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Analyse

Schweinemarkt mit Problemen

von , am
15.01.2015

Das neue Jahr beginnt am Schweinemarkt wie das alte Jahr geendet hat.

© Mühlhausen/landpixel
Das neue Jahr beginnt am Schweinemarkt wie das alte Jahr geendet hat. In der ersten vollen Schlachtwoche im Januar 2015 steigen die Zahl der geschlachteten Schweine sofort wieder deutlich über die Marke von 1 Mio. Tieren. Damit ist auch erst einmal klar dass die Preise kurzfristig kaum Aufwärtspotential haben, denn dieses große Angebot lässt sicher nicht zu höheren Preisen vermarkten. Einige Schlachter drohen bereits mit Hauspreisen deutlich unter der aktuellen bereits sehr niedrigeren Notierung. Am Ende hat man sich noch einmal auf ein unverändert verständigt.
 
Auch für die nächsten Wochen sieht es nicht nach einer Marktentlastung von der Angebotsseite aus. Das lassen jedenfalls die Ende Dezember aktualisierten Angebotsprognosen der EU-Kommission für den europäischen Schweinemarkt 2015 erwarteten. Danach soll die Schlachtmenge im ersten Quartal 2015 in der EU ähnlich groß sein wie 2014. Für Deutschland wird in den ersten drei Monaten des Jahres 2015 sogar eine Schlachtung (Angebot) über den Werten aus dem Jahr 2014 erwartet. Vor diesem Hintergrund bleibt auch die Preiserwartung am Terminmarkt sehr pessimistisch. Dort rechnet man für die nächsten drei Monate lediglich mit Preisen um 1,30 Euro je kg SG.
 
VEZG-Preis unverändert, aber unter Druck
In der zweiten Januarwoche (14.01) wurde der bis nächsten Mittwoch (21.01) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine unverändert bei 1,28 Euro/kg SG belassen. Die Preispanne lag zwischen 1,25 Euro und 1,28 Euro und lässt die durchaus nach unten gerichtete Tendenz der Preise erkennen. Schlachtsauen (M) wurden nur noch mit 1,01 Euro/kg SG notiert und damit nochmals 4 Ct niedriger. Am Dienstag (13.01) wurden die Schweine auf der Internetversteigerung der ISN mit 1,31 Ct gehandelt. Damit hat sich der Preis der ISN-Internetbörse gegenüber der letzten Versteigerung nicht verändert. Bei der aktuellen Auktion wurden 80 % der angebotenen Schweine auch verkauft. Die Preisspanne auf der Internetschweinbörse lag bei 1,30 Euro/kg bis 1,31 Euro/kg.
 
Wieder mehr als 1 Mio. Schweine geschlachtet
Die Zahl der geschlachteten Schweine stieg in der aktuellen vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche bis 11. Januar erneut über die Marke von 1 Mio. Mit insgesamt 1.040.774 geschlachteten Tieren wurden 38 % mehr Schweine abgerechnet wie in der deutlich verkürzten ersten Woche des Jahres (691.483). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge 3,0 % größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (2014). In der Summe des zurückliegenden Kalenderjahres 2014 (Januar bis Dezember) ist die Zahl der insgesamt geschlachteten Schweine knapp 1 Prozent größer als 2013. Die Zahl der geschlachteten Sauen hat sich der aktuellen Woche (bis 11. Januar) auf 24.506 Tiere um mehr als doppelte zugenommen.
 
Auszahlungspreise sind weiter gefallen
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 11. Januar durchschnittlich ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,33 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E wurden den Landwirten 1,29 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 04.01) sind die Auszahlungspreise für S-Schweine um 2 Ct niedriger. Für E-Schweine gingen die Preise ebenfalls um 2 Ct zurück. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin rund 23 Ct niedriger. Im letzten Jahr (2014) blieben die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche mit 1,54 Euro/kg unverändert. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 11. Januar 2015 mit 1,02 Euro/kg SG und damit nochmals zu 3 Ct niedrigeren Preisen abgerechnet.
 
Preiserwartungen verschlechtern sich
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) liegen die Preiserwartungen für den Januar 2015 am heutigen Donnerstag (15.01) bei knapp 1,30 Euro/kg und damit ebenso so hoch wie Ende Dezember (1,30). Für den Februar liegen die Kontraktpreise derzeit ebenfalls unverändert bei 1,31 Ct/kg und für den März 2015 bewegen sich die Terminmarktpreise bei knapp 1,33 Euro. Auch für den April erwartet der Markt derzeit ebenfalls nicht mehr als knapp 1,33 Euro. Für den Mai rechnet man aktuell nur noch mit einem Preis von knapp 1,44 und damit 6 Ct weniger als vor einer Woche (1,50 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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