Titel Märzheft 2017 Spekulationsblase nicht erkennbar

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Die Preise für landwirtschaftliche Flächen sind in den vergangenen Jahren in die Höhe geschossen. Geldanleger reißen sich um die angebotenen Flächen. Doch der Vermutung, dass sich am Bodenmarkt eine Spekulationsblase entwickelt hat, widerspricht unser Autor Andreas Tietz.

Als Spekulationsblase wird eine Marktsituation bezeichnet, in der die Preise für ein Gut aufgrund irrationaler Zukunftserwartungen stark ansteigen und anschließend zusammenbrechen, sobald sich die Erwartungen als falsch erwiesen haben. Die stürmischen Preisentwicklungen auf dem landwirtschaftlichen Bodenmarkt in den letzten Jahren geben Anlass zu der Sorge, hier könne eine Blase entstanden sein.

Im vorhinein lassen sich Blasen niemals sicher identifizieren. Doch es gibt Anzeichen, die für das Entstehen sprechen. Zusammengefasst sind drei Kriterien für die Beurteilung maßgeblich:

  • eine Preisentwicklung weit über den inneren Wert des Guts hinaus,
  • eine deutliche Zunahme des physischen Marktvolumens und
  • eine starke Zunahme von kreditfinanzierten Käufen.

Anhand dieser Kriterien wurde die Situation auf dem landwirtschaftlichen Bodenmarkt beurteilt. Dabei zeigte sich, dass die Kaufwertentwicklung am Bodenmarkt noch im Einklang mit dem inne­ren Wert der Landwirtschaftsfläche ist. Weiterhin ist kein Anstieg der Bodenmobilität bundesweit zu verzeichnen. Somit gibt es kein Anzeichen dafür, dass sich am ­Bodenmarkt eine ­Speku­lationsblase aufgebaut hätte.

 

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