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Analyse

Schweine: Markt ohne Impulse, Preise unverändert

von , am
08.05.2014

Nach wie vor stehen sich Angebot und Nachfrage offenbar einigermaßen ausgeglichen gegenüber.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die aktuelle nicht durch Feiertage unterbrochene Schlachtwoche bringt nicht wirklich eine Veränderung der Marktverhältnisse. Nach wie vor stehen sich Angebot und Nachfrage einigermaßen ausgeglichen gegenüber. Höheren Schweinepreisen haben sich die Schlachtunternehmen zuletzt mit dem Hinweis auf die witterungsbedingt sehr verhaltene Grillfleischnachfrage und mögliche Hauspreise widersetzt. Auch für die nächsten Tage sieht es erst einmal nicht nach einer durchgreifenden Wetterbesserung und damit auch nicht nach einer spürbaren Belebung der Nachfrage bzw. des Absatzes aus. Somit scheint der am Mittwoch (07.05) unverändert gebliebene VEZG-Preis die derzeitigen Marktverhältnisse auch widerzuspiegeln.
 
Preise bewegen sich seitwärts
Am Mittwoch (07.05) blieb der bis zum nächsten Mittwoch (14.05) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine unverändert bei 1,60 Euro/kg SG, allerdings in einer relativ großen Spanne von 1,60 Euro bis 1,65 Euro/kg SG. Auch in der Vorwoche hatte sich die Notierung schon nicht verändert. Der leichte Aufschlag von vor zwei Wochen war zudem nicht überall umgesetzt worden, wie die Abrechnung der Schlachtschweinepreise gezeigt hat. Auf der letzten ISN-Auktion am Montag (05.05) waren die Preise für die dort gehandelten Schweine sogar leicht um 2 Ct gestiegen. Auch der VEZG -Preis für Schlachtsauen wurde diese Woche mit 1,38 Ct/kg SG frei Eingang Schlachtstätte nicht verändert.
 
Schlachtung letzte Woche auf Rekordtief
Die Zahl der geschlachteten Schweine hat in der letzten um einen Tag reduzierten Schlachtwoche (bis 05. Mai) kräftig abgenommen und ist auf den tiefsten Stand des Jahres gefallen. Mit insgesamt 817.228 geschlachteten Schweinen wurden 8 % weniger Tiere abgerechnet wie in der Woche zuvor (888.303). Das ist die kleinste wöchentliche Schlachtmenge des Jahres und lässt durchaus auf eine relativ verhaltenene Nachfrage der Schlachtereien schließen. In letzten drei Wochen gab es feiertagsbedingt jeweils einen Schachttag weniger (Karfreitag, Ostermontag, 1. Mai). Gleichzeitig verfehlt die aktuelle Schlachtmenge den ebenfalls sehr niedrigen Vorjahreswert um rund 4 %. In der Summe der ersten 18 Wochen des aktuellen Kalenderjahres 2014 erreichen die Schlachtzahlen jedoch weiterhin das Niveau der Rekordschlachtung aus dem Jahr 2013. Im Vergleich zum Jahr 2012 ist die Zahl der geschlachteten Schweine gut 4,0 % größer und gegenüber 2011 beträgt die Mehrschlachtung fast 14 %.
 
Schlachter haben etwas mehr gezahlt
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 04. Mai durchschnittlich ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse E lag bei 1,61 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse S wurden den Landwirten 1,65 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 27.04) sind die Preise damit um jeweils 1 Ct angestiegen. Vor einem Jahr (2013) gingen die Schweinepreise zum aktuellen Termin allerdings um 5 Ct auf 1,64 Euro/kg SG zurück und vor zwei Jahren (2012) gab der Preis um 2 Ct auf 1,68 Euro/kg SG nach. Schlachtsauen (M) wurden in der Woche bis 04. Mai mit 1,42 Euro/kg SG abgerechnet und damit 1 Ct teurer wie in der Vorwoche.
 
Terminmarkt erwartet nur moderaten Preisanstieg
Am Terminmarkt in Frankfurt erwartet man vor dem Hintergrund der aktuellen Marktsituation für den restlichen Mai nur noch einen sehr moderaten leichten Preisanstieg. Für den Mai sind die Schweinepreise an der Eurex im Vergleich zur Vorwoche zurückgegangen. Der Maikontrakt wurde am Mittwoch (07.05) mit knapp 1,63 Euro/kg gehandelt und damit 3 Ct niedriger als in der Vorwoche und nur 3 Ct über dem aktuellen Niveau der VEZG-Notierung. Für den Juni lagen die Preiserwartungen an der Eurex bei knapp 1,68 Euro/kg und damit 1 Ct niedriger wie in der letzten Woche. Der Julikontrakt wurde am Terminmarkt 1 Ct teurer als vorige Woche mit 1,70 Euro/kg SG gehandelt.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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