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Analyse

Schweinebestand trotz niedriger Preise größer

von , am
23.12.2014

Der Schweinebestand in Deutschland hat von Mai 2014 bis November 2014 leicht zugenommen.

© Sambraus
Der Schweinebestand in Deutschland hat von Mai 2014 bis November 2014 leicht zugenommen. Das zeigen die Ende Dezember veröffentlichten vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes zu den Viehzählungsergebnissen vom November 2014. Vor dem Hintergrund der sehr niedrigen Schweine- und Ferkelpreise und den ebenfalls ziemlich ungünstigen Preiserwartungen für 2015, war mit dieser Entwicklung nicht unbedingt zu rechnen. Allerdings war der Bestand an Zuchtsauen rückläufig, während mehr Mast- und Jungschweine gezählt wurden.
 
Schweinebestand nimmt leicht zu, Angebot bleibt groß
Am 3. November 2014 wurden in Deutschland rund 28,23 Mio. Schweine gehalten. Das waren 0,5 % oder 136.000 Tiere mehr als im Mai 2014 und 0,4 % oder 101.000 Tiere mehr als im November 2013. Allerdings ging die Zahl der Zuchtsauen und Ferkel in Deutschland im Jahresverlauf zurück, während gleichzeitig mehr Mastschweine und auch mehr Jungschweine bis 50 kg gehalten wurden. Damit dürften die Produktion von Schweinefleisch und das Angebot am deutschen Markt in den nächsten Monaten relativ stabil bleiben bzw. nicht unbedingt kleiner werden.
 
Weniger Zuchtsauen und Ferkel
Im Vergleich zum Mai 2014 hat die Zahl der Zuchtsauen in Deutschland um rund 1,5 % auf 2,05 Mio. t Tiere abgenommen. Im Vergleich zum November 2013 und auch zum Mai ist die Zahl der Zuchtsauen jedoch ähnlich groß. Ferkel wurden mit 8,08 Mio. Stück 2,2 % weniger gezählt als im Mai 2014 und 1,8 % weniger als im November 2013.
 
Mehr Mastschweine und Läufer
Gleichzeitig war die Anzahl der im November 2014 in Deutschland gehaltenen Mastschweine mit 12,35 Mio. Tieren um 2,6 % bzw. 0,38 Mio. Tiere größer als im Mai 2013 und ähnlich groß wie im November 2013. Der Bestand an Jungschweinen bis 50 kg Lebendgewicht (Läufer) ist hingegen gegenüber Mai 2014 um 0,7 % auf 5,74 Mio. Tiere gewachsen und gegenüber November 2013 sogar um 5,2 % (!!) größer.
 
Leichter Rückgang in Niedersachsen
Nicht einheitlich entwickelt haben sich die Schweinebestände in den für die Schweinehaltung maßgeblichen Bundesländern. In Niedersachsen, dem Bundesland mit dem größten Schweinebestand, ist die Anzahl der gehaltenen Schweine nur ganz leicht um 0,4 % auf 8,79 Mio. Tiere zurückgegangen. Dabei war der Bestand an Zuchtsauen in NS im November 2014 relativ deutlich um 3,3 % kleiner als im Mai 2014.
 
Weniger Schweine in NRW, mehr in Bayern
Gleichzeitig nahm die Zahl der Schweine im Nachbarland NRW um 1,2 % auf 7,29 Mio. Schweine ab. Der Bestand an Zuchtsauen war in NRW um 2,8 % kleiner als im Mai 2014. Gleichzeitig zählte man in Bayern im November 2014 mit 3,4 Mio. rund 1,2 % Schweine mehr als im Mai 2014. Dabei war hier auch die Anzahl der Zuchtsauen um 0,7 % größer. In Baden-Württemberg, dem Bundesland mit dem viertgrößten Schweinebestand in Deutschland, verzeichnete man einen Bestandszuwachs von 2,6 % auf 1,94 Mio. Schweine. Und eine Zunahme des Zuchtsauenbestandes um 0,3 %.
 
Größere Bestände in SH und Ostdeutschland
Etwas größer geworden ist die Zahl der Schweine in Schleswig-Holstein. Hier nahm die Tierzahl von Mai 2014 bis November 2014 um 0,9 % auf 1,51 Mio. Schweine zu. Die ostdeutschen Bundesländer verzeichnen bis auf Sachsen-Anhalt. (-0,8 % auf 1,25 Mio. ) durchweg größere Schweinebestände. So meldete man aus Thüringen eine Zunahme von 2,7 % auf 0,854 Mio. Schweine, in Mecklenburg-Vp. nahm der Bestand um 4,1 % auf 0,85 Mio. Tiere und in Brandenburg wuchs die Zahl der Schweine sogar um 8,2 % auf 0,85 Mio. Schweinen. Aus Hessen meldete man ein Bestandswachstum von 1,1 % auf rund  0,61 Mio. Schweine.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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