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Moderne Milchproduktion nach der Quote

von , am
25.03.2015

Einer der modernsten Milchviehbetriebe in Sachsen-Anhalt stand im Mittelpunkt einer Presse-Exkursion, die der Verein „Die Lebensmittelwirtschaft“ sowie der Deutsche Bauern- und der Deutsche Raiffeisenverband diese Woche veranstalteten. Das Themenspektrum reichte von der Milchprozesskette über das Ende der Mengenregulierung bis hin zur Käseherstellung.

© Tina Buthut
Ziel der Pressefahrt war das Mehrfamilienunternehmen Milchagrargenossenschaft Heideland e.G. Kemberg. Der Milchreferent des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Rene Kramer, erklärte den mitgereisten Journalisten, die überwiegend nicht vom Fach waren, zunächst den Weg der Milch „vom Euter bis an die Ladentheke“. Dabei ging Kramer sowohl auf den Strukturwandel als auch auf verschiedene Stallhaltungs- und Melksysteme, Milchviehrassen und die Verarbeitung der Milch in der Molkerei ein. Anschließend erläuterte Ludwig Börger, Milch-Referent des Deutschen Bauernverbandes (DBV), die Anforderungen an einen „Wohlfühl-Stall“ sowie an eine optimale Fütterung. Welche Chancen und Herausforderungen künftig auf den deutschen Milchmarkt zukommen, erklärte Dr. Björn Börgermann vom Milchindustrie-Verband (MIV). Zu den Schwerpunktthemen seines Vortrages zählten unter anderem die Absatzmärkte für Milchprodukte, das Konsumverhalten und die Auswirkungen des Milchquotenendes auf die Branche.
 

Milchproduktion nahe der Elbe

Richard Reiß ist seit seinem 21. Lebensjahr in der Landwirtschaft tätig. Er erklärte den angereisten Journalisten die Milchproduktion auf seinem Betrieb. © Tina Buthut
Das Mehrfamilienunternehmen Milchagrargenossenschaft Heideland e.G. Kemberg produziert unweit der Elbe und der Lutherstadt Wittenberg mit 1.200 Kühen Milch. Betriebsleiter Richard Reiß präsentierte die beiden 2014 errichteten Ställe sowie das neue Melkkarussel mit 60 Plätzen. Besonders beeindruckend ist die kurze Planungs- und Bauphase: Nach knapp vier Monaten lag die Baugenehmigung vor. Beide Ställe wurden innerhalb von zwölf Monaten errichtet. Vom ersten Antrag bis zum ersten Melken vergingen gerade einmal 17 Monate. Auf das Ende der Milchmengenregulierung angesprochen, zeigt sich Richard Reiß zuversichtlich: Der Betrieb habe mit der Investition in die neuen Ställe gute Voraussetzungen für die Zeit nach der Quote geschaffen. Kontinuierlich habe man dafür über die vergangenen Jahre hinweg Garantiemengen zugekauft, diese jedoch zum Ende hin gar nicht ausgeschöpft. Zum 1. April könne der Betrieb mit voller Kraft in den freien Markt einsteigen. „Jeder hat ab 1. April die gleiche Chance, sich mit seiner Produktion am Markt zu behaupten“, betonte der seit rund fünf Jahrzehnten in der Landwirtschaft tätige Reiß.
 

International investieren

Das neue Melkkarussel bietet Platz für 60 Kühe. © Tina Buthut
Im Anschluss an die Betriebsbesichtigung machte Dr. Reinhard Vogel-Lackenberg, Bereichsleiter Landwirtschaft beim Deutschen Milchkontor e.G. (DMK), die Zuhörer mit den Herausforderungen für die Milchverarbeitung nach dem Ende der Mengenregulierung vertraut. Das DMK investiert laut Vogel-Lackenberg gezielt in internationale Standorte, weil vor allem dort große Vermarktungschancen bestünden. Er verwies auch auf das neue „milkmaster“-Programm des DMK für eine nachhaltige Milcherzeugung.
 
Zum Abschluss der Presse-Exkursion stand ein besonderes Milchprodukt im Mittelpunkt: Dr. Regina Rosner vom Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) erklärte gemeinsam mit der Käse-Sommeliere Ute Rähme die Käseherstellung, verschiedene Käsesorten und ihre Charakteristika sowie den richtigen Umgang mit diesem Exportschlager der deutschen Milchindustrie.
 
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