Login
Aktuell

Monsanto bei Syngenta abgeblitzt

von , am
27.08.2015

Monsanto hat die geplante Akquisition von Syngenta aufgegeben, nachdem die Schweizer auch ein nachgebessertes Übernahmeangebot als zu niedrig zurückgewiesen haben.

Einer der Standorte von Syngenta in Europa, die Züchtungsanlage im niederländischen Enkhuizen. © Syngenta
Der US-Konzern Monsanto wird sich künftig auf sein organisches Wachstum aus eigener Kraft und sein Kerngeschäft konzentrieren, heißt es in einer gestern verbreiteten Presseerklärung. Dabei betont der Biotech-Konzern, nach wie vor davon überzeugt zu sein, dass ein Zusammengehen mit Syngenta für die Aktionäre einen enormen Mehrwert geschaffen hätte. Das sieht das Syngenta-Management offensichtlich anders. Das Baseler Unternehmen erläuterte ebenfalls gestern in einer Presseinformation seine Gründe für die erneute einstimmige Zurückweisung des Angebots aus St. Louis durch den Verwaltungsrat.

Transatlantischer Graben

Ton und Inhalt der beiden Presseverlautbarungen dokumentieren das ganze Ausmaß dieses transatlantischen Missverständnisses: Monsanto hatte am 18. August in einem nachgebesserten Vorschlag einen Barpreis von 245 SFR (226 Euro) je Syngenta-Aktie geboten. Zusätzlich sollten die Syngenta-Inhaber durch einen Aktientausch im Verhältnis 2,229:1 eine Beteiligung von 30 Prozent an dem neuen Superkonzern erhalten. Nach Monsantos Berechnungen bewertete diese Offerte die Syngenta-Aktie insgesamt mit 470 SFR (434 Euro). Aus Schweizer Sicht war das Angebot aber nur 433 SFR (400 Euro) je Anteilsschein wert, fast 8 Prozent weniger. Damit würde Syngenta "signifikant unterbewertet", verlautete aus Basel.
 
Immerhin waren Syngenta und Monsanto diesmal offenbar zumindest in mündliche Vorverhandlungen miteinander getreten. Nach Darstellung von Syngenta waren die Pläne der Amerikaner aber nicht überzeugend. Zu viele Aspekte seien nicht ausreichend geklärt worden, unter anderem das Ausmaß der Synergieeffekte und akzeptablen Wettbewerbsauflagen, die Annahmen über Erlöse aus dem Biotechnologiegeschäft und die steuerlichen Folgen eines Umzugs nach Großbritannien. Monsanto will nun sobald wie möglich sein genehmigtes Programm zum Rückkauf eigener Anteile wieder aufnehmen. Der Fokus soll auf das Fünf-Jahres-Ziel gerichtet werden, den Gewinn je Aktie von 2014 bis 2019 zu verdoppeln.
Auch interessant