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Neuer Hoffnungsträger bei der Braugerste

von , am
13.01.2015

Große Hoffnung setzt der Saatgutvertrieb der IG Pflanzenzucht auf die neue Braugerstensorte Solist. Die Sorte stammt von der Saatzucht Streng aus Uffenheim in Unterfranken, eine der Gesellschafterfirmen der IG Pflanzenzucht.

© Dagmar Gärtner/Fotolia
 
Die Sorte "Solist" wurde 2012 zugelassen und hat sich seitdem in Landessortenversuchen hervorragend geschlagen und Anbauempfehlungen erhalten. Im Kornertrag, sagte Franz Beutl, der Geschäftsführer des Sortenvertriebs bei einer Pressekonferenz in Freising, sei Solist in sechs Ländern die Nummer 1 gewesen. Das schafft sie laut Züchter Dr. Stefan Streng aufgrund des sehr ausgewogenen Ertragsaufbaus. Gleichförmig mittel-kurze Körner füllen die Ähren komplett auf. Vom "ersten bis zum letzten Korn" seien sie kaum unterschiedlich, was letztlich "ein Teil des Geheimnisses" des Hoffnungsträgers ist.

Gute Kornerträge

Dass aus einem Hoffnungsträger eine tatsächlich erfolgreiche Braugerstensorte werden kann, hängt bei dieser Kultur vor allem auch an der Qualität. Nur wenn Mälzer und Brauer in den Verarbeitungsprozessen zufrieden sind, können später die Anbauer ihre Körner als Brauware verkaufen. Diese Qualität testet seit einigen Jahren das sogenannte Berliner Programm. Nur Sorten, die durch dieses Programm auf Herz und Nieren geprüft wurden und dann abschließend den Stempel "durch das Berliner Programm empfohlen" erhalten, haben überhaupt eine Chance.
 
Knapp 90 % der in den letzten Jahren angebauten Braugerstensorten haben dieses Qualitätssiegel, die verbleibenden 10 % sind entweder alte Spezialsorten oder Neulinge. Solist ist derzeit die jüngste Sorte, die das Programm erfolgreich absolviert hat. Dabei hatte sie in ihrem Jahrgang zahlreiche Mitkonkurrenten, die allerdings offenbar alle irgendeine Art von Mangel hatten.
 
Die Kombination aus in den Sortenversuchen nachgewiesenem Kornertrag, hohen Vollgersten­anteilen sowie nachgewiesener Brauqualität macht die IG Pflanzenzucht zuversichtlich. Sie haben 2014 die Sorte auf bereits 500 ha vermehren lassen und hoffen, das gesamte Z-Saatgut absetzen zu können. Dieses Jahr soll die Vermehrung noch einmal etwa verdreifacht werden. Dann wäre die Sorte an die Spitze des Segments gestürmt.

Marktführer bei Weizen

Bei der Pressekonferenz lenkte Geschäftsführer Franz Beutl auch den Blick auf die wirtschaftliche Situation seiner Firma. Die IG Pflanzenzucht vertreibt derzeit exklusiv die Sorten von elf Gesellschafterfirmen, wobei einige davon gemeinsame Zuchtprogramme betreiben. Marktführer ist die IG Pflanzenzucht derzeit bei Winterweizen mit rund 27 % Anteil bei der Vermehrungsfläche und auch bei Dinkel sowie Hafer. Bei allen Getreidearten zusammen sieht sie sich bei einem Anteil von rund einem Fünftel des Z-Saatgutmarktes.
 
Was im Sortiment der IG Pflanzenzucht fehlt, ist der Hybridroggen. Dafür mischt sie auch im Sojasegment mit und hat dort mit Lissabon sowie den neuen Sorten Amandine (die Merlin Konkurrenz machen soll) und PZO Sylvia (für Gunstlagen) erfolgreiche Sorten. Auch im Mais bietet die IG Pflanzenzucht Sorten an und sieht sich zwar im Aufwind, aber noch nicht in einer marktbestimmenden Situation. 2014 hat die IG Pflanzenzucht mit der IG Polska einen Ableger in Polen gegründet.
 
 
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