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Analyse

Schweinepreise fallen auf Dreijahrestief

von , am
02.10.2014

Zum Monatswechsel hat das Angebot an Schlachtschweinen nochmals zugenommen und drückt die Schweinepreise den tiefsten Stand seit März 2011.

© Mühlhausen/landpixel
Zum Monatswechsel hat das Angebot an Schlachtschweinen nochmals zugenommen und drückt die Schweinepreise auf ein neues Jahrestief und zudem auf den tiefsten Stand seit März 2011 - also seit dreieinhalb Jahren. In der letzten Abrechnungswoche hat die Anzahl der in Deutschland geschlachteten Schweine nochmals zugenommen und bewegt sich damit die zweite Woche in Folge deutlich über der 1-Mio.-Marke und zudem auf einem neuen Rekordwert für dieses Jahr. Mehr Schweine wurden zuletzt im Dezember 2013 geschlachtet. Mit den anhaltend hohen Angebotszahlen waren auch die Erwartungen an eine Preisstabilisierung erst einmal vom Tisch.
 
Feiertag erhöht den Angebotsdruck
In der ersten Oktoberwoche fehlt durch den Feiertag ein Schlachttag und das auf dem Markt drängende Angebot muss auf weniger Schlachttage verteilt werden. Das führt zu zusätzlichem Preisdruck. Mittlerweile übertreffen die Schlachtzahlen auch die achte Woche in Folge die bereits sehr hohen Vorjahreswerte. Gleichzeitig hat die wöchentliche Schlachtung von August bis Ende September um knapp 17 % zugenommen. Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) liegen die Preiserwartungen für die Monate Oktober und November weiterhin deutlich über dem aktuellen Marktpreis. Auch dort dürfte es jedoch bald zu Anpassungen der Preiserwartungen nach unten kommen, wenn sich der Markt nicht schnell dreht. Danach sieht es kurzfristig jedoch nicht aus.
 
Schweinepreise fallen auf den Stand von 2011
Am Mittwoch (01.10) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (07.10) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine nochmals um 6 Ct auf 1,40 Euro/kg SG gesenkt. Diese Woche wurde für den VEZG-Preis eine Preispanne von 1,40 Euro/kg SG bis 1,43 Euro/kg SG genannt. Ähnlich niedrig waren die Schweinepreise in Deutschland zuletzt im März 2011 also vor dreieinhalb Jahren. Derzeit ist das Angebot in Deutschland jedoch erheblich größer als im Jahr 2011. Am Dienstag (30.09) hatten die Schweinepreise auf der Internetversteigerung der ISN bereits um 4 Ct bei 1,44 Euro nachgegeben. Damit liegt der ISN-Preis 4 Ct über dem aktuellen VEZG-Preis. Die Preise bei der Internetschweinbörse bewegten sich in einer Spanne von 1,42 Euro/kg bis 1,45 Euro/kg.
 
Schlachtung die zweite Woche über der 1-Mio.-Marke
Die Zahl der geschlachteten Schweine nahm in der letzten Schlachtwoche bis 28. September nochmals leicht zu und erreicht den höchsten Wert dieses Jahres. Mit insgesamt 1.016.270 geschlachteten Schweinen wurden 0,9 Prozent mehr Schweine abgerechnet als in der Woche zuvor (1.006.910). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge knapp 3,3 % größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche. Damit übertreffen die Schlachtzahlen jetzt die achte Woche in Folge die bereits sehr hohen Vorjahreswerte. Gleichzeitig hat die Schlachtung seit August um knapp 17 % zugenommen. In der Summe der ersten 39 Wochen des aktuellen Kalenderjahres 2014 (Januar bis 28. September) ist die Zahl der insgesamt geschlachteten Schweine weiterhin etwas größer als die Rekordschlachtung aus dem Jahr 2013. Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm in der letzten Woche (bis 28. September) um 1,0 % auf 18507 Tiere zu.
 
Auzahlungspreise entfernen sich immer weiter vom Vorjahr
Der den Landwirten von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 28. September durchschnittlich ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse E lag bei 1,49 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse S wurden den Landwirten 1,53 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 21.09) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine und für E-Schweine 7 Ct niedriger. Gegenüber dem Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin (28. September) rund 27 Ct niedriger und das Niveau von 2012 wurde um 40 Ct verfehlt. Im letzten Jahr (2013) sind die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,81 Euro auf 1,78 Euro/kg zurückgegangen. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 28. September 2014 mit 1,23 Euro/kg SG zu 6 Ct niedrigeren Preise abgerechnet.
 
Terminmarkt rechnet (noch) mit Preiserholung
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) haben sich die Kontraktpreise für Schlachtschweine für die vorderen Termine kaum verändert. Für die hinteren Termine gingen die Kurse jedoch deutlich zurück, was offenbar die derzeitigen sehr pessimistischen Preiserwartungen spiegelt. Damit liegen die Kontraktpreise für den und Oktober und den November weiterhin deutlich über den aktuellen Auszahlungspreisen. Am Mittwoch (01.10) wurde der Oktoberkontrakt am Terminmarkt mit knapp 1,55 notiert und eben so teuer wie in der Vorwoche (1,55) jedoch rund 15 Ct über dem aktuellen VEZG-Preis. Der Novembertermin beendete den Handel am Mittwoch unverändert bei 1,57 Euro/kg SG und ebenfalls auf dem Niveau der Vorwoche (1,57 Euro). Der Dezember wurde unverändert mit 1,53 Euro gehandelt. Im Januar erwartet man am Terminmarkt derzeit Schweinepreise von 1,40 Euro/kg und damit 5 Ct niedrigere Kurse als in der Vorwoche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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