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Ölpreisrutsch bewegt Agrarmärkte

von , am
16.01.2015

Der Preissturz bei Rohöl bleibt nicht ohne Folgen für die Agrarpreise.

© Cropenergies
 
Die Preise für Rohöl haben sich mehr als halbiert. Viele andere fossile Energieträger wie etwa Erdgas und Kohle haben sich ebenfalls drastisch verbilligt. Dieser Preissturz bleibt nicht ohne Folgen für die Agrarpreise und für die Produktions- und Transportkosten in der Agrarwirtschaft. Insbesondere geraten Energieprodukte aus der pflanzlichen Produktion wie Ethanol aus Mais und Biodiesel aus Raps- und Sojaöl massiv unter Druck. Dadurch verschlechtern sich auch die finanziellen Verwertungsmöglichkeiten für Getreide und Ölsaaten. Gleichzeitig sinken jedoch über die Treibstoffpreise auch die Produktions- und Transportkosten in der Landwirtschaft. Damit dürften auch die Anbau- und Produktionsentscheidungen für 2015 noch beeinflusst werden. Das gilt insbesondere für Erzeugnisse mit relativ hohen Produktionskosten wie etwa für Mais.
 
Kostenstruktur verändert sich
Gleichzeitig müssten durch die ebenfalls deutlich fallenden Erdgaspreise (und die fallenden Preise für Kohle in China) auch die Produktionskosten für wichtige Mineraldünger zurückgehen und die Landwirte von der Kosten-Seite entlasten. Bereits jetzt sind die Transport- bzw. Frachtkosten an den internationalen Exportmärkten deutlich gesunken, so dass der Wettbewerb hier noch stärker über die Höhe der Produktenpreise ausgetragen wird als bisher und die Transportentfernungen eine geringere Rolle spielen als in der Vergangenheit. An den internationalen Exportmärkten wird die Wettbewerbsposition der Europäer zudem durch den starken Wertverfall des Euros gegenüber dem Dollar gestärkt, denn europäische Ware wird (in US-Dollar gehandelt) am Weltmarkt immer billiger. Gleichzeitig Seite verteuert sich durch den schwachen Euro auch der Einkauf von Rohstoffen und von Mineraldüngern (in US-Dollar).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt // agrarmanager
 
Die vollständige Analyse zur Entwicklung von Ölpreisen und Agrarpreisen finden Sie in der aktuellen Ausgabe des agrarmanagers vom Februar 2015. Im Online-Angebot des agrarmanagers finden sie ab der kommenden Woche in der Rubrik Marktinformationen zudem weitere Fakten und Hintergrundberichte zu diesem Thema.
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