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Analyse

Schweine: Preisdruck nimmt wieder zu

von , am
20.03.2014

Am Schweinemarkt könnte es mit der Preiserholung schon wieder vorbei sein. Jedenfalls wenn es nach den Schlachtunternehmen geht.

Die Preise werden sich wohl erst zur Grillsaison erholen. © Markus Walti/pixelio.de
 
Am Schweinemarkt könnte es mit der Preiserholung schon wieder vorbei sein. Jedenfalls wenn es nach den Schlachtunternehmen geht. Aus deren Sicht war der Preissprung der Vorwoche deutlich zu hoch. Dabei gibt es neben der überraschend kräftig angesprungenen Grillfleischnachfrage einen weiteren Grund für den jüngsten Preisanstieg. Dies ist ein deutlicher und offenbar angebotsbedingter Rückgang der Schlachtzahlen von mehr als 4 %. Damit wurden in der letzten Woche (bis 16.03), trotz der kräftig anziehenden Nachfrage, so wenig Schweine geschlachtet wie noch nie in diesem Jahr (mit Ausnahme des Jahreswechsels). Sollte dieser angebotsbedingte Produktionsrückgang Bestand haben bzw. sich fortsetzten, dann hätte die Schlachtindustrie wenig Argumente für die angekündigten bzw. geforderten Preisrücknahmen. Außerdem setzt sich das milde und frühlingshafte Wetter erst einmal in vielen Regionen fort und dürfte auch die Grillfleischnachfrage am laufen halten.
 
Schlachter mit vollen Kühlhäusern?
Trotz der eher preisstützenden Eckdaten vom Markt, haben einige Schlachtunternehmen angekündigt, mit ihren Auszahlungspreisen unter der Preisempfehlung der VEZG bleiben zu wollen (Hauspreise). Hintergrund dürften die sehr vollen Kühlhäuser der Schlachter sein, denn in den Wochen vor dem Preisanstieg, wurde trotz der Probleme im Export, weiterhin auf sehr hohem Niveau geschlachtet. Diese relativ preiswert eingelagerte Ware könnte nun auf den Markt drücken. Der Seitens der Abnehmer aufkommende Druck wurde an diesem Mittwoch (29.03.) bereits auf der Internetauktion der ISN erkennbar. Dort haben die Preise für die dort gehandelten Schweine um 3 Ct nachgegeben. Am Terminmarkt blieben die Preiserwartungen für den März und den April hingegen erst einmal unverändert.
 
Schlachtung (Angebot) geht zurück
In der Schlachtwoche bis zum 16. März war die Zahl der in Deutschland geschlachteten Schweine mit rund 932.600 Tieren 4,3% kleiner als in der Woche zuvor (974.000). Gleichzeitig ist dies die kleinste Schlachtmenge in diesem Jahr (außer der ersten Woche zum Jahreswechsel). Die Schlachtmenge der Vorjahreswoche wurde ebenfalls sehr deutlich um knapp 5 % verfehlt und auch die Schweineschlachtung von vor zwei Jahren. Damit fällt die Zahl der geschlachteten Schweine erstmals in diesem Jahr deutlich unter die Vorjahreslinie. In den ersten 11 Wochen des Jahres 2014 war die Zahl der geschlachteten Schweine in Deutschland allerdings nur 0,5 % kleiner wie 2013. Im Vergleich zum Jahr 2012 war die abgerechnete Schlachtmenge der ersten elf Wochen des Jahres 2014 knapp 5,0 % größer und gegenüber dem Jahr 2011 beträgt der Zuwachs der Schlachtung sogar 14 % (!!).
 
Preise am Kassamarkt mit Nachholbedarf
Die von den Schlachtunternehmen in der letzten Woche ausgezahlten Preise für Schweine der Handelsklasse E lagen bei 1,53 Euro/kg SG und für Schweine der Handelsklasse S bei 1,57 Euro/kg SG. Im Vergleich zur Vorwoche war dies ein Preisanstieg von 6 Ct. Der am letzten Freitag (14.03) eigentlich für die jetzt laufende Woche geltende VEZG-Preis war um 13 Ct auf 1,60 Euro/kg SG gestiegen. Vor einem Jahr (2013) bekamen die deutschen Mäster zu diesem Termin für ihre Schweine 1,70 Euro/kg SG und vor zwei Jahren lag der Preis zu diesem Zeitpunkt bei 1,62 Euro/kg. Lediglich vor drei Jahren, im Frühjahr 2011, waren die Schweinepreise mit 1,50 Euro/kg SG noch niedriger.
 
(Noch) Keine Reaktion am Terminmarkt
Am Terminmarkt in Frankfurt /(Eurex) haben sich die Kontraktpreise zur Wochenmitte nicht verändert. Der Märztermin wurde am Mittwoch (18.03) mit 1,58 Euro/kg unverändert gehandelt war aber 3 Ct teurer in der Vorwoche.. Für den April lagen die Preiserwartungen an der Eurex am Mittwoch bei 1,65 Euro/kg und damit ebenfalls unverändert zum Vortag aber 3 Ct höher als in der letzten Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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