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Analyse

Schweinemarkt kämpft sich weiter nach oben

von , am
12.02.2015

Die Schweinepreise steigen weiter. Grund ist offenbar ein kleiner werdendes Angebot.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Schweinepreise sind weiter gestiegen. Grund ist offenbar ein kleiner werdendes Angebot. Die zweite Woche in Folge gehen die Schlachtzahlen zurück. Gleichzeitig war die Schlachtmenge Anfang Februar erstmals seit 5 Wochen unter den Wert des Vorjahres gefallen. Bis dahin waren die Wochenschlachtungen allerdings deutlich höher als vor einem Jahr. Ob das Angebot noch stärker zurückgeht und den Preisen weiter nach oben hilft muss sich indessen noch zeigen. Im letzten Jahr blieben die Angebotszahlen im Februar relativ stabil und im März ging es mit der Schlachtmenge sogar wieder nach oben. Am Terminmarkt ging man zuletzt von moderat steigenden Preisen aus. Dabei wurde das bislang erwartete Preisniveau für März mit der aktuellen VEZG-Notierung jedoch schon leicht übertroffen. Offenbar war man am Terminmarkt zu pessimistisch.
 
VEZG-Preis klettert auf 1,40 Euro
In der zweiten Februarwoche (11.02) wurde der bis nächsten Mittwoch (18.02) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine um 5 Ct auf bei 1,40 Euro/kg SG angehoben. Die Preispanne lag diesmal relativ eng zwischen 1,39 und 1,40 Euro und lässt eine relativ einheitliche Markteinschätzung der beteiligten Erzeugergemeinschaften erkennen. Am Dienstag (10.02) wurden die Schweine auf der Internetversteigerung der ISN mit 1,43 Ct gehandelt. Damit hat sich der Preis der ISN-Internetbörse gegenüber der letzten Versteigerung um 2 Ct erhöht. Die Preisspanne auf der Internetschweinbörse lag bei 1,43 Euro/kg bis 1,46 Euro/kg. Bei der aktuellen Auktion alle angebotenen Schweine auch verkauft.
 
Nochmals (etwas) Weniger Schweine geschlachtet
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine ging in der vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche bis 08. Februar die zweite Woche in Folge zurück. Erstmals seit 5 Wochen war die Schlachtmenge zudem etwas kleiner als im letzten Jahr. Mit insgesamt 961.066 geschlachteten Tieren wurden 1,1 % weniger Schweine abgerechnet wie in der Woche zuvor (970.913) und 6,3 % weniger als vor zwei Wochen (1026.573). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge 1,2 % kleiner als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (2014). Die Zahl der geschlachteten Sauen hat sich der aktuellen Woche (bis 08. Februar) allerdings deutlich um 2,1 % auf 19.171 Tiere erhöht.
 
Auszahlungspreise sind gestiegen, Sauenpreise stabil
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 08. Februar durchschnittlich (wirklich) ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,39 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E wurden den Landwirten 1,35 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 01.02) sind die Auszahlungspreise für S-Schweine um 4 Ct höher. Für E-Schweine wurden die Preise um 3 Ct angehoben. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin jedoch immer noch 20 Ct niedriger. Im letzten Jahr (2014) sind die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche allerdings von 1,61 Euro/kg auf 1,57 zurückgegangen. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 08. Februar 2015 mit 1,02 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu unveränderten Preisen.
 
Terminmarkt war zu pessimistisch
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den Februar (am Mittwoch) bei 1,35 Euro/kg SG und damit 5 Ct unter dem aktuellen VEZG-Preis eben so hoch wie in der letzten Woche (1,35 Euro/kg). Für den März 2015 liegen die Terminmarktpreise bei 1,38 Euro und damit ebenfalls unter dem aktuellen VEZG-Preis. Der Aprilkontrakt notierte bei 1,42 Euro. Für den Mai rechnet man mit einem Preis von 1,45 Euro/kg (Vw:1,43 Euro). Der Juni notiert am Mittwoch (11.02) bei 1,46 Euro und der Juli bei 1,53 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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