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Analyse

Schweine: Marktlage bleibt angespannt

von , am
21.02.2014

Am Schweinemarkt bleibt die Situation zunächst einmal angespannt.

© Massonforstock/fotolia
 
Am Schweinemarkt bleibt die Situation zunächst einmal angespannt. Der Export nach Russland ist weiterhin nicht möglich. Gleichzeitig bewegen sich die Schlachtzahlen in Deutschland auf unverändert hohem Niveau. Damit ist auch eine Marktentlastung und Preiserholung erst einmal nicht Sicht. Auch in anderen europäischen Ländern führen die Exportprobleme zu einem größeren Angebot am Binnenmarkt und zur mehr Preisdruck. Damit wird auch die Ausfuhr in andere EU-Länder schwieriger. Diese Konstellation zeigt sich auch in den Preisen die Ende Februar bei gleich großer Schlachtmenge, also einem vergleichbaren Angebot wie im Vorjahr, rund 21 Ct bzw. 12 % niedriger sind als im letzten Jahr. Angesichts der aktuellen Marktlage hat sich auch die Preiserwartung am Terminmarkt weiter verschlechte.
 
Schlachtung auf dem hohen Niveau des Vorjahres
Problematisch für den deutschen Markt und die Stabilität der Preise ist neben den schwierigeren Export weiterhin das große Angebot (Schlachtung) an Schweinen. In den ersten 7 Wochen des Jahres 2014 (und auch im Februar ) war die Zahl der geschlachteten Schweine in Deutschland etwa ähnlich groß wie 2013. Damit werden in Deutschland weiterhin so viele Schweine geschlachtet wie im bisherigen Rekordjahr 2013. Im Vergleich zum Jahr 2012 ist die abgerechnete Schlachtmenge der ersten sieben Wochen des Jahres 2014 sogar gut 6,0 % größer, gegenüber den ersten beiden Monaten des Jahres 2011 beträgt der Zuwachs der Schlachtung sogar 16 %. Das zeigt auch, dass die Schlachter trotz der Absatzprobleme weiterhin voll schlachten und die vorhandenen Kapazitäten auslasten.
 
Preiseerwartungen verschlechtern sich
Im Februar 2014 sind die Schweinepreise von 1,61 Euro/kg bis auf 1,50 Euro gefallen und liegen bereits deutlich unter dem Niveau der letzten beiden Jahre. Im vorigen Jahr bekamen die Mäster Ende Februar für ihre Schweine 1,72 Euro/kg SG und vor zwei Jahren lag der Preis zu diesem Zeitpunkt bei 1,62 Euro/kg. Damit ist das derzeitige Preisniveau 21 Ct oder 12 % niedriger als 2013 und auch 11 Ct niedriger als 2012 als das Angebot erheblich kleiner war. Angesichts der aktuellen Marktlage hat sich die Preiserwartung am Terminmarkt ebenfalls verschlechtert. An der Eurex lagen die Kontraktpreise für den Märztermin zuletzt nur noch bei 1,49 Euro/kg und damit nochmals 1 Ct niedriger und auch unter dem aktuellen Marktpreis. Für den April liegen die Preiserwartung an der Eurex jetzt nur noch bei 1,55 Euro/kg und damit ebenfalls 4 Ct niedriger als in der letzten Woche.
 
Deutschland hat schon 2013 weniger exportiert
Offenbar ging der Drittlandsexport Deutschlands schon im letzten Jahr (2013) zurück. Nach den Daten der EU-Kommission war die deutsche Ausfuhrmenge (Produktgewicht) von Januar bis Dezember 2013 mehr als 6 % kleiner als im Jahr zuvor. Trotz des Rückgangs war Deutschland jedoch deutlich vor Dänemark, Polen und Spanien der mit Abstand größte Drittlandsexporteur der EU und kommt auf einen Anteil von 24 % an allen Ausfuhren. Die Gesamtexporte der EU haben im letzten Jahr ganz leicht um knapp 1 % zugenommen bzw. blieben stabil. Unter anderem haben die Dänen ( + 3 %) und Polen (+ 10) mehr Schweinefleisch in Drittländer exportiert. Dabei kommen die Dänen als Nummer zwei unter den europäischen Exporteuren auf 20 % der Ausfuhren und die Polen als Nummer 3 auf 11%. Die nächsten wichtigen Drittlandexporteure der EU sind Spanien (9 %), die Niederlande ( 8%) und Frankreich (7 %).
 
Ein Viertel der EU-Exporte gingen nach Russland
Nach Russland gingen nach den aktuellen Daten der EU-Kommission ein Viertel (24 %) aller europäischen Drittlandsexporte von Schweinefleisch. Damit waren die Russen 2013 vor China (21,5 %) und deutlich vor Honkong (12,5 %) und Japan ( 7 %) der größte Exportmarkt der Europäer. Gleichzeitig war die russischen Importmenge aus der EU im letzten Jahr relativ stabil, während die Einfuhren Chinas nochmals um 13 % (Vj. + 50 %) zunahmen und die Importe Honkongs ganz leicht um 2 % zulegten. Unverändert blieb hingegen die Importmenge Japans, während die Einfuhren der Ukraine und auch Südkoreas um jeweils ein Viertel und von Weißrussland um 30 % zurückgingen. Ein kräftiges Plus von 38 % weist indessen die Importmenge der Philippinen auf.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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