Login
Analyse

Schweine: Preiserholung scheint möglich

von , am
07.03.2014

Am Schweinemarkt sind Angebot und Nachfrage derzeit relativ ausgeglichen.

© landpixel
 
Am Schweinemarkt sind Angebot und Nachfrage derzeit relativ ausgeglichen. Das dürfte auch in der Preisentwicklung zum Ausdruck kommen. Allerdings schlachten die deutschen Unternehmen trotz der unverändert bestehenden Exportprobleme weiterhin auf  hohem Niveau. Ein nicht unerheblicher Teil der produzierten Menge dürfte deshalb in die Kühlhäuser wandern. Diese Ware könnte in den nächsten Wochen zu Problemen und erneutem Preisdruck führen, wenn die Grillsaison nicht relativ früh beginnt und die Ware möglichst schnell wieder auf den Markt fließt.
 
Früher Start in die Grillsaison möglich
Derzeit sieht es sogar nach einem raschen Start in die Grillsaison 2014 aus. Für das Wochenende (Sonntag) und die nächste Woche werden frühlingshafte Temperaturen von bis zu 17 Grad Celsius erwartet und könnten der Nachfrage am deutschen Markt einen kräftigen Schub geben. Am Terminmarkt scheint man diese Hoffnung zu teilen, denn dort haben sich die Preise zur Wochenmitte ebenfalls von ihren letzten Tiefständen erholt. Anfang März lagen die Schweinepreise am Kassamarkt allerdings nur bei 1,45 Euro/kg SG und damit so niedrig wie zuletzt vor drei Jahren (im März 2011).
 
Hohe Schlachtung, trotz Absatzproblemen
Im der Schlachtwoche bis zum 2. März war die Zahl der in Deutschland geschlachteten Schweine mit 958.000 Tieren ähnlich groß wie in der Woche zuvor (956.000). Die Schlachtmenge der Vorjahreswoche wurde Anfang März allerdings zum ersten Mal seit 5 Wochen leicht verfehlt. Dennoch bleibt die Zahl der geschlachteten Schweine insgesamt ähnlich groß wie im letzten Jahr. Sowohl im zurückliegenden Monat Februar als auch in den ersten 9 Wochen des Jahres 2014 war die Zahl der geschlachteten Schweine in Deutschland etwa so groß wie 2013. Damit wurden trotz der massiven Absatzprobleme etwas so viele Schweine geschlachtet wie im bisherigen Rekordjahr 2013. Im Vergleich zum Jahr 2012 war die abgerechnete Schlachtmenge der ersten neun Wochen des Jahres 2014 gut 5,0 % größer und gegenüber dem Jahr 2011 beträgt der Zuwachs der Schlachtung sogar 14 %.
 
Schweinepreise 15 Prozent niedriger als 2013
In den letzten 5 Wochen sind die Schweinepreise um 16 Ct bis auf 1,45 Euro gefallen und liegen damit deutlich unter dem Niveau der letzten beiden Jahre. Im Jahr 2013 bekamen die deutschen Mäster Anfang März für ihre Schweine 1,70 Euro/kg SG und vor zwei Jahren lag der Preis zu diesem Zeitpunkt bei 1,62 Euro/kg. Damit ist das derzeitige Preisniveau 25 Ct oder 15 % niedriger als 2013 und 17 Ct niedriger als 2012. Lediglich vor drei Jahren, im Frühjahr 2011, waren die Schweinepreise ähnlich niedrig.
 
Terminmarkt erwartet (leichte) Preiserholung
An der Internetbörse der ISN haben die Schweinepreise am Mittwoch (05.März) ganz leicht um 1 Ct zugelegt und signalisieren damit zumindest eine Stabilisierung des Markes auf dem erreichten Niveau. Allerdings könnte das Wetter am Wochenende und in der nächsten Woche durchaus für einen Nachfrageschub und eine moderate Preiserholung sorgen. Möglicherweise könnte die zusätzliche Nachfrage jedoch aus den Kühlhäusern der Schlachtbetreibe abgedeckt werden, denn dort ist wohl zuletzt ein beträchtlicher Teil der nicht exportierten Mengen gelandet. Trotzdem geht man auch am Terminmarkt von einer moderaten Preiserholung aus. An der Eurex lagen die Kontraktpreise für den Märztermin am Donnerstag (06.03) Nachmittag bei 1,48 Euro/kg und damit knapp 3 Ct höher als am Vortag und in etwa auf dem Niveau der Vorwoche. Der aktuelle Marktpreis wird damit ebenfalls um 3 Ct übertroffen. Für den April liegen die Preiserwartungen an der Eurex bei 1,55 Euro/kg und damit ebenfalls 2 Ct höher als am Vortag und 1 Ct höher als letzte Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant