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Milchproduktion 2030

von , am
20.06.2013

Wie kann ich auch in Zukunft die Rentabilität der Milchproduktion in meinem Unternehmen sichern? Um diese Frage ging es im Wesentlichen auf der Frühjahrstagung des Interessenverbandes Milcherzeuger e.V. (IVM), die auch in diesem Jahr wieder mehr als 80 Interessenten - überwiegend Betreiber größerer Milchviehanlagen - in die Heimvolkshochschule am Seddiner See in Brandenburg lockte. Die agrarmanager-Redaktion war für Sie dabei.

Intensive Pausendiskussionen über die Milchproduktion 2030 an der Heimvolkshochschule Seddiner See © Barbara Hentschel
Unter dem Motto "Milchproduktion 2030" wagte Dieter Künstling von der IAK AgrarConsulting GmbH einen strategischen Ausblick und empfahl als erstes einen Blick zurück: "Analysieren Sie Ihren eigenen wirtschaftlichen Erfolg der letzten zehn Jahre kritisch, bevor sie an Zukunftsentscheidungen herangehen. Haben Sie mit Milch wirklich Geld verdient? Setzen Sie bei Ihren Berechnungen die genauen Kosten an. Betreiben Sie keine Augenauswischerei", appellierte er an die Teilnehmer.
 
Natürlich könne er keine Vorhersage treffen, wie sich einzelne Kennzahlen in den nächsten 17 Jahren entwickeln, aber zumindest Tendenzen gebe es: So könne man davon ausgehen, dass Leistung wie Lebensleistung weiter steigen werden. Auch die Faktorkosten für Arbeit (Mindestlohn), Boden und Kapital nehmen eher zu als ab. Und nicht zuletzt sei zu erwarten, dass die mögliche Marge zwischen Betriebsmittelkosten und Erzeugerpreisen tendenziell eher kleiner werde.
 
Unternehmerische Einflussmöglichkeiten sieht der Berater insbesondere bei den Investitionskosten, der Lebensleistung je Kuh, den Kosten und der Qualität für selbsterzeugtes Futter und ganz besonders in der Arbeitsproduktivität. Gerade bei letzterer gebe es enorme Reserven. Beispielsweise habe eine Auswertung seiner Beratungsgesellschaft eine Schwankungsbreite von 319.000 bis 822.000 kg Milch je Arbeitskraft beziehungsweise von 2,74 Ct bis zu 10,56 Ct je Liter Milch  beim Personalaufwand gezeigt. Zudem sei die Arbeitsproduktivität bisher vor allem durch eine Erhöhung der Milchleistung verbessert worden. Bei der Steigerung durch technologische Verbesserungen habe man noch lange nicht das Optimum erreicht. „Schauen Sie, was die Berufskollegen, die rentabel Milch erzeugen, anders machen“, empfahl Künstling. In Krisenzeiten könne nur jener Milchproduzent bestehen, der über Kostenführerschaft und Liquiditätsreserven verfügt.
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