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Analyse

Schweine: Markt tut sich schwer, Preise seitwärts

von , am
02.05.2014

Drei Wochen hintereinander haben Feiertage für eine reduzierte Schlachtung und ein offenbar relativ ausgeglichenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage gesorgt.

© Mühlhausen/landpixel
 
Drei Wochen hintereinander haben Feiertage für eine reduzierte Schlachtung und ein offenbar relativ ausgeglichenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage gesorgt. Nachdem der VEZG-Preis jedoch in der Woche unmittelbar nach Ostern noch moderat zulegte, blieben die Preise kurz vor dem Monatswechsel unverändert. Ohnehin wurde der leichte Preisanstieg nach Ostern nicht von allen Schlachtunternehmen akzeptiert und umgesetzt. Betrachtet man nämlich die offiziellen Abrechnungspreise der letzten Woche (BLE), gaben die Auszahlungspreise der Schlachter sogar leicht um 1 Ct nach.
 
Preise behaupten sich
Am Mittwoch (30.04) blieb der VEZG-Preis unverändert bei 1,60 Euro/kg SG. In der Vorwoche war die Notierung leicht um 2 Ct gestiegen. Offenbar haben viele Schlachter den Preisanstieg jedoch gar nicht umgesetzt, wie die Abrechnung der BLE für die Woche bis 27. April zeigt. Im Gegenteil, die Auszahlungspreise gingen sogar leicht um 1 Ct zurück. Am Terminmarkt in Frankfurt erwartet man für den Mai jedoch eine (witterungsbedingte) Nachfragebelebung und höhere Preise. Der VEZG -Preis für Schlachtsauen wurde diese Woche erneut unverändert mit 1,38 Ct/kg SG frei Eingang Schlachtstätte fortgeschrieben.
 
Schlachtung nimmt wieder zu
Die Zahl der geschlachteten Schweine nahm in der letzten vollen Aprilwoche (bis 27. April) wieder zu. Mit insgesamt 888.303 geschlachteten Schweinen wurden 4 % mehr Tiere abgerechnet wie in der Woche zuvor (852.213). In beiden Wochen gab es feiertagsbedingt einen Schachttag weniger (Karfreitag und Ostermontag). Gleichzeitig verfehlt die aktuelle Schlachtmenge den vergleichbaren Vorjahreswert (wegen des fehlenden Schlachttages) um rund 7,6 %. In den ersten 17 Wochen des aktuellen Kalenderjahres 2014 erreichen die Schlachtzahlen jedoch das Niveau der Rekordschlachtung aus dem Jahr 2013. Im Vergleich zum Jahr 2012 ist die Zahl der geschlachteten Schweine gut 4,0 % größer und gegenüber 2011 beträgt die Mehrschlachtung fast 15 %.
 
Schlachter haben etwas weniger gezahlt
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 27. April durchschnittlich ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse E lag bei 1,60 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse S wurden den Landwirten 1,64 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 20.04) sind die Preise damit um jeweils 1 Ct zurückgegangen. Am letzten Mittwoch (30.04) wurde der bis nächsten Mittwoch (07.05) geltende VEZG-Preis mit 1,60 Euro/kg SG nicht verändert. Vor einem Jahr (2013) gingen die Schweinepreise zum aktuellen Termin um 3 Ct auf 1,69 Euro/kg SG zurück und vor zwei Jahren blieb der Preis zu diesem Zeitpunkt unverändert bei 1,70 Euro/kg. Schlachtsauen (M) wurden in der Woche bis 27. April mit 1,41 Euro/kg SG abgerechnet und damit eben so teuer wie in der Vorwoche. Der VEZG-Preis für Sauen blieb am Mittwoch (30.04) unverändert bei 1,38 Euro/kg SG.
 
Terminmarkt erwartet im Mai Preisanstieg
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) sind die für den Mai erwarteten Schweinepreise im Vergleich zur Vorwoche um 2 Ct zurückgegangen. Der Maikontrakt wurde am Mittwoch Nachmittag (30.04) mit knapp 1,66 Euro/kg gehandelt und damit 2 Ct niedriger als in der Vorwoche, aber 6 Ct über dem aktuellen Niveau der VEZG-Notierung. Für den Juni lagen die Preiserwartungen an der Eurex bei knapp 1,69 Euro/kg und damit genau so hoch wie in der letzten Woche. Der Julikontrakt wurde am Terminmarkt ebenfalls unverändert mit 1,69 Euro/kg SG gehandelt.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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