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Moderne Tierzuchtmethoden im Disput

von , am
25.01.2013

Wäre es nicht perfekt, wenn es genau so funktionieren würde: ein gesundes Tier mit überragenden Leistungen immer wieder zu vervielfältigen und so dessen Anlagen nahezu unbegrenzt weiter zu nutzen? Was steht solchen Verfahren im Wege? Und was macht Cloning dem Verbraucher so unheimlich?

Berlin - Wäre es nicht perfekt, wenn es genau so funktionieren würde: ein gesundes Tier mit überragenden Leistungen immer wieder zu vervielfältigen und so dessen Anlagen nahezu unbegrenzt weiter zu nutzen? Was steht solchen Verfahren im Wege? Und was macht Cloning dem Verbraucher so unheimlich? Diese und andere Fragen versuchte ein internationales Gremium von Fachleuten auf dem Gebiet moderner Tierzuchttechniken in Berlin zu klären.
 
Eingeladen zum Symposium "Der Einfluss der Biotechnologie auf die Zukunft der Tierzüchtung" hatten das deutsche Konsulat des US-amerikanischen Agrarministeriums (USDA) und das Friedrich-Loeffler-Institut. Die Diskussion verlief angeregt, aber weit sachlicher als erwartet. Allerdings waren die üblichen Protestinstitutionen auch nicht vor Ort.
 
Stattdessen diskutierten Experten das heikle Thema Biotechnologie von verschiedenen Standpunkten aus. Christel Happach-Kasan (FDP) - vonseiten der deutschen Politik vertreten - machte ihren Standpunkt klar: Moderne Tierzuchtmethoden werden (wie alles im Bereich Nahrungserzeugung) vom Verbraucher kritisch bis abweisend betrachtet. Schuld daran ist nicht zuletzt der unsichere Umgang in Berlin und Brüssel mit diesen Themen. Schon aus diesem Grund bedürfe es eindeutiger und langfristiger Regelungen auf wissenschaftlich fundierter Basis.
 
Mark Walton, Vertreter des US-Züchtungsunternehmens Recombinetics, vertrat die Ansicht, die - vor allem in Europa verbreiteten - Unsicherheiten seien schlicht haltlos. Er malte ein äußerst positives Bild der Chancen durch Verfahren wie Gentransfer und Cloning.
 
Etwas anders näherte sich Peter Sandoe, Universität Kopenhagen, diesem Thema. Der Däne hat weder einen biowissenschaftlichen noch einen agrarwissenschaftlichen Hintergrund - er ist Philosoph und beschäftigt sich in dieser Eigenschaft schon seit Jahrzehnten mit ethischen Fragen rund um die Biotechnologie. Er gab zu verstehen, dass man Verbraucherängste keineswegs beiseite wischen dürfe. Nicht zum ersten Mal in der Geschichte bräuchten neue Technologien Zeit, um akzeptiert zu werden. Zugleich warnte er, die neuen Methoden nur von Seiten der Machbarkeit und des reinen ökonomischen Gewinns her zu betrachten. Ethische Bedenken seien heutzutage ebenfalls wichtige Kriterien.
 
Mehr zu diesem Thema lesen Sie im agrarmanager 4/2013.
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