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Phosphatgewinnung aus Klärschlamm

von , am
14.05.2015

Ein neues Verfahren zur solarunterstützen Phosphatgewinnung aus Klärschlamm will die Stadt Renningen entwickeln. Das Bundesumweltministerium fördert das Vorhaben mit rund 506.000 Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm.

Auf dem Lagerplatz einer Kläranlage wird Klärschlamm verladen. © Mühlhausen/landpixel
Ziel des Pilotprojekts ist eine umweltfreundliche Alternative zum bisher üblichen Verfahren, bei dem Klärschlamm in der Mitverbrennung entsorgt oder direkt als Dünger in der Landwirtschaft ausgebracht wird. Der Eigenbetrieb Abwasser der Stadt Renningen in Baden-Württemberg wird Klärschlämme künftig nach einer solarunterstützten Trocknung in einem Pyrolyseverfahren thermisch behandeln und das in der Klärschlammasche enthaltene, wertvolle Phosphat einer weiteren Nutzung zuführen. Das Verfahren zerstört im Klärschlamm enthaltene organische Schadstoffe, reduziert die Gehalte an Quecksilber, Arsen und Cadmium weitgehend und ermöglicht die Rückgewinnung des in der Klärschlammasche enthaltenen, wertvollen Phosphats. Die erzeugte Klärschlammasche kann als Phosphordünger oder, weiter aufbereitet, als Grundstoff in der Düngemittelindustrie vermarktet werden.
 
Die Prozesswärme aus dem Vergasungsverfahren wird zur Energieerzeugung genutzt und deckt den Eigenbedarf der Anlage komplett ab. Überschüssiger Strom wird in das Netz der Kläranlage eingespeist. Die dezentrale Behandlung des Klärschlamms führt außerdem zu einer deutlichen Reduzierung des Transportaufwandes. Nach Darstellung des Umweltministeriums könnte das neuartige Verfahren perspektivisch auch in den übrigen etwa 10.000 kommunalen Kläranlagen in Deutschland angewendet werden.
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