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Rapsanbau geht zurück

von , am
11.11.2014

Die mit Winterraps bestellte Fläche wird zur Ernte 2015 wahrscheinlich um 5,2 Prozent auf 1,32 Millionen Hektar sinken. Davon geht das Marktforschungsunternehmen Produkt+Markt auf Grundlage einer aktuellen Befragung von 4.809 Landwirten im September und Oktober 2014 aus. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) als Auftraggeber der Untersuchung stellte die Umfrageergebnisse heute auf der Eurotier in Hannover vor.

© Mühlhausen/landpixel
Trotz der um etwa 72.800 Hektar kleineren Fläche bleibt der Winterrapsanbau über dem Niveau der Jahre 2011 und 2012, in denen ein deutlicher Einbruch aufgrund von extrem ungünstigen Witterungsbedingungen zur Aussaat zu verzeichnen war. Hauptgrund der Einschränkung war die langfristige Fruchtfolgeplanung mit 38 Prozent der Antworten. Daneben waren die kurzfristige Fruchtfolgeplanung (14 Prozent), Preise (11 Prozent) und schlechte Wetterbedingungen zur Aussaat (10 Prozent) Gründe für eine Verkleinerung der Rapsanbaufläche.

Deutlicher Rückgang im Süden und Nordwesten

Der Rückgang betrifft alle Bundesländer mit Ausnahme von Rheinland-Pfalz und dem Saarland, wo ein leichter Anstieg um 1,4 Prozent oder 694 Hektar prognostiziert wird. Die stärksten Anbaurückgänge zeigen sich im Süden und Nordwesten mit Baden-Württemberg (–14,4 Prozent bzw. –7.707 Hektar) und Nordrhein-Westfalen (–13,1 Prozent bzw. –9.019 Hektar). Ebenfalls überdurchschnittliche Anbaurückgänge weisen Bayern mit –7,5 Prozent (–9.278 Hektar), Niedersachsen mit –6,9 Prozent (-8.857 Hektar), Mecklenburg-Vorpommern mit –6,4 Prozent (–15.707 Hektar) und Schleswig-Holstein mit –6,0 Prozent (–6.018 Hektar) auf. Leichte Anbaurückgänge sind in den Bundesländern Thüringen mit –4,3 Prozent (–5.295 Hektar), Sachsen mit –3,5 Prozent (–4.627 Hektar), Brandenburg mit –3,1 Prozent (–4.133 Hektar), Hessen mit –2,2 Prozent (–1.397 Hektar) und Sachsen-Anhalt mit –0,9 Prozent (–1.482 Hektar) zu beobachten.

MeckPomm bleibt Rapsland Nr. 1

Wie auch im Vorjahr liegt Mecklenburg-Vorpommern beim Ranking der Bundesländer nach Anbauflächen mit 229.000 Hektar an erster Stelle, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 172.000 Hektar. Es folgen die Länder Brandenburg (131.000 Hektar), Sachsen (127.000 Hektar), Niedersachsen (119.000 Hektar), Thüringen (118.000 Hektar) und Bayern (114.000 Hektar). Die Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg sowie Rheinland-Pfalz und das Saarland liegen jeweils unter 100.000 Hektar Winterrapsanbaufläche.

Mehr Umbruch zu erwarten

Etwa 4 Prozent der Betriebe haben bereits Rapsflächen umgebrochen. Dies liegt leicht über dem Niveau des Vorjahres. Weitere 5 Prozent der Betriebe erwarten, ebenfalls Flächen umbrechen zu müssen. Auch dieser Wert liegt leicht über dem Vorjahr. Die UFOP stellte fest, dass sich der frühe, regional starke bis sehr starke Schädlingsdruck und die in Folge des vorläufigen Verbotes der neonikotinoiden Saatgutbeizung aufgetretenen Pflanzenschäden bislang noch nicht in bundesweit überproportional hohen Umbruchraten niedergeschlagen haben.
 
Da von der Kleinen Kohlfliege oder vom Rapserdfloh stark befallene, derzeit auf den ersten Blick noch vital aussehende Rapspflanzen jedoch in den nächsten Wochen und Monaten noch absterben können, sind weitere Einzelpflanzenverluste sowie Umbrüche ganzer Schläge nach dem Winter zu befürchten. Darüber hinaus ist das Ertragsniveau vorgeschädigter Rapspflanzen - trotz des bekannt guten Kompensationsvermögens - in Abhängigkeit vom Umfang der Schädigung begrenzt.
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