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Polemik zum Tag der Deutschen Einheit

von , am
03.10.2013

Die Welttierschutzgesellschaft hat anlässlich des Tags der Deutschen Einheit eine Pressemitteilung versandt. Grundtenor: Große ostdeutsche Milchviehbetriebe sind eine Quälerei für die dort gehaltenen Kühe. Die Redaktion des agrarmanager antwortet in einem offenen Brief auf die haltlosen Vorwürfe.

Luft, Licht und Platz - moderne Milchviehbetriebe können in jeder Größe den Ansprüchen der Kühe genügen. © Mühlhausen/landpixel
Rechtzeitig zum Tag der Deutschen Einheit hat die Welttierschutzgesellschaft e.V. (WTG) eine Pressemitteilung mit "Thesen" zur Tiergerechtheit in der hiesigen Milchviehhaltung versandt, die auch die Redaktion des agrarmanager erreichte.
Die darin erhobenen Vorwürfe gegen große ostdeutsche Milchviehbetriebe machen sprachlos, selbst wenn man unsachliche und polemische Angriffe aus Tierrechtsaktivisten-Kreisen in unserer Branche mittlerweile gewohnt sein sollte.
Kurz gefasst behauptet die WTG unter anderem Folgendes:
  • In den großen Milcherzeugerbetrieben in Ostdeutschland werden systematisch Tiere gequält, denn die Milchleistung dort hat sich in den vergangenen 24 Jahren mehr als verdoppelt, was nur durch rücksichtslose Ausbeutung der Tiere und unlautere Methoden möglich sein kann.
  • In Großbetrieben werden die Milchkühe ohne jeden Auslauf gehalten und haben keine Möglichkeit, eine normale Herdenstruktur mit arttypischem Sozialverhalten aufzubauen.
  • Die Milch aus den "Superfabriken" zerstört binnen der nächsten zwei Jahrzehnte endgültig jede bäuerliche Existenz (vornehmlich in Westdeutschland).
Es sei dahingestellt, ob die Unterstellungen nur mangelnder Information oder doch eher böswilliger Stimmungsmache entspringen. Sicher ist: Die Pressemitteilung dürfte zahlreiche Medien, Verbände und Organisationen erreicht haben. Und sie dient nicht nur dazu, einen Keil durch die deutsche Landwirtschaft zu treiben (dafür den Tag der Deutschen Einheit zum Anlass zu nehmen, ist besonders perfide), sondern soll vor allem Spenden für ein Projekt namens KUH+DU einwerben.
 
Grund genug für die Redaktion des agrarmanager, auf die polemischen Vorwürfe der Organisation in einem offenen Brief zu antworten.
 
Beide Dokumente, die Pressemitteilung der Welttierschutzgesellschaft und den offenen Brief des agrarmanager können Sie als pdf herunterladen.
 
Und falls Sie selbst auf die Vorwürfe antworten möchten, können Sie hier mit der WTG Kontakt aufnehmen.
Aber auch wir freuen uns über Ihre Meinung zu diesem Thema. Schreiben Sie uns.
 
Sabine Leopold, agrarmanager-Redakteurin
 
 
 
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