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Analyse

Schwein/EU: Export läuft besser als gedacht

von , am
02.04.2014

Deutschland war auch 2013 (trotz rückläufiger Ausfuhrmengen) der mit Abstand größte europäische Exporteur von Schweinefleisch.

© Mühlhausen/landpixel
Die Ausfuhr von Schweinefleisch aus der EU in Drittländer entwickelte sich im Januar 2014 relativ stabil. Zwar sind die Exporte nach Russland schon im Januar 2014 (vor dem Importstopp) um rund 20 % zurückgegangen und in die Ukraine sogar um 40 %, gleichzeitig waren Ausfuhren nach Japan und nach Südkorea deutlich größer als im letzten Jahr. Damit wurde Anfang 2014 unter dem Strich ähnlich viel Schweinefleisch in Drittländer exportiert wie im Januar 2013. Im zurückliegenden Jahr 2013 erreichte die Ausfuhr von Schweinefleisch mit 3,1 Mio. t (Produktgewicht) den bislang zweithöchsten Wert nach 2011 (3,13 Mio. t) überhaupt. Deutschland war auch 2013 (trotz rückläufiger Ausfuhrmengen) der mit Abstand größte europäische Exporteur von Schweinefleisch.
 
China jetzt wichtigster Absatzmarkt
Nimmt man ein Ranking zwischen den wichtigsten Absatzmärkten vor lag China im Januar 2014 auf Position 1 der europäischen Exportmärkte mit einem Anteil an allen Ausfuhren von etwa 25 %. Allerdings ist der Export nach China (anders als in den letzten Jahren) nicht mehr weiter gewachsen. Zweitwichtigster Absatzmarkt mit einem Anteil von 17 % an allen europäischen Exporten war Russland. Hier ist die Ausfuhrmenge jedoch bereits im Januar um 17 % zurückgegangen und dürfte vor dem Hintergrund des seit Februar bestehenden Importstopps auf Null fallen. Auf Position drei der wichtigsten europäischen Exportmärkten rangiert Hongkong, mit einem Anteil an allen Ausfuhren von 13 % und einer nahezu stabilen Importmenge im Vergleich zum Vorjahr.
 
Europäer profitieren von Problemen der USA
Die Nummer vier unter den wichtigsten Absatzmärkte für europäisches Schweinefleisch wart im Januar 2014 Japan mit einem Anteil an den Ausfuhren von 10 % und einem Exportzuwachs zum Vorjahr von 36 %. Hier spielen offenbar bereits die Lieferprobleme der USA wegen der dortigen Angebotsverknappung und dr rasant steigenden Schweinepreise infolge des Schweinevirus Porcine Epedemic Diarrhea (PEDv) eine maßgebliche Rolle. (Japan ist neben Mexiko der wichtigste Exportmarkt der USA).
 
Mehr Exporte nach Südkorea, weniger in die Ukraine
Mit einem Anteil von 6 % an allen Ausfuhren rangiert dann Südkorea auf de Position 5 unter den wichtigsten Exportmärkten. Aus ähnlichen Gründe wie nach Japan (Lieferprobleme und hohe Preise der USA) sind die Ausfuhren nach Süd-Korea im Januar um 91 % (!!) gewachsen. Die Nummer 6 unter den europäischen Exportmärkten sind die Philippinen und die Nummer 7 die Ukraine, mit einem Handelsanteil von 2,2 %. Allerdings sind die Ausfuhren in die Ukraine im Januar 2014 um 40 % eingebrochen. Hinter der Ukraine folgen derzeit als nächstwichtige Exportmärkte die USA, Angola und Weißrussland.
 
Russland war 2013 der wichtigste Exportmarkt
Im zurückliegenden Jahr 2013 haben die EU-Länder insgesamt 3,1 Mio. t Schweinefleisch in Drittländer exportiert. Das war die bislang größte Ausfuhrmenge seit dem Jahr 2011 (3,13 Mio. t). Wichtigster Exportmarkt war im letzten Jahr allerdings noch Russland mit einem Anteil von 24 % an allen europäischen Schweinefleischausfuhren, gefolgt von China mit einem Anteil von 21,5 % an allen Exporten. (Im Jahr 2010 kam China auf knapp 8 %). Mit einigem Abstand folgen dann als die nächstwichtigen Exportmärkte: Honkong-Kong (12,5 %), Japan (7,5 %), die Ukraine (4 %), Süd-Korea (3,3 %), die Philippinen (3,2 %) sowie Weißrussland (2,8 %).
 
Deutschland mit Abstand größter Exporteur
Größer Einzelexporteur der EU war im Jahr 2013 Deutschland, mit einem Anteil an allen Ausfuhren von knapp einem Viertel (24 %). Im Vergleich zum Vorjahr (2012) sind die deutschen Ausfuhren allerdings um etwa 6 % zurückgegangen. Auf Position zwei der wichtigsten europäischen Exporteure folgt dann Dänemark, mit einem Anteil an allen Ausfuhren von knapp einem Fünftel (19 %). Die dänischen Exporte sind 2013 allerdings um knapp 3 % gewachsen. Weitere wichtige europäische Exporteure in Drittländer sind (trotz einer dramatisch schrumpfenden eigenen Produktion) Polen (11 %) sowie Spanien (9 %), die Niederlande (8 %) und Frankreich (8 %).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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