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Analyse

Schweinepreise steigen mit den Temperaturen

von , am
05.06.2015

In der ersten Juniwoche kommen die Schweinepreise endlich etwas nach oben.

© Mühlhausen/landpixel
 
In der ersten Juniwoche kommen die Schweinepreise endlich etwas nach oben. Ursache ist die witterungsbedingt jetzt offenbar spürbar anziehende Nachfrage nach Grillfleisch im Einzelhandel. Damit verbessert sich auch die Erlössituation für die Schlachtunternehmen und am Ende auch für die Mäster. Allerdings hätte man sich doch einen etwas stärkeren Anstieg der Schweinpreise gewünscht, denn das Preisniveau ist nach wie vor erheblich niedriger als in den letzten 5 Jahren.
 
Gegen eine stärkere Preiserholung spricht indessen das weiterhin relativ große Angebot an Schlachtschweinen am deutschen Markt. Dieses ist bislang jedenfalls größer als im letzten Jahr (2014). Das trifft auch für die letzte, um einen Tag verkürzte Schlachtwoche zu. Die Aussichten auf eine weitere Preiserholung sind jedoch nicht so schlecht, denn das sehr warme Wetter der nächsten Tage könnte der Grillfleischnachfrage noch einmal einen kräftigen Schub geben und auch die Schweinepreise weiter nach oben ziehen.
 
VEZG-Preis steigt um 3 Cent
In der ersten Juniwoche (03.06) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (10.06) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine um 3 Cent auf 1,48 Euro je kg SG angehoben. Die Preispanne lag bei der aktuellen Notierung zwischen 1,47 Euro und 1,49 Euro und zeigt weiterhin eine relativ große Übereinstimmung der Erzeugergemeinschaften bei der Einschätzung der Marktlage. Bei der ISN- Internet-Auktion am Dienstag (02.06) wurden die Schweine weiterhin zu unveränderten Preisen mit 1,51 Cent zu gehandelt. Die Preisspanne war mit 1,48 Euro/kg bis 1,55 Euro/kg allerdings deutlich größer als bei den letzten Auktionen. Bei der aktuellen ISN-Auktion wurden immerhin 88 % der angebotenen Schweine auch verkauft.
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Schlachtzahlen (Angebot) größer als 2014
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine ging in der letzten vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche, wegen der um einen Tag verkürzten Schlachtwoche, (Pfingstmontag) zurück. Mit 872.249 geschlachteten Schweinen wurden 14 % weniger Tiere abgerechnet als in der Woche davor (1.011.512). Trotz des Rückgangs war die aktuelle Schlachtmenge noch 1,0 % größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (858.845). In den ersten 22 Wochen des Jahre 2015 bis Ende Mai, lag die Zahl der in Deutschland geschlachteten Schweine knapp 3 % über dem Vorjahreswert. Die Zahl der geschlachteten Sauen ging in der aktuellen Woche bis 31. Mai um 12 % auf 16.383 Tiere zurück und liegt damit jedoch 11 % höher als in der Woche im letzten Jahr (14.730) zu diesem Termin.
 
Abstand der Schweinepreise zu 2014 wird größer
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 31. Mai durchschnittlich an die Landwirte ausgezahlten Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,50 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E erhielten die Landwirte 1,46 Euro/kg SG. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 24.05) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine damit 2 Cent höher. Für E-Schweine wurden ebenfalls 2 Cent höhere Preise ausgezahlt. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin 23 Cent niedriger. Im letzten Jahr (2014) waren die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,67 Euro je kg SG auf 1,71 Euro je kg SG um 4 Cent gestiegen und legten auch in den daruf folgenden Wochen (bis Juli) weiter zu. Schlachtsauen (M) wurden in der Schlachtwoche bis zum 31. Mai mit 1,03 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu unveränderten Preisen. Im Vergleich zum letzten Jahr (1,35) sind die Preise für Schlachtsauen derzeit 32 Cent niedriger.
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Preiserwartungen am Terminmarkt kaum verändert
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den Juni bei knapp 1,49 Euro und damit 1 Cent höher als vorige Woche (Vw: 1,48) und zudem etwa auf dem Niveau des aktuellen VEZG-Preises. Der Juli notierte bei knapp 1,53 Euro und damit ebenfalls 1 Cent höher als vorigen Woche (Vw: 1,52). Für den Augusttermin erwartet man derzeit weiterhin Preise von 1,54 Euro (Vw. 1,54). Der September wird ebenfalls unverändert mit 1,54 gehandelt und der Oktober mit 1,56 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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