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Analyse

Schweinepreise haben wenig Spielraum

von , am
28.05.2015

In Mecklenburg-Vorpommerm sollen konventionelle Mastschweine als Bioschweine verkauft worden sein. © Mühlhausen/landpixel
 
Nach Pfingsten haben die Schweinepreise ihr bisheriges Niveau behauptet. Einen preiswirksamen Nachfrageschub hat das relativ kühle Wetter weiterhin verhindert. Gleichzeitig bleibt das Angebot an Schlachtschweinen groß, wie die aktuellen Schlachtdaten deutlich machen. Für den deutschen Markt rechnet die EU-Kommission allerdings in der zweiten Jahreshälfte mit einem relativ deutlichen Rückgang der Schlachtungen. Ob diese Prognose eintrifft, hängt jedoch auch von der Marktentwicklung in unseren Nachbarländern ab, denn rund 20 % der jährlich in Deutschland geschlachteten Schweine kommen als Ferkel bzw. Schlachtschweine aus Dänemark und den Niederlanden.
 
Zur Angebotsentwicklung in Deutschland:
Deutsche Schweineschlachtung soll deutlich zurückgehen
https://agrarmanager.agrarheute.com/schweineprodprogdeu2015
 
VEZG-Preis bleibt unverändert, kleine Spanne
In der letzten Maiwoche (27.05) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (03.06) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine unverändert bei 1,45 Euro je kg SG belassen. Die Preispanne lag bei der aktuellen Notierung zwischen 1,45 Euro und 1,47 Euro und zeigt eine relativ große Übereinstimmung der Erzeugergemeinschaften bei der Einschätzung der Marktlage. Bei der ISN- Internetversteigerung am gestrigen Dienstag (26.05) wurden die Schweine ebenfalls zu unveränderten Preisen mit 1,51 Ct zu gehandelt. Die Preisspanne war mit 1,50 Euro/kg bis 1,52 Euro/kg ebenfalls sehr eng. Bei der ISN-Auktion wurden allerdings nur 47 % der angebotenen Schweine auch verkauft.
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Schlachtzahlen steigen wieder über 1.-Mio.-Marke
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine nahm in der letzten vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche bis 24. Mai (vor Pfingsten) deutlich zu. Mit 1.011.512 geschlachteten Schweinen wurden 16 % mehr Tiere abgerechnet als in der um einen Schlachttag verkürzten Vorwoche (870.357). Damit liegt die Schlachtung auch wieder deutlich über der 1.-Mio.-Marke. Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge 8,7 % größer als die Vorjahreswoche (930.837). Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm in der aktuellen Woche bis 24. Mai um 34 % auf 21.054 Tiere zu und liegt damit 18 % höher als in der vergleichbaren Woche im letzten Jahr (17.832) zu diesem Termin.
 
Schweinepreise sind 21 Cent niedriger als 2014
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 24. Mai durchschnittlich an die Landwirte ausgezahlten Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,48 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E erhielten die Landwirten 1,44 Euro/kg SG. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 17.05) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine damit 2 Cent höher. Für E-Schweine wurden ebenfalls 2 Ct höhere Preise ausgezahlt. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin 21 Ct niedriger. Im letzten Jahr (2014) waren die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,63 Euro je kg SG auf 1,67 Euro je kg SG um 5 Cent gestiegen und legten auch in den nächsten Wochen weiter zu. Schlachtsauen (M) wurden in der Schlachtwoche bis zum 24. Mai mit 1,03 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu unveränderten Preisen. Im Vergleich zum letzten Jahr (1,34) sind die Sauenpreise derzeit 31 Ct niedriger.
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Terminmarkt sieht nur moderate Preiserholung
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den Juni bei 1,48 Euro und damit 1 Cent niedriger als vorige Woche (Vw: 1,49) und nur 3 Cent höher als der aktuelle VEZG-Preis. Der Juli notierte mit 1,52 Euro ebenfalls 1 Cent niedriger als vorigen Woche (Vw: 1,53). Für den Augusttermin erwartet man derzeit Preise von 1,54 Euro (Vw. 1,53) und damit 1 Cent mehr als eine Woche zuvor. Der September wird ebenfalls mit 1,54 gehandelt und der Oktober mit 1,56 Euro.
 
Kommission bestätigt schwache Preiserwartungen
Die von der EU-Kommission Ende Mai für das Gesamtjahr 2015 erwarteten europäischen Schweinepreise wären mit 147,8 Euro je 100 kg Schlachtgewicht, die niedrigsten Preise seit dem Jahr 2010 (140,2 Euro je 100 kg). Das bereits schwache Niveau des Vorjahres (2014) von 156,6 Euro je 100 kg SG würde damit um knapp 6 % verfehlt und der Abstand zu den Preisen von 2013 (175,5 Euro/100 kg) beträgt sogar 15 %.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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