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Analyse

Schweinemarkt braucht Nachfrageschub

von , am
24.04.2015

Das Angebot an Schlachtweinen nimmt wieder zu.

© Massonforstock/fotolia
 
Das Angebot an Schlachtweinen nimmt wieder zu. Die Wochenschlachtung steigt in der ersten vollen Schlachtwoche nach Ostern jedenfalls wieder kräftig an. Gleichzeitig verhindert das bislang noch sehr wechselhafte Wetter, dass die Grillfleischnachfrage ausreichend kräftig anspringt und nicht nur höhere Preise für die Grillartikel im Einzelhandel ermöglicht sondern auch höhere Schweinepreise. Davon war bislang noch nicht viel zu spüren.
 
Exportprobleme unserer Nachbarn
Hinzu kommt das zuletzt unsere unmittelbaren Nachbarn die Niederlande und Dänemark zuletzt größere Probleme im Drittlandexport hatten. Diese nicht auf dem Weltmarkt verkaufte Ware könnte zu beträchtlichen Teilen (zusätzlich) auf den deutschen Markt fließen und die Preise (mit) unten halten. Die EU-Kommission hatte Mitte April in einer Preisprognose relativ pessimistische Erwartungen zur weiteren Entwicklung der Schweinepreise in diesem Jahr geäußert. Danach sollen die Schweinepreise in der Europäischen Union im Jahr 2015 erheblich niedriger sein als 2014 und noch deutlicher das Niveau des Jahres 2013 verfehlen.
 
VEZG-Preis geht zurück, weiterhin große Spanne
In der vierten Aprilwoche (22.04) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (29.04) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine um 3 Ct auf 1,47 Euro/kg SG gesenkt. Die Preispanne lag bei der aktuellen Notierung zwischen 1,45 Euro und 1,50 Euro/kg SG. Erneut lässt die große Spanne von 5 Ct (Vorwoche sogar 7 Ct) eine uneinheitliche Einschätzung der Marktlage durch die an der Notierung beteiligten Erzeugergemeinschaften erkennen. Bei der ISN- Internetversteigerung am Dienstag (21.02) wurden die Schweine mit 1,54 Ct zu unveränderten Preisen gehandelt. Die Preisspanne war mit 1,54 Euro/kg bis 1,55 Euro/kg erneut deutlich enger als bei der VEZG-Preisfindung. Gleichzeitig wurden bei der ISN-Auktion immerhin 83 % der angebotenen Schweine auch verkauft.
 
Schlachtzahlen steigen wieder kräftig
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine nahm in der letzten vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche bis 19. April weiter zu. Mit 982.333 geschlachteten Schweinen wurden in der ersten vollen Schlachtwoche nach Ostern 9,3 % mehr Tiere abgerechnet als in der um einen Tag kürzeren Woche nach Ostern (898.418). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge 16 % größer als in der ebenfalls um einen Schlachttag (Ostern) verkürzten Vorjahreswoche (852.213). Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm in der aktuellen Woche bis 19. April sehr deutlich um 13 % auf 20.599 Tiere zu, liegt damit jedoch noch 39 % höher als in der einen tag kürzeren Woche letzten Jahr (14.778) zu diesem Termin.
 
Auszahlungspreise für Schweine und Sauen gestiegen
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 19. April durchschnittlich an die Landwirte ausgezahlten Preise für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,52 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E erhielten die Landwirten 1,48 Euro/kg SG. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 12.04) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine damit 4 Ct höher. Für E-Schweine wurden ebenfalls 4 Ct höhere Preise ausgezahlt. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin 13 Ct niedriger. Im letzten Jahr (2014) sind die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,64 Euro/kg auf 1,63 zurückgegangen. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 19. April mit 1,09 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu 1 Ct höheren Preisen als in der letzten Woche. Im Vergleich zum letzten Jahr (1,42) sind die Sauenpreise derzeit 33 Ct niedriger.
 
Terminmarkt ändert Erwartungen kaum
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den Mai (am Mittwoch) bei 1,50 Euro/kg SG und damit 3 Ct über dem Niveau des aktuellen VEZG-Preises und unverändert zur letzten Woche (1,50 Euro/kg). Der Juni notiert 3 Ct höher als vorige Woche bei 1,55 Euro (Vw: 1,52) und der Juli liegt ebenfalls bei 1,55 Euro (Vw: 1,55) . Für den Augusttermin hält man weiterhin Preise von knapp 1,59 Euro (Vw. 1,59) für möglich.
 
Zur aktuellen Preisprognose der EU-Kommission:
https://agrarmanager.agrarheute.com/schweinepreise2015-euk?loginsuccess=true&
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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