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Analyse

Schwein/USA: Schweinepreise weiter auf Rekordjagd

von , am
18.03.2014

In in den USA scheinen die Schweinepreise derzeit keine Grenze nach oben zu kennen. Rekord folgt auf Rekord und noch ist ein Ende der Rallye abzusehen.

© Mühlhausen/landpixel
 
In in den USA scheinen die Schweinepreise derzeit keine Grenze nach oben zu kennen. Rekord folgt auf Rekord und noch ist ein Ende der Rallye abzusehen, denn auch am Kassamarkt ziehen die Preise auf allen Handelsstufen weiter nach oben. Am Terminmarkt sind die Schweinepreise in den USA seit Januar um 34 % gestiegen. Allein in den letzten vier Wochen von Mitte Februar bis Mitte März schossen die Preise allerdings um 28 % nach oben. Hintergrund für diese beispiellose Preis-Rallye ist die unerwartet rasche Ausbreitung des Schweinevirus Porcine Epedemic Diarrhea (PEDv) und die damit verbundene Erwartung an eine deutlich schrumpfende Produktion mindestens bis zur bis zur Jahresmitte. Etwa im Juni erreichen die Preise nach den derzeitigen Erwartungen am Terminmarkt ihren Höhepunkt. Das USDA hat das volle Ausmaß der Marktveränderung in seinem letzten Report Anfang März offenbar aber noch nicht berücksichtigt, auch wenn an der letzten Einschätzung von vier Wochen vor allem an den Preisen schon Korrekturen vorgenommen wurden.
 
Krankheit breitet sich weiter aus
Genaue Zahlen über die Auswirkungen der Seuche auf den US- Schweinebestand und die Produktion werden allerdings erst die Ergebnisse der nächsten US-Schweinezählung am 28. März bringen(March Quarterly Hog and Pigs Report). Die vom National Animal Health Laboratory Network gemeldeten Neuausbrüche steigen jedoch weiterhin rapide an. Aus 26 Bundesstaaten wurden bislang Krankheitsausbrüche gemeldet. Anfang März lag die Zahl der Neuinfektionen bei 4.458, Anfang Februar bei 3.253 und Ende Dezember 2013 waren es 1998 Fälle. Das ist eine Verdopplung der Krankheitsfälle in rund 10 Wochen. Die National Porc Producer Council schätzte die Zahl der bis Anfang März an Krankheit bereits gestorbenen Ferkel auf über 4 Mio. Tiere.
 
USDA korrigiert Produktion nur leicht
Trotz der Ausbreitung der Porcine Epedemic Diarrhea (PEDv) reduzierte das USDA Mitte März seine Produktionserwartung gegenüber der letzten Schätzung nur leicht nach unten. Dabei erscheint die Korrektur des USDA angesichts der bisherigen Markturbulenzen doch sehr moderat und könnte bereits im April noch einmal korrigiert werden. Das US-Landwirtschaftsministerium erwartete in seiner Märzprognose für 2014 mit 10,6 Mio. t immer noch eine rund 0,7 % größere Produktion als 2013. Zwar soll die Produktionsmenge im zweiten Quartal 2014 im Vergleich zum ersten Quartal 2014 sehr deutlich um mehr als 6 % zurückgehen. Im Vergleich zum Jahr 2013 sind die für 2014 erwarteten Produktionsmengen jedoch in allen Quartalen größer. Offenbar erwartet das USDA wegen der hohen Preise und der stark gesunkenen Produktionskosten einen sehr starken Produktionsanreiz.
 
Preisanstieg übertrifft Prognose des USDA
Die Schweinepreise für das Jahr 2014 erwartet das USDA im März deutlich höhere als noch im Februar. Im Mittel des Jahres 2014 schätzte das USDA die Preise (Barrows and Gilts) jetzt auf 2,00 USD/kg Schlachtgewicht (67 Ct/lb LG), nach 1,88 USD/ kg (63 Ct/lb) im Februar. Im Vorjahr (2013) hatten die Farmer für ihre Schweine im Jahresmittel 1,91 USD/kg SG (64 Ct/lb LG) bekommen und im Jahr 2012 lag der Durchschnittspreis bei 1,81 USD/kg SG. Nach der März-Prognose des USDA sollen die Preise im zweiten und dritten Quartal 2014 etwa bei 2,09 USD/kg (70 Ct/lb) liegen. Für das vierte Quartal 2014 erwarten die USDA-Analysten dann einen Rückgang der Preise auf 1,94 USD/kg SG. Im vorangegangen Februarreport hatte das USDA an dieser Stelle /(4te Quartal) noch mit einem Rückgang der Preise bis auf 1,76 kg USD /SG gerechnet. Allerdings liegen die Kontraktpreise am Terminmarkt in Chicago derzeit schon für den April bei 2,68 USD/kg und bis zum Juni sollen die Preise bis auf 2,86 USD/kg steigen. Damit übertreffen die Preise am Terminmarkt (und auch am Kassamarkt) die letzten Prognosen des USDA sehr deutlich.
 
Mäster erwirtschaften Anfang 2014 Gewinn
Nach Berechnungen von US-Ökonomen der Iowa State Universität erwirtschaften die US-Mäster in den ersten beiden Monaten des Jahres 2014 Gewinn. Im Februar hatte sich die Marge sogar deutlich verbessert und im März wird das Plus wohl weiter wachsen. Im gesamten ersten Halbjahr 2013 hatten die US-Schweinmäster Verluste gemacht und auch die letzten beiden Monate des Jahres 2013 hatten wieder ein rotes Vorzeichen. Grund für die grundlegende Besserung der ökonomischen Situation ist der kräftigen Anstieg der Preise Anfang 2014, in Verbindung mit dem Rückgang der Futterkosten im letzten Jahr. Allein von Juni bis Dezember 2013 gaben die Futterkosten um 20 % nach. Anfang 2014 sind die Futterkosten zwar wieder leicht gestiegen, die Schweinepreise haben jedoch noch weitaus stärker zugelegt.
 
Exporte Anfang 2014 stabil
Auswirkungen hat die Marktentwicklung auch das Exportpotential der USA. Für das Jahr 2014 hat das USDA die erwartete Exportmenge im März jedoch nur leicht von 2,33 Mio. t auf 2,30 Mio. t gesenkt und bleibt doch relativ optimistisch. Im Vergleich zum Vorjahr wäre die erwartete Exportmenge damit sogar noch knapp 2 % größer. Im Januar 2014 lagen die Exporte der USA in etwa auf den Niveau des Vorjahres. Die wichtigsten Exportmärkte für Schweinefleisch aus den USA waren im Anfang 2014: Mexiko (28 %), Japan (26 %), China (10%), Kanada (10 %), Südkorea und Australien. Nach Russland gab es bis dahin keine Exporte.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass.
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