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Analyse

Schweinepreise wie angenagelt

von , am
13.11.2014

Die Schweinepreise bleiben in Deutschland wie angenagelt auf dem tiefsten Stand seit Februar 2011.

© Massonforstock/fotolia
Die Schweinepreise bleiben in Deutschland wie angenagelt auf dem tiefsten Stand seit Februar 2011. Grund ist weiterhin das sehr große Angebot, dass jede Bewegung der Preise nach oben verhindert. Nachdem die Schlachtmenge letzte Woche feiertagsbedingt leicht zurückgependelt war übersteigt die Zahl der geschlachteten Schweine in der aktuellen Abrechnungswoche wieder die Marke von 1 Mio. Tieren. Gleichzeitig liegt die Wochenschlachtung unverändert über den Werten aus dem Vorjahr. Zwar läuft auch Absatz von Fleisch in Richtung Einzelhandel weithin ohne erkennbare Probleme, jedoch verhindert das unverändert große Angebot derzeit auch auf dieser Handelsstufe einen Preisanstieg. Am Terminmarkt erwartet man wegen der aktuellen Markt-Verhältnisse für das den Rest des Jahres keine Preiserholung mehr. Anfang 2015 liegen die Preiserwartungen am Terminmarkt derzeit sogar deutlich unter dem aktuellen Marktpreis.
 
VEZG-Preis die fünfte Woche unverändert
An diesem Mittwoch (12.11) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (19.11) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine die fünfte Woche in Folge Mal mit 1,40 Euro/kg SG notiert. Die Preisspanne der abgegebenen Preismeldungen bewegt sich ebenfalls unverändert zwischen 1,40 Euro und 1,43 Euro/kg SG. Damit verharren die Schweinepreise in Deutschland weiterhin auf dem niedrigsten Stand seit Februar 2011. Am Dienstag (11.11) waren die Schweinepreise auf der Internetversteigerung der ISN mit 1,45 Ct unverändert geblieben. Damit liegt der Preis der ISN-Internetbörse 5 Ct über dem aktuellen VEZG-Preis. Die Preise bei der Internetschweinbörse bewegten sich in einer Spanne von 1,44 Euro/kg bis 1,46 Euro/kg. Der Vereinigungspreis für Schlachtsauen wurde Ende der letzten Woche (06.11) unverändert mit 1,15 Euro/kg SG notiert, in einer ebenfalls unveränderten Spanne von 1,15 Euro bis 1,18 Euro.
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Schlachtzahlen wieder über der 1-Mio.-Marke
Die Zahl der geschlachteten Schweine lag in der letzten Abrechnungswoche wieder über der 1-Mio.-Marke. Mit insgesamt 1.021.639 geschlachteten Tieren wurden rund 2,8 % mehr Schweine abgerechnet wie in der Woche zuvor (993.527). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge 0,6 % größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (2013). Damit übertreffen die Schlachtzahlen jetzt die vierzehnte Woche in Folge die vergleichbaren Vorjahreswerte. In der Summe der ersten 45 Wochen des aktuellen Kalenderjahres 2014 (Januar bis 11. November) ist die Zahl der insgesamt geschlachteten Schweine etwa 0,6 % größer als 2013. Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm in der letzten Woche (bis 11. November) um 2,9 % auf 19.174 Tieren zu.
 
Preise für Schweine und Sauen unverändert
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 11. November durchschnittlich ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,45 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E wurden den Landwirten 1,41 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 02.11) blieben die Auszahlungspreise für S-Schweine und für E-Schweine damit unverändert. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin (11. November) rund 24 Ct niedriger. Im letzten Jahr (2013) gaben die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,69 Euro/kg auf 1,67 Euro/kg nach. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 11. November 2014 mit 1,19 Euro/kg SG zu unveränderten Preisen abgerechnet.
 
Terminmarkt erwartet 2015 weiteren Preisrückgang
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) blieben die Kontraktpreise für Schlachtschweine für den November unverändert unter dem aktuellen Marktpreis. Offenbar geht man für den November und auch für den Dezember nicht mehr von einer Preiserholung aus. Die Preiserwartungen für die ersten Monate des Jahres 2015 liegen sogar deutlich unter dem aktuellen VEZG-Preis. Am Donnerstag (13.11) wurde der Novemberkontrakt am Terminmarkt mit 1,36 Euro/kg SG notiert und damit auf dem gleichen Niveau wie in der Vorwoche (1,36) sowie 4 Ct unter dem aktuellen VEZG-Preis. Der Dezember wurde mit 1,39 Euro gehandelt und damit eben so teurer wie letzte Woche (1,39 Euro). Für den Januar 2015 erwartet man nur noch Schweinepreise von 1,32 Euro/kg und auch für den Februar 2015 (1,32) geht man von derzeit von einem ähnlich niedrigen Niveau aus.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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