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Analyse

Schweinepreise behauptet, Schlachtung rückläufig

von , am
07.08.2014

Drei Wochen hintereinander ist die Zahl der geschlachteten Schweine zurückgegangen.Der VEZG-Preis trägt der Marktlage Rechnung und verändert sich erst einmal nicht

© Mühlhausen/landpixel
 
Drei Wochen hintereinander ist die Zahl der geschlachteten Schweine zurückgegangen. Ganz offensichtlich kommen weder von den Exportmärkten noch vom Binnenmarkt ausreichend Impulse für eine spürbare Belebung der Nachfrage. Daran dürfte sich zumindest bis zum Ende der Sommerferien im Westen und Nordwesten Deutschlands wenig ändern. Dort befinden auch die meisten Verarbeitungsbetriebe, die der Nachfrage zumindest moderate Impulse geben dürften. Vom Export ist angesichts der Handelsprobleme mit Russland ohnehin wenig Marktentlastung zu erwarten. Der VEZG-Preis trägt dieser Marktlage Rechnung und verändert sich erst einmal nicht. Am Terminmarkt geht für den August nicht mehr von einer Preiserholung aus. Erst im September rechnet man dort mit einem kräftigen Anstieg der Preise.
 
Schweinepreise behaupten sich
Am Mittwoch (06.08) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (13.08) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine unverändert bei 1,63 Euro/kg SG belassen. Die Preise bewegten sich in einer Spanne von 1,63 Euro bis 1,65 Euro/kg SG. Keine Preisveränderung gab es am Mittwoch (06.08) beim VEZG -Preis für Schlachtsauen mit 1,28 Ct/kg SG. Die Preisspanne für Sauen lag ebenfalls unverändert zwischen 1,23 Euro und 1,28 Euro/kg SG. Am Dienstag (05.08) hatten die Schweinepreise auf der Internetversteigerung der ISN um 4 Ct nachgegeben, liegen aber mit 1,67 über dem VEZ-Preis. Allerdings konnte ein Drittel der auf der ISN-Auktion angebotenen Schweine nicht verkauft werden.
 
Weiterer Rückgang der Schlachtung (Nachfrage)
Die Zahl der geschlachteten Schweine ging in der Schlachtwoche bis 03. August die dritte Woche hintereinander zurück. Mit insgesamt 875.569 geschlachteten Schweinen wurden knapp 2 % weniger Schweine abgerechnet wie in der Woche zuvor (888.647). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge fast 5 % kleiner als in der vergleichbaren Vorjahreswoche. In der Summe der ersten 33 Wochen des aktuellen Kalenderjahres 2014 (Januar bis Anfang August) ist die Zahl der bis dahin geschlachteten Schweine jedoch nur 0,8 % niedriger als die Rekordschlachtung aus dem Jahr 2013. Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm in der letzten Woche (bis 03. August) deutlich um 15 % auf 17.842 Tiere zu.
 
Schweinepreise deutlich niedriger als 2013
Der von den Schlachtunternehmen in der letzten Abrechnungswoche bis zum 03. August durchschnittlich ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse E lag bei 1,64 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse S wurden den Landwirten 1,68 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 27.07) waren die Auszahlungspreise für Schachtschweine der Hkl. S 1 Ct und der Hkl. E 2 Ct höher. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Schweinepreise zum letzten Abrechnungstermin (03. August 2014) rund 16 Ct niedriger und das Niveau von 2012 wurde um 6 Ct verfehlt. Im letzten Jahr (2013) sind die Schweinepreise dann im Verlauf des Augusts von 1,82 Euro und bis auf 1,93 Euro/kg gestiegen. Schlachtsauen (M) wurden in der letzten Schlachtwoche bis zum 03. August mit 1,32 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu 2 Ct höheren Preisen.
 
Terminmarkt erwartet Preisanstieg im September
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) haben sich die Kontraktpreise für Schlachtschweine im Vergleich zur Vorwoche für den vorderen Termin (August) nicht verändert. Der Augustkontrakt wurde am Mittwoch (06.08) mit 1,63 Euro/kg gehandelt und damit auf dem Niveau der aktuellen VEZG-Notierung. Der Septemberkontrakt wurde am Mittwoch am Terminmarkt mit 1,73 Euro/kg SG notiert und damit wie in der Vorwoche, jedoch etwa 10 Ct über dem aktuelle Niveau des VEZG-Preises. Der Oktobertermin beendete den Handel ebenfalls unverändert bei 1,70 Euro/kg und damit 7 Ct über dem aktuellen VEZG-Preis.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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