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Analyse

Schweine: Trendwende am Schweinemarkt

von , am
13.03.2014

Am Schweinemarkt zeichnet sich Mitte März eine sehr deutliche Preiserholung ab.

Am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie wird der Einfluss der Aufruffütterung auf Futterkämpfen geforscht. © Mühlhausen/landpixel
 
Am Schweinemarkt zeichnet sich Mitte März eine kräftige Preiserholung ab. Die Trendwende am Markt wird aber keineswegs durch ein kleiner werdendes Angebot hervorgerufen, denn die Zahl der geschlachteten Schweine ist zuletzt sogar gestiegen. Vielmehr lässt das warme und frühlingshafte Wetter die Nachfrage nach Grillfleisch deutlich früher und stärker anspringen als erwartet und die Schlachtbetriebe schlachten entsprechend mehr. Der kräftige Nachfragschub wurde bereits am Mittwoch bei der Internetauktion der ISN erkennbar als die Preise dort um 11 Ct nach oben schnellten. Auch an die Terminmärkte reagiertem entsprechend und zeigten für den März und den April ebenfalls deutlich steigende Preise. Allerdings kommt es darauf an, wie lange das schöne Wetter und damit auch der aktuelle sehr starke Nachfrageimpuls anhält. Die Schlachtzahlen sind jedenfalls weiterhin hoch und der Markt könnte bei schwächerer Nachfrage  auch schnell wieder drehen.
 
Hohe Schlachtung wird vom Markt aufgenommen
Die Schlachtzahlen und damit auch das verfügbare Angebot sind derzeit nicht gerade klein. In der letzten Schlachtwoche bis zum 9. März war die Zahl der in Deutschland geschlachteten Schweine mit rund 974.000 Tieren sogar 2 % größer als in der Woche zuvor (958.000). Gleichzeitig war dies die größte Schlachtmenge seit Anfang Januar also seit etwa 8 Wochen. Die Schlachtmenge der Vorjahreswoche wurde ebenfalls leicht übertroffen. Sowohl im Februar als auch in den ersten 10 Wochen des Jahres 2014 war die Zahl der geschlachteten Schweine in Deutschland etwa so groß wie 2013. Damit wurden etwa so viele Schweine geschlachtet wie im bisherigen Rekordjahr 2013. Im Vergleich zum Jahr 2012 war die abgerechnete Schlachtmenge der ersten zehn Wochen des Jahres 2014 gut 5,0 % größer und gegenüber dem Jahr 2011 beträgt der Zuwachs der Schlachtung sogar 15 % (!!).
 
Kräftiger Preissprung zu erwarten
Von Anfang Februar bis Anfang März sind die Schweinepreise um 16 Ct bis auf 1,45 Euro gefallen und lagen damit sehr deutlich unter dem Niveau der letzten beiden Jahre. Erst Anfang Märzhaben sich Preise mit der anziehenden Grillfleischnachfrage zunächst leicht auf 1,47 erholt und könnten zur Monatsmitte erstmals wieder deutlich zulegen. Im Jahr 2013 bekamen die deutschen Mäster Mitte März für ihre Schweine 1,70 Euro/kg SG und vor zwei Jahren lag der Preis zu diesem Zeitpunkt bei 1,62 Euro/kg. Lediglich vor drei Jahren, im Frühjahr 2011, waren die Schweinepreise ähnlich niedrig. An der Internetbörse der ISN haben die Schweinepreise am Mittwoch (12. März) sehr kräftig um 11 Ct zugelegt und signalisieren damit einen kräftigen Nachfrageschub und lassen auch für die VEZG-Notierung am Freitag einen sehr deutlichen Anstieg der Preise erwarten. 
 
Terminmarkt mit kräftigen Preisaufschlägen
Am Terminmarkt in Frankfurt /(Eurex) legten die Kontraktpreise vor dem Hintergrund einer spürbaren Nachfragebelebung ebenfalls kräftig zu. Der Märztermin kletterte am Donnerstag (13.03) Nachmittag auf 1,55 Euro/kg und war damit knapp 6 Ct teurer als am Vortag und sogar 9 Ct teurer in der Vorwoche. Für den April lagen die Preiserwartungen an der Eurex am Donnerstag bei 1,62 Euro/kg und waren damit ebenfalls 5 Ct höher als am Vortag und 7 Ct höher als letzte Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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