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Analyse

Schwein/USA: Schweinepreise auf Allzeithoch

von , am
07.03.2014

Seit Jahresbeginn sind die Schweinepreise am Terminmarkt um mehr als 30 % gestiegen

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Schweinepreise in den USA kletterten diese Woche auf ein neues Allzeithoch. Drei Handelstage hintereinander wurden am Terminmarkt in Chicago neue Rekordpreise notiert. Und das ist offensichtlich noch nicht das Ende der außergewöhnlichen Rallye. Auch am Donnerstag (06.03) Nachmittag (MEZ) steigen die Schweinepreise in Chicago kräftig weiter und markieren schon wieder neue Höchststände. Seit Jahresbeginn sind die Schweinepreise am US-Terminmarkt damit um mehr als 30 % gestiegen. Am Kassamarkt sind die Preise allein in den letzten vier Wochen um mehr als 20 nach oben geschossen und steigen ebenfalls weiter. Hintergrund für diese beispiellose Preis-Rallye ist die unerwartet rasche Ausbreitung des Schweinevirus Porcine Epedemic Diarrhea (PEDv) seit dem Herbst 2013.
 
Verluste sehr hoch, Produktionseinbruch
Genaue Zahlen über die bisherigen Auswirkungen der Seuche auf den US- Schweinebestand und die Produktion gibt es noch nicht. Die vom National Animal Health Laboratory Network gemeldeten Neuausbrüche steigen jedoch von Monat zu Monat an. In 25 Bundesstaaten werden bislang Krankheitsausbrüche gemeldet. Im Februar lag die Zahl die neu gemeldeten Fälle bei 3.253. Im Dezember waren es nur 1998 Fälle. Das ist eine Verdopplung der Krankheitsfälle. Die National Porc Producer Council schätzte die Zahl der bislang gestorbenen Ferkel auf auf über 4 Mio. Tiere. Ein Industrieanalyst aus Des Moines im Bundesstaat Iowa veranschlagt den möglichen Produktionsrückgang bis Juli auf 13 %. Wegen der gestiegenen Schlachtgewichte könnte die Produktion im Juli insgesamt um 9 % bis 10 kleiner sein. Das wäre geradezu dramatisch und hätte sicherlich einen weitern Anstieg der Preise zur Folge.
 
USDA muss Marktdaten anpassen
Das USDA wird die Auswirkungen der PEDv auf den Schweinmarkt in der nächsten Markteinschätzung Anfang der nächsten Woche aktualisieren. Im Februar war das USDA für das Gesamtjahr 2014 sogar noch von einem leichten Produktionsanstieg von 1 % ausgegangen. Im Vergleich zum Vormonat hatte man die Produktionserwartung wegen der PEDv allerdings schon 1 % reduziert . Am Terminmarkt in Chicago hat sich das Handelsvolumen bei Schweinen in kurzer Zeit mehr als verdoppelt berichten Analysten. Auch im Großhandel steigen die Preise rasant an. In der letzten Woche meldeten US-Händler am einen Preisanstieg von 7 %. Das war im Großhandel die achte Woche in Folge mit steigenden Preisen sowie der längste Preisanstieg seit dem Jahr 1997.
 
Trotz Allzeithoch steigen die Preise weiter
Am Terminmarkt in Chicago verteuerte sich der Märzkontrakt für die sogenannten Lean Hogs innerhalb einer Woche um 7 %.  Seit Jahresbeginn sind die Schweinepreise in den USA damit um mehr als 30 % gestiegen. Dabei sind die Preise für die hinteren Kontrakte bis Juni noch deutlich höher asl für den März, denn bis zum Sommer erwartet man die stärksten Produktionseibußen. Erst ab dem Herbst nimmt das Angebot wieder zu und die Preise gehen deutlich zurück. Während der Märzkontrakt am Mittwoch auf seinem bisherigen Rekordstand bei 111,68 Ct/lb (2,46 USD kg SG) notiertet kostete der Maitermin bereits 114,9 Ct (2,53 USD/kg) und Juni 117,9 Ct (2,60 USD/kg). Ab Oktober 2014 gehen die Terminmarktpreise dann erst einmal wieder deutlich auf 95,9 Ct/lb (2,11 USD/kg) und für den Dezember auf 85,85 Ct/lb (1,89 USD/kg) zurück. Am Donnerstag (06.03) Nachmittag markierten die Schweinepreise in Chicago im laufenden Handel allerings schon wieder neue Rekordmarken die knapp 2 % über dem letzten Rekord lagen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass.
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