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Analyse

Schweinepreise bleiben weiter unten

von , am
08.01.2015

Die Schweinepreise verharren auf dem sehr niedrigen Niveau, denn das über die Feiertage zusätzlich aufgelaufene Angebot an Schweinen muss erst einmal vom Markt.

© Massonforstock/fotolia
Eine Verbesserung der Situation am Schweinemarkt ist derzeit nicht zu erkennen. Die Schweinepreise verharren auf dem sehr niedrigen Niveau, denn das über die Feiertage zusätzlich aufgelaufene Angebot an Schweinen muss erst einmal vom Markt. Außerdem waren die Schlachtzahlen auch über den Jahreswechsel sehr hoch und in den Kühlhäusern der Schlachter könnte durchaus noch einiges an Ware liegen. Die vom BLE jetzt abgerechnete letzte volle Woche des alten Jahres (51 KW) weist jedenfalls den höchsten wöchentlichen Wert der Schweineschlachtung für das Jahr 2014 aus. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Angebotssituation und der Produktions-Prognosen für das erste Quartal 2015, bleibt auch die Preiserwartung am Terminmarkt sehr pessimistisch. Dort rechnet man für die nächsten drei Monate nur mit Preisen um die 1,30 Euro.
 
VEZG-Preis auf sehr niedrigem Niveau stabil
In der ersten Januarwoche (07.01) wurde der bis nächsten Mittwoch (14.01) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine unverändert bei 1,28 Euro/kg SG belassen. Eine Spanne bei den Preismeldungen gab es diesmal jedoch nicht. Schlachtsauen (M) wurden nur noch mit 1,04 Euro/kg SG notiert und damit nochmals 2 Ct niedriger. Am Dienstag (06.01) wurden die Schweine auf der Internetversteigerung der ISN mit 1,31 Ct gehandelt. Damit ist der Preis der ISN-Internetbörse gegenüber der letzten Versteigerung vom Dezember (1,35 Euro) um 4 Ct niedriger. Bei der aktuellen Auktion konnten nur 50 % der angebotenen Schweine auch verkauft werden. Die Preisspanne auf der Internetschweinbörse lag bei 1,30 Euro/kg bis 1,31 Euro/kg.
 
Schlachtzahlen nochmals mit Rekord
Die Zahl der geschlachteten Schweine erreicht in der letzten vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche bis 21. Dezember den höchsten Stand des Jahres. Mit insgesamt 1.106.234 geschlachteten Tieren wurden nochmals 2,5 % mehr Schweine abgerechnet wie in der Woche zuvor (1.079.614). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge 2,0 % größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (2013). In der Summe der ersten 51 Wochen des aktuellen Kalenderjahres 2014 (Januar bis 21. Dezember) ist die Zahl der insgesamt geschlachteten Schweine rund 1 Prozent größer als 2013. Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm in der letzten Woche (bis 21. Dezember) um 7 Prozent auf 18.932 Tiere zu.
 
Auszahlungspreise 26 Ct unter Vorjahr
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 21. Dezember durchschnittlich ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,37 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E wurden den Landwirten 1,33 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 14.12) haben sich die Auszahlungspreise für S-Schweine nicht verändert. Für E-Schweine blieben die Preise ebenfalls unverändert. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin rund 26 Ct niedriger. Im letzten Jahr (2013) gingen die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,66 Euro/kg auf 1,60 Euro zurück. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 21. Dezember 2014 mit 1,05 Euro/kg SG und damit nochmals zu 1 Ct niedrigeren Preisen abgerechnet.
 
Preiserwartungen unverändert schwach
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) liegen die Preiserwartungen für den Januar 2015 am heutigen Mittwoch (07.01) bei knapp 1,30 Euro/kg und damit ebenso so hoch wie Ende Dezember (1,30). Für den Februar liegen die Kontraktpreise derzeit ebenfalls unverändert bei 1,31 Ct/kg und für den März 2015 bewegen sich die Terminmarktpreise bei knapp 1,33 Euro. Auch für den April erwartet der Markt derzeit nicht mehr als knapp 1,33 Euro. Erst im Mai rechnet man dann mit einem Anstieg der Schweinepreise auf 1,50 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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