Energie Berlin setzt auf Biomasse aus Brandenburg

Kurzumtriebsplantage © Christian Mühlhausen Bild vergrößern
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Auf rund 1.600 ha Kurzumtriebsplantagen erzeugen Brandenburger Landwirte Hackschnitzel für das Berliner Heizkraftwerk Märkisches Viertel. Der Energiekonzern Vattenfall und die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) haben am heutigen Donnerstag das Modell vorgestellt.

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Heizkraftwerk Märkisches Viertel Berlin

Das Biomasse-Heizkraftwerk Märkisches Viertel in Berlin ist seit 2014 in Betrieb und wird vom Energiekonzern Vattenfall geführt. Die benötigten Holzhackschnitzel werden unter anderem auf rund 2.000 ha Kurzumtriebsplantagen (KUP) erzeugt. 1.600 ha davon befinden sich in Brandenburg, die restlichen 400 ha in Polen. Die Landwirte erhalten neben einer vertraglich abgesicherten Pauschale laut Vattenfall auch eine ertragsabhängige Vergütung. Pro Hektar und Jahr entspricht der Erlös damit durchschnittlich 280 €.

Landwirte als wichtige Partner

Die Landwirte bewirtschaften die KUP vorwiegend im Vertragsanbau für zunächst 20 Jahre. Das zum Energiekonzern Vattenfall gehörende Unternehmen Energy Crops betreut die Produzenten und liefert die nötige Spezialtechnik. „Der Landwirt ist vor allem für die Pflege der Pflanzen zuständig, die Pflanzung und Ernte übernehmen Lohnunternehmer im Auftrag von Vattenfall“, erklärt Energy Crops-Geschäftsführer Jan Grundmann.

Die ersten Pflanzungen wurden 2010 vorgenommen. „Wir verwenden als Pflanzenart ausschließlich die Pappel, denn die hat für die Bedingungen in Brandenburg sehr gute Eigenschaften. Sie wurzelt tief und hält dadurch auch längere Trockenperioden gut aus“, sagt Grundmann. Der Anbau erfolge hauptsächlich auf schlechteren Ackerböden und sei für die Landwirte eine gute Alternative zu herkömmlichen Kulturen. Nach der Pflanzung kann alle drei bis vier Jahre geerntet werden.

Wärme für 30.000 Haushalte

Holzhackschnitzel © Alex Niedermayr Bild vergrößern
Die Holzhackschnitzel werden nach der Anlieferung vollautomatisch im Bunker verteilt. Die Lagerkapazität reicht für drei bis vier Tage im Vollbetrieb.

Das Biomasse-Heizkraftwerk Märkisches Viertel versorgt etwa 30.000 Haushalte in Berlin mit Wärme und Strom. Dazu braucht die Anlage im Vollbetrieb etwa 300 t Brennstoff pro Tag. Daraus werden 126.000 MWh thermische Energie und 40.500 MWh elektrische Energie pro Jahr erzeugt.

An Holzhackschnitzeln werden derzeit jährlich 70.000 t eingesetzt. Dazu bringen täglich 12 bis 18 Lkw zwischen 1.000 und 1.600 Kubikmeter Holzhackschnitzel in die Anlage. Momentan stammen 15 bis 20 % des Rohstoffs aus den KUP, der Rest kommt aus angrenzenden Wäldern. Künftig soll etwa die Hälfte des Gesamtbedarfs mit den KUP gedeckt werden.