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Analyse

Schweinemarkt kommt wieder unter Druck

von , am
06.03.2015

Anfang März hat die Situation am Schweinemarkt überraschend deutlich gedreht.

In Mecklenburg-Vorpommerm sollen konventionelle Mastschweine als Bioschweine verkauft worden sein. © Mühlhausen/landpixel
 
Anfang März hat die Situation am Schweinemarkt überraschend deutlich gedreht. Nicht nur dass der jüngste Preisanstieg beendet ist sondern die Schweinepreise kommen sogar wieder deutlich unter Druck. Offensichtlich haben die gestiegenen Preise wieder mehr Schweine auf den Markt gezogen und damit auch die Angebotssituation für die Schlachtunternehmen merklich verbessert. Gleichzeitig kann der Markt offenbar nicht mehr Fleisch zu steigenden Preisen aufnehmen und die Preise kamen scheinbar auch von der Absatzseite (Einzelhandel) unter Druck. Ob der Markt von der nun doch noch eingeführten privaten Lagerhaltung profitiert ist allerdings fraglich, denn irgendwann muss die Ware auf den Markt zurück und stört dann eine mögliche Preiserholung. Am Terminmarkt rechnet man derzeit für den März nicht mehr mit einem erneuten Preisanstieg und auch für den April ist die Preiserwartung alles andere als optimistisch.
 
VEZG-Preis geht um 4 Ct zurück
In der ersten Märzwoche (04.03) wurde der bis nächsten Mittwoch (11.03) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine um 4 Ct auf 1,43 Euro/kg SG gesenkt. Die Preispanne war diesmal relativ weit von 1,42 Euro bis 1,45 Euro. Am Dienstag (03.03) wurden die Schweine auf der Internetversteigerung der ISN mit 1,45 Ct gehandelt. Damit war der Preis der ISN-Internetbörse gegenüber der letzten Versteigerung am Freitag sogar um 5 Ct zurückgegangen. Die Preisspanne der Internetschweinbörse lag zwischen 1,43 Euro/kg und 1,47 Euro/kg. Außerdem konnten bei der aktuellen ISN-Auktion nur 55 % der angebotenen Schweine auch verkauft werden.
 
Schlachtzahlen werden wieder größer
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine nahm in der vom BLE gemeldeten letzten Abrechnungswoche bis 01. März um 3 % zu. Mit insgesamt 969.442 geschlachteten Tieren wurden 3,0 % mehr Schweine abgerechnet wie in der Woche zuvor (940.397). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge wieder 0,8 % größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (2014). Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm in der aktuellen Woche (bis 1. März) um 6,4 % auf 19.450 Tiere zu.
 
Auszahlungspreise und Sauenpreise etwas höher
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 01. März durchschnittlich (wirklich) ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,51 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E wurden den Landwirten 1,48 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 22.02) sind die Auszahlungspreise für S-Schweine um 3 Ct höher. Für E-Schweine wurden die Preise ebenfalls um 3 Ct angehoben. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin gleich hoch. Im letzten Jahr (2014) sind die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche ebenfalls von 1,53 Euro/kg auf 1,50 zurückgegangen. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 01. März mit 1,09 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu 2 Ct höheren Preisen.
 
Terminmarkt bleibt eher pessimistisch
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den März (am Mittwoch) bei 1,43 Euro/kg SG und damit etwa auf dem aktuellen VEZG-Preis-Niveau und unverändert zur letzten Woche (1,43 Euro/kg). Für den April 2015 liegen die Terminmarktpreise ebenfalls unverändert bei 1,46 Euro und damit  3 Ct über dem aktuellen VEZG-Preis  und  eben so hoch wie in der Vorwoche (1,46 Euro). Für den Mai rechnet man nur noch mit einem Preis von 1,45 Euro/kg und damit sogar mit 3 Ct weniger als in Vorwoche (Vw:1,48 Euro). Der Juni notiert unverändert bei 1,50 Euro (Vw: 1,50) und der Juli ebenfalls unverändert bei 1,53 Euro. Für den Augusttermin hält man wie schon in der letzten Woche Preise von etwa 1,59 Euro (Vw. 1,60) für möglich.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
 
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