Login
Analyse

Schweinemarkt braucht Impulse

von , am
22.01.2015

Von der Angebotsseite ist am Schweinemarkt derzeit keine Entlastung zu erkennen.Gleichzeitig scheint die Nachfrage im deutschen Einzelhandel etwas anzuziehen und die Stimmung am Markt hat sich etwas verbessert.

© Mühlhausen/landpixel
Von der Angebotsseite ist am Schweinemarkt derzeit keine Entlastung zu erkennen. Erneut lagen die wöchentlichen Schlachtzahlen in Deutschland über der Marke von 1 Mio. Tieren. Gleichzeitig scheint die Nachfrage im deutschen Einzelhandel etwas anzuziehen und die Stimmung am Markt hat sich etwas verbessert. Ob dies vor dem Hintergrund des großen Schweine-Angebots schon für einen Preisanstiegs ausreicht, ist jedoch noch offen. Die Verbraucherpreise für Fleisch waren im Dezember 2014 (trotz des scharfen Rückgangs der Erzeugerpreise) nur 0,6 % niedriger ein Jahr zuvor und zudem ähnlich hoch wie im Vormonat (November). Damit besteht (bei weiter rückläufigen Verbraucherpreisen) durchaus Potenzial für einen aufnahmefähigeren Markt und damit auch für höhere Schweinepreise. Am Terminmarkt haben sich die Erwartungen mittelfristig etwas verbessert. Zwar blieben die Preiserwartungen für den Februar unverändert, für den März ging es jedoch etwas nach oben.
 
VEZG-Preis unverändert, Preis-Spanne jedoch höher
In der dritten Januarwoche (21.01) wurde der bis nächsten Mittwoch (28.01) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine unverändert bei 1,28 Euro/kg SG belassen. Die Preispanne lag diesmal zwischen 1,28 und 1,31 und damit 3 Ct höher als vor einer Woche (1,25 Euro bis 1,28 Euro). Dieser Anstieg lässt durchaus eine nach oben gerichtete Tendenz der Preise erkennen. Für Schlachtsauen (M) wird in dieser Woche ein Preisanstieg von 3 Ct auf 1,04 Euro/kg SG erwartet. Am Dienstag (20.01) wurden die Schweine auf der Internetversteigerung der ISN mit 1,31 Ct gehandelt. Damit hat sich der Preis der ISN-Internetbörse gegenüber der letzten Versteigerung nicht verändert. Die Preisspanne auf der Internetschweinbörse lag unverändert bei 1,30 Euro/kg bis 1,31 Euro/kg. Bei der aktuellen Auktion wurden 90 % der angebotenen Schweine auch verkauft.
 
Wochen-Schlachtung bleibt über 1 Mio.-Marke
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine lag in der vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche bis 18. Januar weiterhin über der Marke von 1 Mio. Tieren. Mit insgesamt 1.042.599 geschlachteten Tieren ähnlich viele Schweine abgerechnet wie in der vorigen Woche (1.040.774). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge 3,7 % größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (2014). Die Zahl der geschlachteten Sauen hat sich der aktuellen Woche (bis 18. Januar) deutlich um 16 % auf 20.792 Tiere abgenommen.
 
Auszahlungspreise weiter leicht zurückgegangen
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 18. Januar durchschnittlich (wirklich) ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,32 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E wurden den Landwirten 1,29 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 11.01) sind die Auszahlungspreise für S-Schweine um 1 Ct niedriger. Für E-Schweine blieben die Preise stabil. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin rund 26 Ct niedriger. Im letzten Jahr (2014) sind die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,54 Euro/kg auf 1,56 gestiegen. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 18. Januar 2015 mit 1,01 Euro/kg SG und damit zu 1 Ct niedrigeren Preisen abgerechnet.
 
Preiserwartungen für März etwas verbessert
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) liegen die Preiserwartungen für den Februar 2015 unverändert bei 1,31 Ct/kg. Für den März 2015 sind die Terminmarktpreise im Vergleich zur Vorwoche (1,33 Euro) um 3 Ct auf 1,36 Euro/kg gestiegen. Der Aprilkontrakt notiert jedoch weiterhin umrändert bei 1,33 Euro. Für den Mai rechnet man weiterhin (nur) mit einem Preis von knapp 1,44 und der Juni liegt derzeit bei 1,50 Euro/kg SG.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt / Agrarmanager
Auch interessant