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Analyse

Schweinepreise mit Luft nach oben

von , am
10.09.2015

Die Schweinepreise steigen in dieser Woche weiter.

© landpixel
 
Die Schweinepreise steigen auch in dieser Woche weiter. Dabei war der Preisaufschlag etwas kleiner als in der Woche zuvor. Die Zahl der geschlachteten Schweine hat im Vergleich zur Vorwoche zwar leicht zugenommen, jedoch ist die Schlachtmenge deutlich kleiner als im vorigen Jahr zu diesem Termin und auch kleiner als vor zwei Jahren. Damit stützt die aktuelle Angebotssituation auf jeden Fall die Schweinepreise.
 
Gleichzeitig zieht die Nachfrage im Einzelhandel mit dem Ferienende spürbar an und sorgt für einen zügigen Abverkauf durch die Schlachtunternehmen. Sollte das Angebot nicht weiter wachsen, könnte die Preise in den nächste Wochen durchaus weiter steigen und den preislichen Rückstand zum Vorjahr aufholen. Im vorigen Jahr haben die Schlachtzahlen (und das Angebot) ab Ende September und im Oktober allerdings kräftig zugenommen und die Schweinepreise sind drastisch abgestürzt.
 
VEZG-Preis steigt um 3 Cent auf 1,48 Euro
In der zweiten Septemberwoche (09.09) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (12.09) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine um 3 Cent auf 1,48 Euro je kg SG nach oben gesetzt. Die Preispanne lag bei der aktuellen Notierung relativ eng zwischen 1,45 und 1,50 Euro je kg SG und lässt durchaus noch etwas Luft nach oben erkennen. Bei der ISN- Internet-Auktion am Dienstag (08.09) hatte man die Schweine unverändert zu einem Preis von 1,54 Cent gehandelt. Die Preisspanne lag zwischen 1,50 Euro/kg und 1,56 Euro/kg. Am vorigen Freitag (04.09) war der Preis auf der ISN-Auktion um 4 Cent auf 1,54 Euro gestiegen.
 
Schlachtzahlen etwas höher, aber unter Vorjahr
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine nahm in der letzten vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche bis 06. September zu, war jedoch deutlich niedriger als im vorigen Jahr zu diesem Termin. Mit 937.923 geschlachteten Schweinen wurden 1,2 % mehr Tiere abgerechnet als in der Woche zuvor (926.590). Damit war die aktuelle Schlachtmenge jedoch 4,7 % kleiner als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (984.244).
 
In den ersten 36 Wochen des laufenden Jahres bis Anfang September, war die Zahl der in Deutschland geschlachteten Schweine noch knapp 2,0 % größer als im letzten Jahr. Die Zahl der geschlachteten Sauen war in der aktuellen Woche bis 06. September mit 17.731 Tieren 4,3 % kleiner als in der vorigen Woche (18.636) und 3,0 % größer als die Sauen-Schlachtung im vorigen Jahr (17.220) zu diesem Termin.
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Schweinepreise sind 22 Cent niedriger als 2014
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 06. September durchschnittlich an die Landwirte ausgezahlten Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,46 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E erhielten die Landwirten 1,43 Euro/kg SG. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 30.08) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine um 3 Cent gestiegen. Für E-Schweine wurden 4 Cent höhere Preise ausgezahlt.
 
Im Vergleich zum Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin 22 Cent niedriger. Im letzten Jahr (2014) lagen die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche unverändert bei 1,67 Euro je kg SG. Schlachtsauen (M) wurden in der Schlachtwoche bis zum 06. September mit 1,0 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu 3 Cent höheren Preisen. Im Vergleich zum letzten Jahr (1,32) sind die Preise für Schlachtsauen derzeit 32 Cent niedriger.
 
Wenig Bewegung am Terminmarkt 
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den Oktoberkontrakt am Mittwoch (09.09) bei 1,40 Euro. Das war das gleiche Niveau wie in der Vorwoche (1,40) sowie 8 Cent weniger als der aktuelle Kassapreis (VEZG). Der Novembertermin wurde mit 1,41 Euro gehandelt und damit 1 Cent höher als in der vorigen Woche (1,40) und 7 Cent unter dem derzeitigen Kassapreis. Der Dezember wurde am Terminmarkt mit 1,38 Euro notiert und damit 2 Cent höher als vor einer Woche (1,36).
 
Dr. Olaf Zinke
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