Login
Analyse

Schweinepreise bleiben weiter unten

von , am
08.05.2015

Anfang Mai haben sich die Schweinepreise auf dem deutlich ermäßigten Niveau behauptet

Niederländische Schweinemäster können bei Vion aus mehreren Liefer- und Preismodellen auswählen. © Mühlhausen/landpixel
 
Anfang Mai haben sich die Schweinepreise auf dem deutlich ermäßigten Niveau behauptet. Dabei sind die Anzeichen für eine schnelle Preiserholung erst einmal gering. Vielmehr hatten einige Schlachter wegen der anhaltenden Probleme beim Fleischverkauf zeitweise sogar Hauspreise von 1,35 Euro kg SG angekündigt. Die VEZG-Notierung blieb jedoch unverändert und die Übereinstimmung bei der Preisfindung war diesmal deutlich größer als zuletzt üblich (keine Spanne).
 
Export könnte helfen
Am Terminmarkt rechnet man für den Mai weiterhin noch mit einer Preiserholung in der Größenordnung von etwa 10 Ct. Das Angebot bleibt jedoch groß und lag auch in der um einen Schlachttag verkürzten Woche (1.Mai) deutlich über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Unterstützung für die Preise dürfte jedoch vom Export kommen. Die Ausfuhrmenge lag beim größten EU-Exporteur Deutschland zuletzt (nach den Daten der Kommission) 11 % über der Vorjahresmarke.
 
VEZG-Preis unverändert, keine Spanne
In der ersten Maiwoche (06.05) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (13.05) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine unverändert mit 1,40 Euro/kg SG notiert. Eine Preispanne gab es bei der aktuellen Notierung nicht, was auf sehr einheitliche Markteinschätzung der beteiligten Erzeugergemeinschaften hindeutet. Bei der ISN- Internetversteigerung am Dienstag (05.05) wurden die Schweine mit 1,44 Ct ebenfalls zu unveränderten Preisen gehandelt. Die Preisspanne war mit 1,42 Euro/kg bis 1,45 Euro/kg deutlich größer als bei der VEZG-Notierung. Außerdem wurden bei der ISN-Auktion nur 61 % der angebotenen Schweine auch verkauft.
 
Schlachtzahlen nur feiertagsbedingt kleiner
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine nahm in der letzten vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche bis 03. Mai wegen der um einen Tag verkürzten Schlachtwoche (1. Mai) ab. Mit 868.397 geschlachteten Schweinen wurden 11% weniger Tiere abgerechnet als in der Vorwoche (970.995). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge jedoch knapp 10 % größer als in der ebenfalls um einen Schlachttag (1.Mai) verkürzten Vorjahreswoche (817.228). Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm in der aktuellen Woche bis 03. Mai um 5 % auf 17.232 Tiere ab und liegt damit noch 7,7 % höher als in der ebenfalls einen Tag kürzeren Woche letzten Jahr (16.006) zu diesem Termin.
 
Sauenpreise sind 35 Ct niedriger als 2014
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 03. Mai durchschnittlich an die Landwirte ausgezahlten Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,49 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E erhielten die Landwirte 1,45 Euro/kg SG. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 26.04) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine damit 4 Ct niedriger. Für E-Schweine wurden ebenfalls 4 Ct niedrigere Preise ausgezahlt. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin 16 Ct niedriger. Im letzten Jahr (2014) sind die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,62 Euro/kg auf 1,63 gestiegen. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 03. Mai mit 1,07 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu 2 Ct niedrigeren Preisen. Im Vergleich zum letzten Jahr (1,42) sind die Sauenpreise derzeit 35 Ct niedriger.
 
Maitermin 10 Cent über VEZG-Preis, Juni schwächer
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den Mai (am Donnerstag) bei 1,50 Euro/kg SG und damit 10 Ct über dem Niveau des aktuellen VEZG-Preises sowie unverändert zur letzten Woche (1,50 Euro/kg). Der Juni notiert nochmals 2 Ct niedriger als vorige Woche bei 1,46 Euro (Vw: 1,48) und der Juli sackte um 2 Ct auf 1,53 Euro ab (Vw: 1,55). Für den Augusttermin erwartet man unverändert Preise von 1,57 Euro (Vw. 1,57).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
{BILD:634502:png} 
 
{BILD:634500:png} 
 
Auch interessant