrakt wurde am Terminmarkt 1 Ct niedriger als vorige Woche mit 1,69 Euro/kg SG gehandelt.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant