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Analyse

Schweineangebot bleibt auch Anfang 2015 groß

von , am
17.12.2014

Die Schweinepreise befinden sich auf dem tiefsten Stand seit März 2011. Auch für die nächsten Wochen und Monate sieht es nicht nach einer Marktentlastung von der Angebotsseite aus und damit auch nicht nach einer spürbaren Preiserholung.

In Mecklenburg-Vorpommerm sollen konventionelle Mastschweine als Bioschweine verkauft worden sein. © Mühlhausen/landpixel
Die Schweinepreise befinden sich auf dem tiefsten Stand seit März 2011. Ein wesentlicher Grund ist das über den ursprünglichen Erwartungen liegende Schweineangebot in der Europäischen Union, in Verbindung mit den Problemen beim Export nach Russland. Und auch für die nächsten Wochen und Monate sieht es nicht nach einer Marktentlastung von der Angebotsseite aus und damit auch nicht nach einer spürbaren Preiserholung. Das zeigen jedenfalls die Mitte Dezember aktualisierten Angebotsprognosen der EU-Kommission für den europäischen Schweinemarkt.
 
Schweineproduktion größer als 2013
Auf Basis der aktualisierten Schlachtzahlen und Bestandsdaten aus den EU-Ländern hat die Kommission ihre Produktionsprognosen für die EU Mitte Dezember aktualisiert. Danach geht man jetzt für das Gesamtjahr 2014 von einer Schlachtung/Produktion aus, die mit 248,4 Mio. Schweinen rund 0,6 % größer war als 2013. Im dritten Quartal 2014 wuchs die Produktion gegenüber 2013 sogar um 2,7 % auf 61,86 Mio. geschlachtete Schweine. Im vierten Quartal 2014 rechnet die Kommission mit 64,32 Mio. geschlachteten Schweinen und damit mit einer ähnlich großen Produktion wie im vierten Quartal 2013 (-0,2 %).
 
Europäische Produktion auch 2015 hoch
Auch für die ersten beiden Quartale des Jahres 2015 geht die Kommission derzeit nicht von einer Angebotsentlastung aus. Danach soll die Schlachtmenge im ersten Quartal 2015 mit etwa 62,2 Mio. geschlachteten Schweinen ähnlich groß sein wie 2014 und auch für das zweite Quartal 2015 änderte sich diese Konstellation von der Angebotsseite her nicht. Marktentlastung und Unterstützung für die Preise kann an dieser Stelle also nur von der Nachfrageseite kommen und hier vor allem auch vom Export. Dieser war im Zeitraum von Januar bis September 2014 um 7,3 % kleiner als im Vorjahr, obwohl eine Reihe von Ländern sogar mehr Schweinefleisch importiert hat. Ursache für den Rückgang der Exporte ist das Importverbot des bislang wichtigsten Abnehmers von europäischem Schweinefleisch Russland.
 
Keine Marktentlastung für Deutschland
Für Deutschland hat die Kommission die Schweine-Schlachtung für  das gesamte Jahr 2014 im Dezember auf 58,45 Mio. Schweine geschätzt und damit etwa so groß wie im letzten Jahr (58,6 Mio. Schweine). Dabei war die Anzahl der in Deutschland geschlachteten Schweine (aus dem In-und Ausland) seit August durchweg höher als 2013. Für die ersten drei Monate des nächsten Jahres 2015 wird in Deutschland weiterhin eine Schlachtung über den Werten aus dem Jahr 2014 erwartet. In den beiden besonders stark auf den deutschen Markt ausgerichteten Nachbarländern Dänemark und Niederlande hat sich die Schlachtung 2014 unterschiedlich entwickelt. So ging die Zahl der in Dänemark 2014 geschlachteten Schweine moderat um 1,0 % auf 18,9 Mio. zurück. Dagegen nahm die niederländische Schweineschlachtung 2014 um 2,6 % auf 14,3 Mio. Schweine zu. Beide Länder liefern reichlich (Schlacht-)Schweine und auch Ferkel nach Deutschland.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter
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