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Schramm: 2014 war ein gutes Jahr

von , am
12.05.2015

"2014 war ein gutes Jahr für die Pflanzenschutzindustrie". Mit diesen Worten fasste der Präsident des Industrieverbandes Agrar (IVA), Dr. Helmut Schramm, den Geschäftsverlauf der Branche in der vergangenen Saison zusammen.

Der Präsident des Industrieverbandes Agrar (IVA), Dr. Helmut Schramm. © Norbert Lehmann
Wie Schramm auf der heutigen IVA-Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main bekanntgab, stieg der Umsatz der im Verband organisierten Pflanzenschutzindustrie in Deutschland 2014 um 6,2 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Wesentlichen Einfluss auf die Nachfrage nach chemischen Pflanzenschutzmitteln hatten das Wetter und der damit einhergehende Krankheitsdruck. Die feuchte Witterung - aber auch höhere Produktpreise - schlugen sich in einem Umsatzplus von 10,8 Prozent bei den Fungiziden nieder. Der Markt für Insektizide wuchs um 4,2 Prozent auf 150 Millionen Euro, während der Herbizidumsatz mit 679 Millionen Euro stabil blieb.

Ärgerliche Verzögerungen

Kritisch bewertet der Geschäftsführer von Bayer CropScience Deutschland auch die Einführung der verpflichtenden Bewertung von Produktzulassungen. Das System werde zu einer völligen Überlastung der zuständigen Behörden führen, prognostizierte Schramm. Kein Verständnis hat die chemische Industrie für die immer neuen Verzögerungen bei der Beurteilung von hormonell wirksamen Substanzen, den sogenannten endokrinen Disruptoren, durch die Europäische Kommission. Ursprünglich hätten die Kriterien 2013 vorliegen sollen. Jetzt werde ein Kommissionsvorschlag für Ende 2016 erwartet. Dies führe zu großer Rechts- und Planungsunsicherheit in der Wirtschaft, so Schramm.

Desaster Düngeverordnung

Der Absatz von Mineraldüngern nahm in Deutschland im Wirtschaftsjahr 2013/14 insgesamt zu. Laut Angaben des IVA wurde der Absatz von Stickstoffdünger um 1,6 Prozent auf 1,68 Millionen Tonnen erhöht. Die Nachfrage nach Phosphat blieb mit 284.000 Tonnen stabil, während der Kaliabsatz deutlich um 8,6 Prozent auf 457.000 Tonnen expandierte. Der IVA-Vorsitzende für den Fachbereich Pflanzenernährung, Prof. Hermann Kuhlmann, ging auf die möglichen Folgen der diskutierten neuen Düngeverordnung ein. Kuhlmann zufolge werden die Ackerbauregionen keine Schwierigkeiten haben, den voraussichtlichen maximalen Bilanzüberschuss von 60 kg N/ha einzuhalten. Für Veredlungsregionen sagte Kuhlmann jedoch voraus, "wenn die Düngeverordnung scharf umgesetzt wird, erleben wir eine Restrukturierung der Landwirtschaft, gegen die die vergangenen 20 Jahre nichts waren." Viehstarken Regionen drohe ein "Desaster". Sie müssten entweder die Tierbestände reduzieren oder Gülle in Ackerbauregionen exportieren.
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