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Nordzucker: Neues Lieferrechtsmodell beschlossen

von , am
15.07.2015

Die Hauptversammlung der Nordzucker Holding AG hat eine Neuregelung der Lieferansprüche für die Rübenanbauer ab 2017 beschlossen.

Die Nordzucker-Hauptverwaltung in Braunschweig. © Nordzucker
Nach dem Wegfall der Zuckerquoten werden nur noch die rübenanbauenden Aktionäre einen garantierten Anspruch auf die Andienung von Rüben haben. Der Lieferanspruch kann vom Aktionär entweder selbst ausgeübt oder abgetreten werden. Damit nicht mehr aktiv produzierende Aktionäre ihren Lieferanspruch nicht zulasten der aktiven Landwirte "vergolden", ist die Überlassung des Lieferanspruchs nur im Rahmen einer Verpachtung oder sonstigen Überlassung möglich. Dabei muss der abgetretene Lieferanspruch in einem "entsprechenden Verhältnis" zur Größe der überlassenen rübenfähigen Fläche stehen. Aktienanspargemeinschaften, die kein eigenes Land haben, können ihre Lieferansprüche durch ihre Mitglieder erfüllen lassen. Die von den Aktionären nicht genutzte und auch nicht übertragene Liefermenge kann von Nordzucker nach unternehmerischen Gesichtspunkten an interessierte Landwirte verteilt werden.
 
Die notwendige Satzungsänderung wurde von der Hauptversammlung der Holding AG mit gut 69 Prozent der Stimmen angenommen. Zuvor war eine Vertagung der lange umstrittenen Neuregelung des Lieferrechts abgelehnt worden. Der Vorstandsvorsitzende der Holding, Joachen Johannes Juister, erklärte: "Wir vertreten mit der neuen Regelung die Interessen unserer rübenanbauenden Aktionäre und sehen es als wichtigstes Ziel an, die Versorgung der Nordzucker-Werke mit Rüben dauerhaft zu sichern."

Verlustjahr erwartet

In das neue Geschäftsjahr 2015/16, das am 1. März begann, ist der Nordzucker-Konzern mit einem weiter deutlich rückläufigen Umsatz gestartet. Erwartungsgemäß wurde das erste Quartal mit einem Verlust abgeschlossen. Der Umsatz lag in der Berichtsperiode mit 374 Millionen Euro um rund 25 Prozent unter dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Statt einem Überschuss von 24 Millionen Euro stand am Ende der Geschäftstätigkeit ein Fehlbetrag von 6,9 Millionen Euro. Ursache sind nach Angaben des Konzernvorstandes die niedrigen Zuckerpreise in Folge eines starken Wettbewerbs in Europa sowie die rückläufige Entwicklung des Weltmarktpreises.
 
Die Unternehmensführung geht davon aus, auch das laufende Geschäftsjahr insgesamt wahrscheinlich mit einem Verlust abzuschließen. Mit dem konzernweiten Effizienzprogramm "Force" sollen darum mindestens 50 Millionen Euro Kosten gespart werden. Konzernvorstandschef Hartwig Fuchs erklärte: "Mit Blick auf 2017 müssen wir auch bei niedrigen Zuckerpreisen konkurrenzfähig sein und uns markt- und kundenorientiert aufstellen."
 
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