Ackerbautagung Deutscher Ackerbau dem Weltmarkt ausgesetzt

Bild auf Agrarheute.com © Mühlhausen/landpixel Bild vergrößern
von , am

Währungseinflüsse und eine etwas niedrigere Ertragserwartung waren diese Woche Thema auf der 5. Ackerbautagung des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Beim Getreide stand das Wetter im Fokus, beim Raps hingegen der Wechselkurs zwischen Dollar und Euro.

Aufwärtstrend beim Getreide?

Deckert © Alex Niedermayr Bild vergrößern
Frank Deckert, Ceravis AG

„Die extremen Getreidelagerbestände würden für ein Drittel des Jahres reichen“, sagte Frank Deckert von der Ceravis AG. Er dämpfte damit Hoffnungen auf große Preissprünge im Getreidemarkt aufgrund von etwas geringeren weltweiten Ertragserwartungen oder Wetterkapriolen. Derzeit habe besonders Spanien mit anhaltender Trockenheit zu kämpfen. Laut aktuellen Ertragsschätzungen könnte dort ein Drittel der Ernte gefährdet sein. Global zeigt sich laut Deckert derzeit aber eine recht entspannte Situation.

Im Moment fänden an der Börse große Leerverkäufe durch Hedgefonds statt, sagte der Ceravis-Marktexperte. Im Sommer erwarte er sich deshalb die niedrigsten Preise. „Danach rechne ich wieder mit steigenden Preisen, aber die 200 €/t werden in der kommenden Saison, denke ich, nicht erreicht“, erklärte er.

Trotzdem bleibe das Angebot auf dem europäischen Markt, wie schon bei der vergangenen Ernte, wahrscheinlich begrenzt, schätzt Frank Deckert. So könnte die Binnennachfrage auch 2017/18 für höhere Inlandspreise im Verhältnis zu den Exportpreisen sorgen.

Weltweites Rapsangebot sinkt

Tiedemann © Alex Niedermayr Bild vergrößern
Thorsten Tiedemann, Getreide AG

Der Wechselkurs zwischen Dollar und Euro bestimme besonders beim Raps den Preis, erklärte Thorsten Tiedemann von der Getreide AG. Denn die Import-Ware komme aus in US-Dollar notierenden Märkten wie Australien, der Ukraine oder Kanada. Deshalb bestimme der jeweilige Dollar-Kurs die Attraktivität der Importe und damit auch den Marktpreis in Deutschland.

Der Rückgang in der Rapsanbaufläche setze sich weltweit und in der EU auch dieses Jahr fort, berichtete Tiedemann. In Deutschland sei die Rapsfläche hingegen relativ stabil. „Wachsende globale Ernten bei Soja und Sonnenblumensaat sorgen für eine insgesamt steigende Versorgung bei Ölsaaten“, erläuterte der Marktexperte.

Die Ölmühlen leiden laut Tiedemann durch das sinkende Rapsangebot in der EU unter Überkapazitäten. Versorgungsengpässe würden teilweise durch Drittland-Importe ausgeglichen. Jedoch stagniere auch der Absatz. „Besonders die Dynamik der Bio-Energie ist deutlich abgeflacht“, erklärte Thorsten Tiedemann.