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Analyse

Schweinebestand in Deutschland geht kaum zurück

von , am
29.06.2015

Der Schweinebestand in Deutschland hat (trotz der sehr niedrigen Preise) von November 2014 bis Mai 2015 nur leicht abgenommen.

© Mühlhausen/landpixel
 
Der Schweinebestand in Deutschland hat (trotz der sehr niedrigen Preise) von November 2014 bis Mai 2015 nur leicht abgenommen. Im Vergleich zum Mai vor einem Jahr (2014) ist die Zahl der Schweine sogar etwas größer. Die Zahl der Schweinehalter nimmt hingegen weiter ab. Das zeigen die Ende Juni veröffentlichten vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes zur letzten Viehzählung vom Mai 2015.
 
Danach wurden am 3. Mai 2015 rund 28,14 Mio. Schweine in Deutschland gehalten. Das waren 0,7 % oder 194.000 Schweine weniger als im November 2014, jedoch 0,2 % bzw. 50.000 Tiere mehr als im Mai 2014 und sogar 1,6 % mehr als im Mai 2014. Damit dürften wohl auch die Produktion von Schweinefleisch und damit das Angebot am deutschen Markt in den nächsten Monaten nicht sehr viel kleiner werden.
 
Zahl der Zuchtsauen kleiner, mehr Ferkel
Im Vergleich zum November 2014 war die Zahl der Zuchtsauen im Mai 2015 um rund 1,1 % bzw. 24.000 Tiere auf 2,03 Mio. t Sauen zurückgegangen. Der Bestand an Jungschweinen war im Mai 2015 mit 5,63 Mio. Tieren immerhin 2,2 % kleiner als im November 2014. Gleichzeitig war die Anzahl der im Mai 2014 in Deutschland gehaltenen Mastschweine im Mai 2015 mit 12,16 Mio. Tieren etwa 2,0 % bzw. 0,25 Mio. Tiere kleiner als im November 2014. Ferkel wurden im Mai 2015 mit 8,3 Mio. Stück hingegen 2,6 % mehr gezählt als im November 2014.
 
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Stabile Bestände in Niedersachsen, NRW und Bayern
Unverändert geblieben bzw. leicht gestiegen sind diesmal die Schweinebestände in den drei für die Schweinhaltung wichtigsten Bundesländern: Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern. In Niedersachsen, dem Bundesland mit dem größten Schweinebestand, hat die Anzahl der gehaltenen Schweine ganz leicht um 0,3 % auf 8,85 Mio. Tiere zugenommen. Gleichzeitig ist die Zahl der Schweine im Nachbarland NRW um 0,3 % auf 7,38 Mio. Schweine gewachsen. Außerdem zählte man im Mai 2015 in Bayern mit 3,4 Mio. Schweinen rund 0,1 % mehr Tiere als im November 2014.
 
Weniger Schweine im Norden und Südwesten
Etwas weniger Schweine als im November 2014 wurden im Mai 2015 in Schleswig-Holstein gezählt. Hier nahm die Tierzahl um 1,1 % auf 1,49 Mio. Schweine ab. In Baden-Württemberg verzeichnete man ebenfalls einen Rückgang des Schweinebestandes gegenüber November 2014 um 2,0 % auf 1,9 Mio. Schweine. Aus Mecklenburg-Vorpommern meldete man  indessen einen (weiteren) sehr kräftigen Rückgang des Schweinebestandes von 10,6 % auf 0,76 Mio. Tiere.
 
Stabiler Bestand in Sachsen-Anhalt, Rückgang in TH und SN
Aus Sachsen-Anhalt meldete man lediglich einen Rückgang des Bestandes von 0,3 % auf 1,24 Mio. Schweine und aus Brandenburg von 0,9 % auf 0,84 Mio. Schweine. In Thüringen schrumpfte der Schweinebestand hingegen deutlich um 5,0 % auf 0,81 Mio. Tiere und in Sachsen um 3,8 % auf 0,65 Mio. Schweine. Aus Hessen meldete man im Vergleich zum November 2014 hingegen einen Rückgang des Bestandes um 2,3 % auf 0,595 Mio. Schweine und aus Rheinland-Pfalz um 2,2 % auf knapp 0,2 Mio. Schweine.
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Zahl der Betriebe nimmt weiter ab
Die Zahl der Schweinhalter ging indessen deutlich stärker zurück als der Schweinbestand. So zählte das Statistische Bundesamt im Mai 2015 rund 25,9 Tausend Betriebe mit Schweinhaltung und damit 3,3 % weniger als im November 2014 und 4,5 % weniger als im Mai 2014. Die Anzahl der Betriebe mit Sauenhaltung nahm von November2014 bis Mai 2015 um 2,7 % auf 9,9 Tausend ab und ist damit sogar 6,4 % kleiner als vor einem Jahr (Mai 2014) und zudem erstmals kleiner als 10.000.
 
Seit Mai 2013 ist die Anzahl der Schweinehalter sogar um 7,8 % geschrumpft und die Anzahl der Sauenhalter ist in dieser Zeit um 12 % zurückgegangen. Gleichzeitig ist die Anzahl der in Deutschland gehaltenen Schweine um 1,6 % gewachsen und die Zahl der Zuchtschweine ging um 1,8 % zurück.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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