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Analyse

Schwein/USA: Kostenrückgang bringt Mäster in die Gewinnzone

von , am
19.02.2014

Relativ stabile Marktverhältnisse erwartetet das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) bislang für 2014 am US-Schweinemarkt.

© Mühlhausen/landpixel
 
Relativ stabile Marktverhältnisse erwartetet das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) bislang für 2014 am US-Schweinemarkt.Die Produktion wächst leicht, die Exporte nehmen moderat zu und die Schweinepreise sind etwas niedriger als 2013. Zunehmende Probleme bereitet den US-Farmern indessen die zum Jahresbeginn deutlich zunehmende Anzahl an Neuerkrankungen mit der Schweinekrankheit PEDv (Porcine Epedimic Diarrhea). Das USDA reduzierte deswegen seine Produktionserwartung gegenüber der letzten Schätzung. Ausgeglichen wird der Rückgang jedoch etwas durch die höheren Schlachtgewichte. Entlastet werden die Schweinehalter allerdings durch die deutlich gefallenen Futterkosten, die von Juni 2013 bis Dezember 2013 um 22 % zurückgingen. Trotz der ebenfalls gefallenen Schweinepreise wirtschaften die US-Mäster seit Mitte 2013 wieder mit Gewinn.
 
Produktion nimmt nur leicht zu
Das US-Landwirtschaftsministerium erwartet für 2014 auf der Basis der aktuellen Bestandsentwicklung und der Entwicklung der Schlachtungen mit 10,6 Mio. t eine rund 1 % größere Produktion als 2013. Vor der deutlichen Zunahme der Krankheitsfälle im Januar mit der Schweinekrankheit PEDv (Porcine Epedimic Diarrhea) war das USDA sogar von einem Produktionsanstieg von 1,7 % ausgegangen. Ausgeglichen wird die krankheitsbedingte Drosslung der Produktion (Rückgang der Tierzahl) durch die steigenden Schlachtgewichte. Im Dezember 2013 hatte das USDA insgesamt 65,9 Mio. Schweine gezählt und damit 1 % weniger als im Jahr zuvor. Die Zahl der Zuchtsauen war mit 5,76 Mio. Tieren ebenfalls 1 % kleiner als 2012.
 
Preise etwas niedriger als 2013
Für das Jahr 2014 erwartet das USDA für Schweinepreise (Barrows and Gilts) von durchschnittlich 1,88 USD/kg Schlachtgewicht (63 Ct/lb LG). Im Vorjahr (2013) hatten die Farmer für ihre Schweine im Jahresmittel 1,91 USD/kg SG (64 Ct/lb LG) bekommen und im Jahr 2012 lag der Durchschnittspreis bei 1,81 USD/kg SG. Von Mai bis Oktober 2013 hatten die Preise sogar über 2,00 USD/kg gelegenen. Bis zum Januar 2014 waren die Kurse dann dem saisonalen Verlauf folgend bis auf 1,81 USD/kg SG (60,9 Ct/lb) gefallen. Für das Jahr 2014 erwartet das USDA die höchsten Preise im zweiten und dritten Quartal mit jeweils 1,97 USD/kg SG und bis zum Jahresende sollen die Preise bis auf 1,76 kg USD /SG fallen.
 
Mäster machen wieder Gewinn
Nach Berechnungen von US-Ökonomen der Iowa State Universität wirtschaften die US-Mäster trotz des Preisrückgangs in der zweiten Jahreshälfte 2013 etwa seit Juli 2013 mit Gewinn (der im Oktober am größten war). Im gesamten ersten Halbjahr 2013 wurden in d er US-Schweinmast allerdings erhebliche Verluste gemacht. Grund für die Besserung der ökonomischen Situation ist der scharfe Rückgang der Futterkosten, der von Juni bis Dezember rund 22 % betrug bzw. mehr als 40 USD/Tier. Seit Oktober 2013 sind die Gewinne mit den weiter fallenden Schweinepreisen zwar wieder kleiner geworden, Anfang 2014 wirtschaften die Mäster aber dennoch grünen Bereich.
 
Exporte sollen zunehmen, Russen machen Probleme
Beeinflusst wird die Marktentwicklung ganz wesentlich durch den Export. Dieser hatte vor zwei Jahren (2012) mit rund 2,44 Mio. t seinen bisherigen Höchsttand erreicht und war im Jahr 2013 um 7 % auf 2,26 Mio. t zurückgegangen. Für das Jahr 2014 erwartet das USDA wieder einen moderaten Anstieg der Ausfuhren um etwa 3 % auf 2,33 Mio. t. Die wichtigsten Exportmärkte für Schweinefleisch aus den USA waren im Jahr 2013 Japan (27 %), Mexiko (25 %), Kanada (12 %), China (10 %), Südkorea und Australien. Die Ausfuhr nach Russland ist 2013 wegen Handelsrestriktionen nahezu zum Erliegen gekommen. Im Jahr zuvor (2012) war die Russen (5 %) noch die Nummer 6 unter den US-Exportmärkten. Leicht rückläufig war 2013 auch der Export nach Japan und Kanada und deutlich kleiner waren die Ausfuhren nach Südkorea und China. Gewachsen ist hingegen die Ausfuhr nach Mexiko, Hong Kong und nach Lateinamerika.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass.
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