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Analyse

Schweinepreise steigen nur langsam

von , am
20.05.2015

Ende Mai kommen die Schweinepreise langsam nach oben.

© Vladimir Mucibabic/fotolia.de
 
Ende Mai kommen die Schweinepreise langsam nach oben. Offenbar hat die Nachfrage nach Grillware nun doch etwas angezogen und sorgt auch bei den Schlachtunternehmen für eine etwas lebhaftere Nachfrage nach  Schweinen. Dennoch fehlt dem Markt bislang ein noch deutlicher Schub um die Preise weiter nach oben zu bekommen. Zumindest für die nächste Woche sind die Wetteraussichten jedenfalls nicht für einen wirklichen Boom bei der Grillfleischnachfrage geeignet. Auch über Pfingsten laden die derzeitigen Wetterprognosen noch nicht zu langen Grillabenden ein. Deshalb könnte die derzeitige Nachfragebelebung auch nur von kurzer Dauer sein, wenn vor Pfingsten im Einzelhandel nicht genug Ware abgerufen wird. Das Angebot an Schweinen bleibt jedenfalls nach allen bisherigen Prognosen und Daten groß und trägt wohl nicht mit zu einer Preiserholung bei.
 
VEZG-Preis steigt moderat, relativ große Spanne
In der dritten Maiwoche (20.05) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (27.05) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine um 3 Cent auf 1,43 Euro je kg SG angehoben. Die Preispanne lag bei der aktuellen Notierung zwischen 1,42 Euro und 1,47 Euro und macht damit auch nicht ganz einheitliche Sicht der Erzeugergemeinschaften auf die Marktlage deutlich. Bei der ISN- Internetversteigerung am gestrigen Dienstag (19.05) wurden die Schweine mit 1,51 Ct zu unveränderten Preisen gehandelt. Die Preisspanne war mit 1,49 Euro/kg bis 1,52 Euro/kg deutlich enger als bei der VEZG-Notierung. Dabei wurden bei der ISN-Auktion jedoch nur 67 % der angebotenen Schweine auch verkauft.
 
Schlachtzahlen feiertagsbedingt kleiner
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine nahm in der letzten vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche bis 17. Mai wegen der um einen Tag verkürzten Schlachtwoche (Himmelfahrt) ab. Mit 870.357 geschlachteten Schweinen wurden 15 % weniger Tiere abgerechnet als in der Vorwoche (1.028.728) als die Schlachtung relativ deutlich über der 1.-Mio.-Marke lag. Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge nur 3,5 % kleiner als in der nicht um einen Tag verkürzten Vorjahreswoche (907.042). Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm in der aktuellen Woche bis 17. Mai um 19 % auf 15.695 Tiere ab und liegt gleichzeitig 18 % niedriger als in der nicht verkürzten Woche im letzten Jahr (17.042) zu diesem Termin.
 
Schweinepreise 20 Cent niedriger als 2014
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 17. Mai durchschnittlich an die Landwirte ausgezahlten Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,46 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E erhielten die Landwirten 1,42 Euro/kg SG. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 10.05) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine damit unverändert. Für E-Schweine wurden 1 Ct höhere Preise ausgezahlt. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin 20 Ct niedriger. Im letzten Jahr (2014) blieben die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche mit 1,63 Euro je kg SG unverändert. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 17. Mai mit 1,03 Euro/kg SG abgerechnet und damit mit unveränderten Preisen. Im Vergleich zum letzten Jahr (1,35) sind die Sauenpreise derzeit 32 Ct niedriger.
 
Terminmarkt geht für die hinteren Termine runter
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den auslaufenden Mai unverändert bei 1,50 Euro/kg SG und damit 7 Ct über dem Niveau des aktuellen VEZG-Preises sowie unverändert zur letzten Woche (1,50 Euro/kg). Der Juni notiert 3 Ct höher als vorige Woche bei knapp 1,49 Euro (Vw: 1,46) und der Juli blieb stabil bei 1,53 Euro ab (Vw: 1,53). Für den Augusttermin erwartet man hingegen nur noch Preise von 1,53 Euro (Vw. 1,57) und damit 4 Cent weniger als vor einer Woche.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
 
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